Cover Story | Abschlag Genuss Kultur

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mit Herbert Brandl

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Herbert Brandl ist einer der gefragtesten Künstler Österreichs. Seine Werke stehen für einen unkonventionellen Zugang zur Kunst.

Wenn es am Golfplatz gut läuft, ist oft von einem Flow die Rede. Zeichnen Sie sich auch in einen Rausch?

Herbert Brandl: Ich bin immer in einem Flow, ich bin eigentlich permanent berauscht (lacht). Es rauscht andauernd in meinem Hirn. Irgendein Wirbel ist immer da. Alles, was ich aufnehme, fängt in mir an zu gären. Ich bin aber nicht immer in einem Arbeits-Flow. Manchmal nehme ich nur Inspirationen auf und male vielleicht Monate lang gar nicht. Das kommt dann erst. Das muss ich ankurbeln. Am Anfang, die ersten drei vier Bilder, ist das schwierig, aber dann geht’s los. Wie beim Golfen.

Eine hohe Konzentration, gleichzeitig aber eine gewisse Lockerheit und Vertrauen in die eigenen Stärken sind beim Golfschwung entscheidende Faktoren. Wie ist das bei Ihnen und der Ausübung Ihrer Kunst?

Ich habe gemerkt, dass es mir eigentlich völlig egal ist. Wenn ich eine oder mehrere Flächen vor mir habe, und ich beginne, zu malen, dann vergesse ich viele der Spannungen oder Probleme, die mich belasten. Also Probleme (lacht) … nur Luxus­probleme, die mich belasten. Und ich übermale meine Bilder eigentlich überhaupt nicht. Sie entstehen meistens in einem extrem konzentrierten Arbeitsprozess. Zwei bis drei Monate Vorbereitung werden dann in 20 bis 30 Minuten in das Bild übersetzt. Früher in den 80ern, als ich noch jung war, wollte ich Bilder malen, die alt ausschauen, und ich habe geschichtet und geschichtet – plötzlich haben sie ausgeschaut wie alte Sandsteinfiguren. Diese Schichtungen und Strukturen habe ich dann verlassen. Also ich übermale nicht, ich korrigiere auch nicht. Manchmal gibt es Stellen, die sind nicht so gelungen, aber ich lasse sie so.

Beim Abschlag ist das Ziel schon im Kopf verankert. Wie ist das vor dem ersten Strich? Arbeiten Sie auf Ihr Ziel zu, oder wann beginnt sich das endgültige Werk in Ihrem Kopf zu festigen?

Es ist ein Prozess, bis ich überhaupt an die Leinwand herangehe. Wenn es soweit ist, weiß ich schon, was ich will, ich weiß nur nicht, wie es am Ende genau ausschaut. Ich mach mir keine Skizzen und übertrage sie auf die Leinwand, sondern ich male einfach frech drauf los in einer spontanen Geste – Primamalerei hat man das früher genannt. Ich werde es mal mit einem Golfschläger probieren, ob das ein guter Pinsel ist mit dem Schwung, den man draufkriegt. Aber Malerei ist schwer mit etwas anderem zu vergleichen. Sportler haben einen großen Fokus über Monate oder Jahre hinweg. In der Malerei scheint es leichter zu sein. Für manche scheint es extrem leicht zu sein (lacht). Die sagen, meine Ziege kann auch hinkotzen, es schaut trotzdem gut aus. Es ist immer ein ­längerer Prozess, der nicht so leicht vermittelbar ist.

Wann ist der Künstler in Ihnen zufrieden?

Jetzt wollt ich gerade etwas sagen, aber das sag ich lieber nicht (lacht).

Zu uns können Sie ganz offen sein!

Ich wollte gerade sagen … wenn die Kasse klingelt (lacht)! Aber so kapitalistisch lege ich es nicht an. Ich mache das oft ohne irgendeinen Auftrag oder Grund. Einfach, weil es mich interessiert, mir einen Spaß macht, oder weil ich mich dadurch herausgefordert fühle. Ich mache es nicht, um es zu verkaufen. Ich wundere mich oft, dass es überhaupt verkäuflich ist.

Sie zeigen in Ihren Landschaftsbildern die Natur in ihrer ursprünglichen Form. Ein Golfplatz gehört also nicht unbedingt zu den Motiven für ein Kunstwerk von Herbert Brandl. Könnten Sie sich so ein Bild vorstellen? Und wie würden Sie an die Sache herangehen?  

