Cover Story | Abschlag

Shootingstar im Spotlight

2018 war das Jahr der Emma Spitz – mit dem Gewinn der Girls British Open in Nordirland und der Bronzemedaille bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires hat sie mit ihren 19 Jahren bereits österreichische Golfgeschichte geschrieben.

Shootingstar im Spotlight
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Shootingstar im Spotlight

Text: Claudio Honsal Fotos: Sabine Klimpt

2019 wird der sympathische und bescheidene Shootingstar des GC Schloss Schönborn seine künftige Karriere als Golfprofi in Angriff nehmen: Die aktuelle Nummer 20 der Amateur-Weltrangliste wird unter anderem nicht nur bei den British Open im Royal Portrush Golf Club und am US-Masters-Tournament im legendären Augusta teilnehmen, sondern auch ein Golf-Studium in den USA beginnen.

2018 ist es gut gelaufen. Mit dem Sieg in den British Open oder der Bronzemedaille bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires haben Sie heimische Golfgeschichte geschrieben. Emma Spitz Superstar?

Emma Spitz: “Na ja, selbst würde ich mich bestimmt nicht so bezeichnen. Vielleicht ein Shootingstar im Amateurgolf, aber im Golfsport generell sicherlich nicht. Ich mache das, was ich machen muss, um dort hinzukommen, wo ich hinkommen möchte, und das ist der Profisport an der Weltspitze. Ein weiter Weg!”

Der absolute Kick am Weg dorthin war sicherlich der Sieg bei den British Amateur Open im Vorjahr …

Emma Spitz: “Bestimmt ein wichtiges Highlight, aber das war, weil ich noch in der Klasse unter 18 war, und im April werde ich bereits 19. Es gab bis jetzt jedes Jahr so ein Highlight, davor war es der Nations Cup und davor die Italien Open. 2018 war natürlich ein spezielles, das sehr schlecht mit dem ersten Turnier in Spanien begonnen und mit der Bronzemedaille in Buenos Aires geendet hat – heuer war Spanien übrigens auch nicht mein bestes Turnier. Man kann also hoffen!”

Sie sind ja direkt gegenüber dem GC Schönborn aufgewachsen. War Ihre Golf-Karriere vorprogrammiert?

Emma Spitz: “Eigentlich gar nicht. Ich wohne hier seit meinem dritten Lebenstag, und das Interesse am Golfen begann erst, als ich acht Jahre alt war. Golf hatten wir in der Familie nie als Sport betrachtet. Wir sind zum Skifahren gegangen, haben Radtouren unternommen, und ich habe sehr viel Fußball und Eishockey gespielt. Freunde, die in Schönborn Mitglieder waren, haben mich überreden müssen, einen Schläger in die Hand zu nehmen. Was für mich anfangs eher langweilig und fad war, hat dann meine Begeisterung bei Schülercupturnieren ausgelöst – irgendwie hat man da auch erkannt, dass mir dieser Sport liegen könnte. Sportlich ehrgeizig war ich immer, aber von den Eltern in den Golfsport gedrängt wurde ich nie.”

Gibt es neben den bis zu acht Stunden Golftraining und dem Turnieralltag auch ein Privatleben? Mussten Sie auf viel verzichten?

Emma Spitz: “Ja, doch. Nur es fällt eben nicht so üppig aus, wenn man sechs Stunden am Platz trainiert und dann noch einige Stunden Fitness macht. Jede zweite Woche ist man in einem anderen Land, von dem man relativ wenig mitbekommt. Ich kenne es nicht anders und kann eben nur sehr selten mit Freunden in Wien Party machen. Ich gehe weiterhin im Winter Skilaufen, spiele Tennis und entspanne gerne bei TV-Serien. Ich darf mich nicht beschweren, denn ich habe mir mein Leben in dieser Form so selbst ausgesucht.”

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