Cover Story | Abschlag

Die Rivalität der Adler

Armin Kogler und Hubert Neuper im Golfherzen Tirols

Die Rivalität der Adler
Die Rivalität der Adler
Die Rivalität der Adler

Armin Kogler und Hubert Neuper teilen zwei große Leidenschaften: Die waghalsige Fliegerei gehört der Vergangenheit an, der Golfsport und der Genuss stehen mittlerweile im Fokus, die freundschaftliche Rivalität, die seit Kindheitstagen besteht, ist jedoch geblieben. Kleine Seitenhiebe gehören dabei zum guten Ton.

Sie sind beide Gründungsmitglieder des Golfparks Mieming, der heuer 25-JahreJubiläum feiert. Herr Kogler ist sogar Clubpräsident. Wie kam es dazu?

Armin Kogler: Wir hatten drei Jahre keinen Golfplatz, aber bereits einen Club mit 120 Mitgliedern. Wir  – auch Toni Innauer war u. a. Gründungsmitglied – wollten damals zeigen, dass hier Bedarf für einen Golfplatz herrscht. Es war eine große Herausforderung, aber auch eine große Errungenschaft. Jetzt sind aber alle sehr zufrieden. Es heißt immer: leben und leben lassen! Keiner hat durch den Golfplatz einen Nachteil. Golfspielen können wir ab März! Die Leute lachen immer, aber es heißt ja hier Sonnenplateau.

Und wie steht es um die persönliche Golfleidenschaft?

Kogler: Noch ungebrochen! Wobei bei mir der olympische Gedanke überwiegt. Früher war man noch Handicap-geil. Aber bei den ÖM in Zell am See hat man wieder gesehen, wir können eigentlich gar nicht golfen.

Beim Golf gelingt es aber auch uns Blindgängern, den Ball 200 Meter weit zu schlagen. Beim Skispringen kann ich dafür nicht einfach versuchen, 200 Meter runterzuspringen …

Hubert Neuper: Können tut man schon, aber das ist dann ein einmaliges Erlebnis (lacht)!

Kogler: Beim Golf kann auf einem Par 3 jeder ein Birdie spielen. Vom Anfänger bis zum Profi. Das geht natürlich nicht beim Skifahren oder Skispringen. Man kann auch die Hausbergkante nicht einfach Schuss runterfahren. Golf ist die einzige Sportart, da kann man noch mitreden.

Neuper: Für mich ist Golf ein perfekter Sport, weil er alles vereint. In unserem Alter ist es sinnlos, Sport im Sinne von immer besser und weiter – so wie wir das gelernt haben – zu betreiben. Es ist aber ganz wichtig, in Bewegung zu bleiben. Und die Kombination zwischen Dehnungsübungen in der Früh und den zehn Kilometern, die man auf einer Runde durchschnittlich zu Fuß geht, ist perfekt. Mein Problem ist wie bei fast allen Golfern, die später angefangen haben: die Erwartungshaltung ist viel, viel höher als das Können. Und das fordert einem immer wieder. Weil eine Unzufriedenheit entsteht. Diese Gier – man glaubt ja immer, man ist besser, als man wirklich spielt – abzulegen, ist eine große Herausforderung und eine gute Lebensschule. Wenn der beste Schlag ein Socket nach rechts ist, sollte man das akzeptieren und nicht mit hochrotem Kopf seinem Ego freien Lauf lassen. Aber ich habe die gleiche Begeisterung wie der Armin für den Golfsport.

Kogler: Wir sind Genussgolfer! Da gehört alles dazu: Golf zu spielen und mit einem gemütlichen Essen den Tag ausklingen zu lassen. Vor 20 Jahren sind wir noch nach Spanien geflogen – 18 Löcher waren uns viel zu wenig! Wir wollten noch einmal zumindest neun Löcher gehen. Das ist idiotisch. Man ist so deppert. Davon bin ich schon lange weg.

Neuper: Ich noch nicht ganz so, aber ich bin auch noch ein Jahr jünger als er (lacht).

Kogler: Es gab damals die Eagle Challenge, ein ganz honoriger Club! Aufnahmekriterium war Tournee oder Olympiasieg im Skispringen. Fünf Minuten vor der Tee Time war nie einer da. Die ersten zwei Löcher waren die reinste Katastrophe. Um das zu unterbinden, hat der Toni Innauer, unser „Psychologe“, einen Maßnahmenkatalog erstellt: Wer zu spät kommt, muss 100 Schilling zahlen, wer Schläger wirft, muss zahlen. Weil wir uns so aufgeregt haben. Wir wollten es einfach zu sehr. Hatten nicht die nötige Selbstdisziplin.