Ich würde gerne einen Golfplatz verwildern lassen und dann in dieser Wildnis spielen. Das sieht sicher irre aus, aber natürlich braucht der Golfplatz diese Künstlichkeit. Die gefällt mir, ehrlich gesagt, nicht so. Ich finde, das könnte man spannender gestalten. Auch in Gärten habe ich es lieber, wenn die Wiese nicht zu grün und nicht so gleichmäßig geschnitten ist.

Welche Ausstrahlung oder Faszination haben Berge bzw. Berggipfel für Sie? Und woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Bilder?

Ich steige mittlerweile selten auf Berggipfel. Ich sehe sie nur noch im Internet. Früher bin ich gern mit der Gondel auf eine möglichst hoch gelegene Liftstation gefahren und dort herumspaziert. Ich bin kein Bergsteiger in dem Sinn. Bei dem von mir gestalteten GOLF-REVUE-Cover sieht man, woher meine Faszination kommt: Mein Vater hat, bevor er gestorben ist, da war ich sechs Jahre alt, im Stiegenhaus auf die Wand so ein Matterhorn gezeichnet. Es ist noch immer da. Ein kleiner Bergsteiger ist seit über 50 Jahren auch dort befestigt. Das ist eigentlich mein Input.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf Ihre Arbeit ausgewirkt? Sind Sie zur Zeit aktiver? Oder hat sich bei Ihnen schon ein gewisser Lagerkoller eingeschlichen?

Ich habe einen gewissen Koller. Aber ich male noch keine Corona­viren (lacht). Kann ja passieren, dass man so wahnsinnig wird!

Auch seiner Heimat, dem Schilcherland, ist Herbert Brandl verbunden geblieben. Brandl ist in Bad Schwanberg aufgewachsen und wohnt und arbeitet nach wie vor in der Region am Fuße der Koralm. In seinem Haus/Atelier kann er seine kreative Ader voll ausleben und gleichzeitig die Leichtigkeit des Lebens im Schilcherland genießen. Die hier ansässige Rondell Gallery hat bereits erfolgreiche Ausstellungen mit Brandls Arbeiten durchgeführt und zeigt im Sommer 2021 eine Ausstellung mit Werken aus der Privatsammlung des Künstlers.

Hier schmeckt das Leben

Resch und fesch, pfiffig und munter, spritzig und gradlinig geht’s im Schilcherland durchs Leben. Denn die Menschen im Schilcherland wissen, was Freude und Vergnügen bereitet, was schmeckt, was berührt. Wer das Schilcherland Steiermark kennt, kommt immer wieder, denn es bietet allen Feinschmeckern einzigartige Geschmackserlebnisse. Die Produkte, die das Schilcherland hervorbringt, sind ebenso fruchtbar wie kostbar, und die Kulinarik genauso bekannt wie der Schilcher selbst. Speziell hier findet die einzigartige Rebsorte der Blauen Wildbacher Traube den richtigen Boden und das passende Klima zum Gedeihen.

Wein & Kulinarik für jeden Geschmack

Eines darf daher bei einem Besuch im Schilcherland auf keinen Fall fehlen: die Einkehr bei einer Buschenschank. Feines Geselchtes, luftiger Rohschinken, dazu steirisches Verhackerts, Kürbiskernaufstrich und Käferbohnensalat. Genuss auf dem Teller und natürlich im Glas, denn der facettenreiche Schilcher zeigt sich nicht nur hier als hervorragender Speisenbegleiter als Klassik, Frizzante oder Traubensaft. Dabei lässt sich das herrliche Ambiente der Weingärten einfach genießen. Wer will, kann sich bei den Buschenschänken und Weinbauern eine Portion Genuss aus dem Urlaub auch mit nach Hause nehmen. Viel zu entdecken gibt es nicht nur bei historischen Ausflugszielen, sondern auch bei den zahlreichen Hofläden und Genussmanufakturen rund um Schilcher und Kernöl. Die Schilcherland-Spezialitäten kann man auf schilcherland.at übrigens auch von zuhause aus erwerben

