Cover Story | Abschlag

Bernd Wiesberger: #comebackstronger

Bernd Wiesberger ist hierzulande allen Sportfans ein Begriff. Mit seiner triumphalen Rückkehr auf die Siegerstraße festigt er aber auch international seinen Namen als Champion. Es war ein langer Weg, aber wahre Champions lassen sich bekanntlich nicht aufhalten und kommen stärker zurück.

Bernd Wiesberger: #comebackstronger
Bernd Wiesberger: #comebackstronger
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#comebackstronger

„Ich bin sehr dankbar für all die Hilfe und positiven Inputs, die ich bisher bekommen habe, und freue mich darauf, stärker als zuvor zurückzukommen!“, kündigte Bernd Wiesberger bereits kurz nach seiner Handgelenksverletzung über Social Media an, und wie es einen echten Champion nun mal auszeichnet, ließ er seinen Worten alsbald Taten folgen.

Dass es nicht einfach ist, nach einer langen Verletzungspause zurückzukommen und sofort wieder Woche für Woche auf Tour-Niveau zu spielen, musste aber auch Wiesberger zunächst akzeptieren: „Ich habe es mir einfacher vorgestellt, aber es ist ein guter Prozess, und ich bin bereit dafür.“ Die harte Arbeit in diesen Monaten galt vor allem „Dingen, die mein Spiel langfristig verbessern werden“. Schneller Erfolg stand also nicht an erster Stelle. Nur drei geschaffte Cuts bei den ersten neun Turnieren der Saison waren die Folge. Das größte Handicap war dabei das Putt-Spiel. Zwischenzeitlich nahm er mit 31,7 Putts pro Runde sogar Rang 196 von 198 Spielern in der offiziellen Putt-Statistik der European Tour ein. Von „Tee to Greeen“ zeigte er aber bereits, dass er zu den besten auf der Tour gehört.

Das Comeback nach der Zwangspause

Nachdem der 33-Jährige seinen Spielrhythmus auf der European Tour wieder aufgenommen hatte, brachten ihn die neuen Impulse – während seiner Zwangspause entschloss er sich zudem zur Trennung von Langzeitcaddy Shane Coeries, mit Jamie Lane, dem neuen Mann an seiner Seite, hat er nun aber einen Caddy, der weit mehr aktive Akzente setzt –, die harte Arbeit und sein eiserner Wille zur Freude Golf-Österreichs wieder auf die Siegerstraße zurück: Bei seinem 13. Antritt nach seinem Comeback schnappte er sich den Sieg beim EPT-Turnier in Dänemark. Auf den fünften Toursieg folgten umgehend weitere Erfolgsmeldungen. Ein zweiter Rang bei den Irish Open und das größte Karriere-Preisgeld sind schon eine Titelseite wert, stehen aber nun dennoch ein wenig im Schatten.

“Der Erfolg schmeckt noch viel süßer!”

Denn die Krönung des Comebacks und der endgültige Beweis seiner neuen Stärke folgten mit einer 61-iger Runde (seine bisher tiefste Runde auf der EPT) und dem anschließenden Triumph bei den Scottish Open eine Woche darauf. In einem mitreißenden Playoff gegen den Franzosen Benjamin Hebert reichte mit Glück ein Par auf dem dritten Extraloch – nach zwei vergebenen Siegeschancen seines Konkurrenten. Dabei hatte Wiesberger in vier Runden insgesamt 30 Birdies notieren können. Beide Turniere zählen zur Rolex Series (mit je sieben Millionen Euro dotierte Turniere der EPT) und locken in der Vorbereitung auf die British Open neben der europäischen Elite auch Topstars aus Übersee an. „Wenn man bedenkt, in welcher Situation ich letztes Jahr war, als ich nicht wusste, was als Nächstes passiert, schmeckt dieser Erfolg noch viel süßer“, so Wiesberger.

Die neue Statistik klingt deshalb so: Seit den Hero Indian Open (10. Antritt), hat Wiesberger stets die Top 20 im Visier und verfehlte sie nur einmal deutlich (British Masters). Zwei Siege, einmal Zweiter und ein weiteres Top-Ten-Ergebnis machten ihn zur zwischenzeitlichen Nummer eins im Race to Dubai – als ersten Österreicher überhaupt. Mit über 2,3 Millionen Euro Preisgeld hat er heuer zudem bereits mehr Geld überwiesen bekommen als in seiner bisher besten Saison (2016).

Rang 40 in der aktuellen Weltrangliste

Auch in der Weltrangliste ist er wieder in gewohnten Gefilden angekommen. Vor seinem Comeback-Sieg in Dänemark rutschte er bis auf Platz 389 ab und wurde erstmals seit 2010 nicht als bester rotweiß- roter Golfer geführt. Aktuell liegt er auf Rang 40. Bevor die Verletzung das Jahr 2018 vorzeitig beendete, hatten ihn einige auch bezüglich eines Ryder-Cup- Tickets auf der Rechnung. Jetzt, völlig genesen und mit Topergebnissen auf der Visitenkarte, ist Österreichs Aushängeschild wieder als potenzieller Kandidat einzustufen. Der Qualifikationsprozess startet aber leider erst mit der BMW Championship in Wentworth. Ein RC-Debüt wäre jedenfalls der nächste Meilenstein in seiner Karriere – und für den österreichischen Golfsport. Kapitän ist 2020 Padraig Harrington, gespielt wird in Whistling Straits, USA. Unverzichtbar kann er sich nur selber machen. Mit seinen bewährten Qualitäten vom Abschlag bis zum Grün, die ihn zu einem Top-50-Spieler der Welt gemacht haben, und neuen Reizen rund ums Grün ist er auf einem guten Weg. Ryder-Cup-Luft schnuppern konnte er 2018 in Paris zumindest schon als TV-Kommentator bei SKY.

Wir sagen Danke für die spannenden Stunden! Und hoffen auf noch mehr tolle Golf-Momente mit Bernd Wiesberger.

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