Cover Story | Abschlag

Sportskanone Gary Woodland

Gary Woodland ist durch seinen Sieg bei den US Open 2019 in einer elitären Gesellschaft angekommen – als einer von nur 13 Golfern, die in den letzten vier Jahren ein Major gewannen. Das Multisporttalent mit dem ausgeprägten Kämpferherz, das auf dem Golfplatz als „Bomber“ bekannt ist, wird aber auch als wahrer Sympathieträger geschätzt und hat ein Auge dafür, was wirklich wichtig ist. Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Sportskanone Gary Woodland
Sportskanone Gary Woodland
Sportskanone Gary Woodland

Golf statt Basketball

Der frisch gebackene US Open-Champion Gary Woodland träumte einst davon, in der National Basketball Association (NBA) groß aufzuspielen. Mit einem Basketball-Stipendium ausgestattet ging er aufs College, um sich dort das nötige Rüstzeug zu holen. Aber bereits nach seinem erstem College-Spiel musste er feststellen, dass es für ihn noch einen Plan B braucht. „Ich versenkte jeden Ball und hatte eine gute Übersicht, aber ich war nicht schnell genug, um in der Defensive zu bestehen“, sagte er einst zu ESPN.

Bereits auf der Highschool war neben Basketball (und sogar Baseball) auch Golf sein Metier. Nur um sich schneller in die Basketball-Mannschaft zu integrieren, lies er zum Start der College-Karriere die Golfschläger das erste Mal bewusst links liegen. Nach Ende der Saison und sieben Monaten ohne Golf sattelte das Multisporttalent aber endgültig auf ein Golfstipendium um. „Ich vermisste es sehr, also war der Übergang etwas einfacher.“

“Enscheidung wurde mir aufgezwungen”

Doch leicht machte er sich die Entscheidung nicht, selbst heute als einer der Topspieler der US PGA Tour sagt Woodland immer noch, dass die Entscheidung, Basketball zu verlassen, „sehr schwer“ fiel. „Der Schlusspunkt wurde mir richtig aufgezwungen“, gab Woodland nach seinem Sieg bei den US Open zu Protokoll. „Ich ging nach Washburn, um Basketball zu spielen, aber ich war überzeugt, dass ich auf Golf setzen kann, wenn es mit Basketball nicht klappt. Und diese Entscheidung wurde mir sehr schnell aufgezwungen. Ich habe in unserem ersten Spiel Kirk Hinrich (Anm.: 2003–2016 Profi in der NBA) bewacht und dachte, okay, ich muss etwas anderes finden, denn das wird nicht reichen. Ich war zweimaliger Staatsmeister, All-State, blah, blah, blah, aber das war ein anderes Level.“ Der Rest sei Geschichte.

Vom Rookie zum US Open Sieger

Eine Erfolgsgeschichte, um genau zu sein, die nun mit dem Sieg in Pebble Beach ihre Krönung erhielt. Pro wurde er im Jahr 2007. Seit seiner Rookie- Saison auf der PGA Tour (2009) hat Woodland vier Siege gefeiert und mehr als 25,5 Millionen Dollar Preisgeld gewonnen. Nur bei Major- Turnieren konnte der 35-Jährige bislang nicht wirklich mit den Besten mithalten. Lediglich zwei Top-Ten-Ergebnisse (T-6 PGA Championship 2018 und T-8 2019) in 30 Teilnahmen standen ihm vor seinem Triumph zu Buche. Wenig entgegenzuhalten hatte er bisher auch folgenden Statistiken: Bis zum Turnier in Pebble Beach waren bei Majors seine Auftritte in Schlussrunden wenig ruhmreich: Seit 2017 lag Woodland laut ESPN Stats & Information Research am Sonntag bei Major-Turnieren 14 über Par – gleichbedeutend mit dem 234. Platz von 236 Spielern. Und: Wenn Woodland nach 54 Löchern in Führung lag, was vor den US Open bereits sieben Mal der Fall war, konnte er noch nie den Sieg mit nach Hause nehmen. Somit haben sich auch bereits zehn zweite Plätze in seiner Vita angesammelt.

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