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Freunde im Geiste

Euram Bank Open im Golfclub Adamstal

Freunde im Geiste
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Clubpräsident Franz Wittmann und Turniersponsor Manfred Huber empfangen heuer zum neunten Mal die Golfprofis im GC Adamstal. Unlängst auch die GOLF REVUE.

Seit acht Jahren sind Sie gemeinsam auf verschiedenen Ebenen im Profibereich aktiv. Mit welchen Zielen sind Sie damals angetreten?

Huber: Teil meines Lebensmottos ist: Lebensfreude – Lebensträume! Als Sponsor kann man sich nur mit einem Projekt identifizieren, wenn man eine persönliche Affinität dazu hat. Das ist eine Grundvoraussetzung, weil man erst dann die Hintergründe besser versteht. Golf bereitet mir große Lebensfreude. Und mit Lebensträume meine ich: Wir haben die Verantwortung, jungen Menschen die Chance zu geben, sich irgendwann ihren Lebenstraum zu erfüllen. Daher war es für uns von Anfang an klar, nicht in erster Linie die Spieler der European Tour – weil es dort die meisten schon geschafft haben –, sondern eben die Spieler der Pro Golf Tour und Challenge Tour zu unterstützen. Der Weg nach oben ist viel schwieriger.

Wittmann: Darum haben wir am Anfang auch die Pro Golf Tour fünf Jahre hier gehabt. Da können sich die Jungprofis erste Lorbeeren erarbeiten. Wir wollten ihnen diese Möglichkeit unbedingt bieten. Die nächste Stufe war dann die Challenge Tour, die Vorstufe zur European Tour, wo ebenfalls hauptsächlich junge Golfer ihr Glück versuchen. Mit vielen Anstrengungen haben wir das Budget dafür aufbringen können. Die Turnierdirektoren haben dann gefragt, warum wir kein European-Tour-Turnier veranstalten. Was auch immer mein Traum war. 2020 hat es sich aufgrund der Corona-Pandemie zufällig ergeben, dass die ET erstmals bei uns Station gemacht hat – sie hat auch das höhere Preisgeld selbst bezahlt. Und der Turnierdirektor, ein ganz strenger Herr, war auch begeistert von unserem Platz und meinte, wir könnten hier jede Tour austragen. Das hat mir natürlich eine tolle Bestätigung gegeben. Wenn die ET das höhere Preisgeld aber nicht übernimmt, ist so ein Turnier für uns nicht finanzierbar.

Die Ziele haben sich also mehr als nur erfüllt?

Huber:  Absolut! Aber davon war ich überzeugt. Es gab aber noch ein weiteres Ziel: Ich bin mittlerweile seit mehr als 20 Jahren im GC Adamstal Mitglied und weiß, mit welcher Leidenschaft, welcher Akribie und welchem Perfektionismus Franz Wittmann diesen Golfclub führt und zu dem gemacht hat, was er ist. Ich hatte also die tiefe Überzeugung, dass dieser Golfplatz auf die internationale Bühne gehört. Damit hat sich alles erfüllt.

Wittmann: Mein Traum von der European Tour ist voriges Jahr in Erfüllung gegangen. Mittlerweile hat sich also alles mehr als nur erfüllt. Und da danke ich der Euram Bank – nur mit ihrer Hilfe war es möglich überhaupt so weit zu denken. Und Dank dem Österreichischen Golf-Verband. Das muss unbedingt erwähnt sein! Sowie das Sportland NÖ. Mir war aber auch die Reputation des Platzes wichtig. Er ist nun weltweit bekannt und beliebt. Die Leute kommen von überall, um hier zu spielen. Auch dank der Bilder, die mit der European Tour um die Welt gegangen sind. Das war eine riesige Werbung für uns. Wir haben das sofort bemerkt. Es war toll, was das für eine Breitenwirkung hatte.

Was waren ihre persönlichen Highlights in dieser Zeit?

Huber:  Highlights gab es sehr viele. Schon der Anfang, nach dem Motto: „Schaffen wir es gemeinsam?“ Ich bin aber ein Berufsoptimist. Mich freut natürlich auch die persönliche Beziehung, die ich über den Franz zu Profis aufgebaut habe. Sei es mit jungen Spielern oder etablierten Golfern wie Grégory Havret. Man bekommt einen Einblick in den Menschen und seine Persönlichkeit und welche oft einschneidenden Entscheidungen von einzelnen Spielern getroffen werden. Dass etwa junge Spieler ihr bereits vorab erhaltenes Erbe verkaufen, um sich die Tour leisten zu können. Es gab sehr viele persönliche Highlights mit beeindruckenden Menschen. Ganz besonders gefreut hat mich, dass gerade im vergangenen Jahr, in dem Franz seinen runden Geburtstag gefeiert hat – die Zahl soll er, wenn er will, selber nennen (lacht) –, die Krönung durch die European Tour kam. Wobei zunächst aufgrund der Pandemie noch unter Zweifel stand, ob überhaupt ein Turnier stattfinden kann. Das war ein absolutes Highlight! Auch weil der Franz damit sein Lebenswerk, was Golf betrifft, vollendet hat.