Neuper: Ja, eben die Erwartungshaltung. Aber ohne stundenlanges Training geht’s nicht, gerade in einer so technischen Sportart, wo du mit dem Verstand keine Chance hast, den Schwung zu steuern. Darum haben wir uns auf den Genuss konzentriert. Es gibt hier so viele wunderschöne, gut gepflegte Golfplätze, dass man das wirklich ausnutzen sollte. Und der Frust ist leichter ertragbar, weil alles andere passt, auch wenn das Golfspiel nicht passt. Und nur ganz selten gibt es einen roten Kopf. Wenn die Sonne heiß ist oder die Damen …

Kogler: Wobei: Mir gefällt es schon, in die Short Game Area hier in Mieming zu gehen und eine Stunde lang das kurze Spiel zu üben. Länger kann ich eh nicht, bevor mir das Kreuz wehtut. Aber da passiert etwas. Irgendwann bekomme ich das Gefühl, aber es ist sofort wieder weg.

Neuper: Es gibt Tage, da trifft man den Ball wirklich gut und hat ein gutes Gefühl und den Rhythmus gefunden – darum ist auch der kürzeste Golf-Witz „Ich kann’s!“ Ich habe einmal vor gut 20 Jahren in Zell am See gespielt, da war so ein Tag. Da habe ich mir gedacht: „Golf? Ist eh nicht so schwer.“ Ich erzähl das dem Armin in großer Ausführlichkeit, denn das war für uns immer wichtig, zu zeigen, wer der Bessere ist. Seit eh und je. Am nächsten Tag spielen wir gemeinsam, und ich spiele einen richtigen Topfen und brauche um die 115 Schläge. Ab dem dritten Loch hat er angefangen, nach jedem Schlag zu sagen: „Du spielst aber heute gut! Perfekt! Du hast den Rhythmus, da passt alles!“ Und ich dachte natürlich, das gibt es ja nicht, dass man sich so deppert anstellen kann, am Vortag weit unter seinem Handicap spielt und am nächsten Tag so weit weg ist. Also das ist Golf. Aber das hält uns auch dran. Meistens, wenn du schlecht spielst, sind die letzten zwei Schläge am 18. Loch wieder so gut, dass man sagt: nein, machen wir noch weiter, hauen wir die Schläger noch nicht weg!

Wann haben Sie mit dem Golfsport an – gefangen? Noch während der aktiven Karriere?

Kogler: Ja, das war noch in den 70er-Jahren …

Neuper: Nein, das war 1981! Ich weiß das deswegen so genau, weil es damals den Sporthilfe-Super-Zehnkampf gegeben hat. Und unser Alpiner Kollege Franz Klammer hat schon länger gespielt …

Kogler: Wir haben aber schon vorher mit unserem Schulkollegen Nils Stolzlechner (Anm.: ehem. US-Skispringer und Surfer) in Stams auf dem Fußballplatz gespielt!

Neuper: Stimmt, da haben wir das erste Mal draufgehaut! Da war uns aber noch nicht bewusst, dass man aus fünf Metern über einen acht Meter hohen Zaun spielen kann. Er hat uns das dann gezeigt. Aber beim Super-Zehnkampf gab es den Bewerb Golf-Zielschießen. Mit einem 7er-Eisen aus 100 Metern Entfernung. Wir haben halt wieder draufgehaut – Socket links, Socket rechts. Aber zum Schluss haben wir den Klammer geputzt, was ihn natürlich riesig aufgeregt hat, weil er ja schon davor immer wieder Golf gespielt hat. So hat es bei uns angefangen. Aber wir haben noch null Ahnung von Etikette gehabt, sind mit dem Kimono, also so einem Bademantel, den wir in Japan in einem Hotel mitgehen haben lassen, auf den Platz und haben den Ball jedes Mal aufgeteet, auch am Fairway! So wie man es aber mal gar nicht macht!

Kogler: Wir haben eigentlich keine Ahnung gehabt, was das im Grunde für ein Tabu ist. Heute ist das undenkbar.

Wie ist es um die Ernsthaftigkeit am Platz bestellt?

Kogler: Golf spielen wir nur im Zählwettspiel. Wir spielen kein Schönwettergolf. Da wird jeder Schlag gezählt. Es geht ja auch immer um etwas. Hier bei der Eingangstür steht ein toller Spruch: Beim Golf geht es nicht um Leben oder Tod – es geht um mehr (lacht)!

Und wer führt im privaten Duell? Kogler: Wenn ich das als Fraktionsältester sagen darf: einmal er, einmal ich. Das wird sich nicht ändern.

Neuper: Da kann er noch so einen Topfen zusammenspielen, wenn er mich sieht, geht die Form sofort nach oben. Und es ist nur eine Quälerei. Es hat sich aber in 14 Jahren nichts geändert.

Kogler: Der Hubert trainiert mehr, ist also noch ambitionierter.

Neuper: Ich muss! Du bist ja talentierter.

 
  • Die Halfway-Station Stöttlalm bot den perfekten Schauplatz für das GOLF REVUE-Interview.
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