Bewegung & Kultur

Die Landschaft des Schilcherlands lädt zu jeder Jahreszeit zu einer Erkundungstour ein. Am besten geht das beim Genusswandern von St. Stefan bei Stainz über Stainz bis nach Deutschlandsberg und Frauental oder bei der Buschenschankwanderung in Bad Schwanberg und im Sulmtal. Auf den vielen Touren warten viele Gasthäuser, Bauernläden und Ausflugsziele, die zum Kosten und Verweilen einladen. Wer es lieber etwas rasanter mag, der kann die gleichen Wege auch mit dem Fahrrad zurücklegen. Zahlreiche E-Bike-Boxen bieten bei den Betrieben das perfekte Radservice. Übrigens befindet man sich im Schilcherland Steiermark auch auf historischem Kulturboden. Viele Museen, Ausstellungen und Denkmäler sind in der Region angesiedelt. Nirgendwo sonst findet man im ländlichen Raum eine so unglaubliche Dichte an kulturellen Angeboten – alles zwischen Tradition und Moderne. Mit Tradition und Bewusstsein für altes Brauchtum wird aber auch der neuen Kunst Raum geschaffen. Rund um Pfingsten lädt außerdem das Kulturfestival Schillern zu den Kunst.Kultur.Tagen ein, mit einem Potpourri an erlesenen Veranstaltungen.

Erholung, Gesundheit und Natur

Bad Schwanberg – „Der Markt mit Herz“ – steht für eine Landschaft, wie sie abwechslungsreicher nicht sein könnte und ist bekannt durch das besonders wirkungsvolle Hochmoor von Garanas auf 1.300 Metern Seehöhe (das höchstgelegene Heilmoorvorkommen Österreichs). Diese gesundheitliche Wunderwaffe der Natur wird seit nunmehr 45 Jahren im ausgebauten und modernisierten Heilmoorbad Schwanberg zu Therapiezwecken angewandt. Neben Moorpackungen und Moorbädern findet man in diesem Kurhotel die besten Bedingungen fürs eigene Wohlbefinden und alle Annehmlichkeiten eines führenden, steirischen Gesundheitshotels.

Ganz nach dem Motto „Aktiv sein – gesund bleiben“ kann die intakte, noch unverfälschte Natur auf den idyllischen Wander- und Spazierwegen rund um den Kurort erkundet werden. Hier kann man die Seele richtig baumeln lassen. Alltägliche Gegenstände in einzigartiger Ausführung für Haus und Garten findet man hingegen bei einem Besuch der Kunsthandwerkgalerie Lebensschmiede sowie der Antiquitätengreißlerei Brunner.

Ein alter Turm wurde zu neuem Leben erweckt

Der Eiskeller war den Einwohnern von Bad Schwanberg wohl bekannt – als Teil des Strall­egger-Anwesens im Ortskern. Im Zuge einer Revitalisierung wurde das geschichtsträchtige Objekt zu einem multifunktionalen Kultur- und Begegnungsraum ausgebaut.

Rondell lautet die signifikante Bezeichnung des Rundturms, der den historischen Kern des Kulturzentrums bildet. Er war Teil einer Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Später fand das Rondell als Eiskeller, u. a. für eine Fleischerei, nützliche Verwendung. In den folgenden Jahren geriet der Turm in Vergessenheit. Schließlich wurde der lokale Künstler Bruno Wildbach mit der Neugestaltung des schlummernden Juwels beauftragt. Im Mittelpunkt seines Architekturkonzeptes  steht das kulturhistorisch wertvolle Rondell als wichtiger Bezugspunkt zur Geschichte der Marktgemeinde Bad Schwanberg. Es verknüpft subtil den historischen Bestand mit den Anforderungen an eine zeitgemäße Nutzung.

Die neue „Rondell Gallery“ wurde im November 2014 feierlich mit einer Ausstellung von Bruno Wildbach eröffnet und damit würdevoll ihrer neuen Berufung überlassen. Die festlichen Räumlichkeiten finden heute auch als Standesamt regen Zuspruch, und ab und an fungieren sie als Geheimtipp für erlesene Kulturveranstaltungen.

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe zum Nachlesen im E-Paper Format:
GOLF REVUE Ausgabe 1/2021

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Fotos: Christian Jungwirth Schilcherland Steiermark / Nadine Geuter / Lupi Spuma  

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