Wittmann: Das Alter ist nur eine Zahl! Mein Leben ist aber ruhiger geworden gegenüber meiner Rallye-Zeit. Der Job Golfplatzbetreiber macht mir einfach Spaß. Und wenn ich keine Liebe zum Golf hätte, würde ich mir die Arbeit nicht antun. Es ist viel Arbeit. Aber auch viel Freude. Wenn man über den Platz geht, und alles ist in perfekten Zustand. Viele Leute loben den Platz in höchsten Tönen. Das gibt mir ebenfalls eine Bestätigung. Man wird nicht reich, aber es ist ein toller Beruf. Und klar! Das absolute Highlight war die European Tour. Das war ein Lebenstraum.

Welche persönliche Beziehung hat sich zwischen Ihnen ­entwickelt?

Huber:  Eine tiefe Freundschaft, getragen von großem Respekt. Was ich an Franz Wittmann sehr schätze, ist seine Art, zu leben und zu denken, sowie seinen Hang zur absoluten Perfektion. Ich gehe privat viele Runden mit ihm und habe noch keine Runde gespielt, in der er nicht zigmal sein Notizbuch zückt und alles aufschreibt, was links und rechts passiert. Mehr Perfektion in Pflege und mehr Qualität auf einen Golfplatz habe ich noch nicht kennengelernt. Außerdem ist er als Sportler sehr ehrgeizig, was mir extrem taugt – wie sein Humor und seine Lebensfreude. Gleichzeitig ist er ein ehrlicher und liebenswerter Kerl. Ganz wichtig bei Sponsoring-Partnerschaften ist ein gegenseitiges Vertrauen. Wir haben uns eine starke Basis geschaffen. Ich betrachte es als Privileg, diesen Menschen zu einem meiner besten Freunde zu zählen.

Wittmann: Unsere Geschäftsbeziehung ist nur die eine Seite. Wir haben eine sehr gute Freundschaft geschlossen und gehen oft gemeinsam auf die Runde. Er ist wirklich ein wahrer Freund, auf den man sich immer verlassen kann. Und ja, beim Sport bin ich sehr ehrgeizig. Leider kann ich nicht mehr so oft gewinnen wie zu meiner Rallye-Zeit. Es genügt mir aber schon, wenn ich privat eine gute Runde spiele. Man ist demütig geworden. Golf macht demütig.

Wie würden Sie ihren Stil als Banker bzw. als Golfer beschreiben?

Huber: Ich glaube, dass da grundsätzlich gar kein großer Unterschied besteht, es gibt sogar vieles, das sich überschneidet. Beim Golf ist neben der Technik und dem Talent ein gut getimtes Course Management das Entscheidende. Ich muss immer wissen, was ich kann und was nicht, und wie ich es schaffe, risikoadjustiert am Golfplatz zu agieren. In der Bank ist das nicht anders. Risikokontrolle ist das höchste Gut. Also ein Course Management in Form von risikoadjustierter Geschäftspolitik. Ganz wichtig, im Bankgeschäft wie auch am Golfplatz, ist Disziplin. Es ist nicht wichtig, wie weit ich abschlage, sondern mit wie vielen Schlägen ich das Loch absolviere. Das heißt, es ist manchmal vernünftiger, weniger aggressiv an Dinge heranzugehen, um ein entsprechendes Ergebnis zu erzielen. Im Bankgeschäft ist es aufgrund der über die Jahre immer weiter verschärften Regularien noch viel wichtiger geworden, ein vernünftiges Course Management an den Tag zu legen.

Wittmann: Wenn ich gewusst hätte, dass die Golfbranche so viele Hürden hat, hätte ich mich nicht hinein gewagt. Aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich es gemacht habe, denn es ist für mich der schönste Beruf. Ob ich mir das ein zweites Mal antun würde, weiß ich nicht. Es war mit hohen Risiken verbunden und vor allem großen Investitionen. Aber es ist alles gut gegangen. Die Qualität und die Einzigartigkeit des Platzes geben uns Recht.

 

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe zum Nachlesen im E-Paper Format:
GOLF REVUE Ausgabe 2/2021

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Fotos:

GC Adamstal

Sabine Klimpt

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