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Golf statt Bühne

Keine Bühne?! (Noch) Kein Problem!

Golf statt Bühne
Golf statt Bühne
Golf statt Bühne

Serge Falck ist beruflich nicht nur auf eine Sache fokussiert, hat vorübergehend aber mehr Zeit zum Golfspielen. Anstatt sich aber über die Situation für Kunstschaffende aufzuregen, freut sich der Romy-Preisträger beim Treffen im GC SWARCO Amstetten lieber über die schönen Seiten des Lebens. Etwa eine Runde Golf auf den abwechslungsreichen Bahnen seines Heimatclubs.

Funktioniert Onlinekunst? Oder gilt nur „Live is live“?

Onlinekunst ist immer nur Ersatz. Eine Übergangsgeschichte. Vielleicht bin ich da altmodisch, aber der Livecharakter ist nicht zu ersetzen, sonst würden wir alle nur vor YouTube-Kanälen sitzen. Ich habe gar nicht überlegt, ob ich etwas kompensieren kann über soziale Kanäle. Außer ein paar Interviews, mehr nicht.

Film, TV, Theater, Kabarett, Sänger, Moderation, Intendant usw. – zahlreiche Projekte stehen bereits in deiner Vita. Was gefällt dir an deiner Arbeit besonders, was kommt als Nächstes?

Am meisten Freude machen mir das Proben und das gemeinsame Schreiben. Also der kreative Prozess in der Entstehung eines Projekts macht mir eigentlich am meisten Spaß. Demnächst stehen ein paar Dreharbeiten an, manche sind verschoben, andere fangen doch wieder an. Was sonst noch kommt? Vielleicht werde ich wieder mehr schreiben.

Applaus oder Auszeichnungen – was fühlt sich schöner an?

Eine Kollegin hat einmal etwas Passendes gesagt: Eigentlich hat man diesen Beruf nicht ausgewählt, um irgendwelche Medaillen oder Preise zu gewinnen, das gehört mehr zum Sport. Weil der Sport auch messbar ist. Da ist klar, wer ist weiter gehupft, schneller gefahren oder höher gesprungen. Ob man diesen oder jenen Preis bekommt, das ist nicht so wichtig. Auch Applaus ist schön. Aber das Wichtigste ist die Anerkennung von Kollegen, die man selber schätzt.

Was schätzt du am Golfsport besonders?

Diese Psychohygiene, möchte ich fast sagen: das Gehen in der Natur, das Konzentrieren auf diese blöde kleine weiße Kugel, um das Hirn freizubekommen in diesen drei, vier oder fünf Stunden. Und das Akzeptieren von Fehlern. Wenn ich im Bunker liege, denke ich mir, ich muss sowieso wieder Bunkerschläge üben – jede Lage ist zu üben. Zudem hat man bei dieser Sportart das starke Gefühl, obwohl man älter wird, kann man sich noch verbessern. Das geht beim Fußball nicht mehr! Daher bilde ich mir ein, dass ich heute Schläge mache, die ich vor 20 Jahren nicht geschafft habe. Sie sind selten, aber doch bereiten sie mir große Freude (lacht)! Diese kleinen Momente.

Worin liegt die Kunst des Golfspiels?

Das habe ich auch einmal Markus Brier gefragt. Die Kunst liegt darin, zu kämpfen, ohne zu verkrampfen. Fokussiert sein und ein Ziel haben, ohne dabei zu verkrampfen. Diese Gelassenheit ist es. Zu denken: Selbst wenn es schlecht läuft, werde ich es überleben. Eine Parallele zur Schauspielerei ist: Man hat so viel Zeit, sich gedanklich und innerlich auf einen Schlag vorzubereiten, um dann ruhig zu bleiben und im Moment den Flow zuzulassen. Ich bin jetzt kein guter Golfer, ich bin eher ein Bogey-Golfer. Aber ich bin ein Publikumsspieler, also wenn mir Leute zuschauen, kann ich mich um drei Prozent besser konzentrieren.

Was war dein schönstes Golf-Erlebnis?

Ich hatte mal Schluckauf und Sodbrennen gleichzeitig, und dabei ist mir ein Hole-in-one gelungen. Hier auf der elften Bahn. Schnupfen war ebenfalls dabei, und ich glaube, eine Biene hat mich auch noch gestochen (lacht). Alles gleichzeitig! Eigentlich bin ich schon zufrieden, wenn ich mit demselben Ball die Runde beende, mit dem ich sie begonnen habe. Das ist für mich ein gutes Zeichen.

GC SWARCO Amstetten-Ferschnitz
Gut Edla 18, 3325 Ferschnitz
www.golfclub-amstetten.at

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GOLF REVUE Ausgabe 2/2020

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Fotos: Sabine Klimpt

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