Doc Wölbitsch: Der Slice [0]

Uli Wölbitsch, Headpro der Schwungwerkstatt im GC Stärk Linz, widment sich der Volkskrankheit Nummer Eins und zeigt Therapiemöglichkeiten.

Aus Golfrevue 01/2010
Produktion: Alex Kramel

slice, der [slıˉs]. Ein meist sehr ausufernder Rechtsdrall des Balls. Die Tücke ist, dass der Ball vorerst völlig unauffällig gerade startet, um dann hässlich abzubiegen. In den wenigsten Fällen ist er kontrollierbar, da ungewollt. Er landet oft in rechtsseitigen Hindernissen, Out oder einem Wald. Er zeigt sich meist in einer erhöhten Flugbahn und verkürzt die normale Flugweite des Balls. Diesem unerwünschten Effekt gehen oft grobe Schwungprobleme voraus. Er ist eine der häufigsten Krankheiten im Golfsport und sehr gefürchtet. Nicht zu verwechseln ist der Slice mit dem Fade, trotz ähnlicher Flugkurve ist der Fade ein erlernbarer oder angeborener Schlag, der bewusst eingesetzt werden kann.

Symptome für eine Erkrankung mit Slice:

1. Ein falscher Griff – der Slicegriff!
Ein kleiner Fehler mit großer Wirkung ist ein geöffneter Griff. Das heißt, die linke Hand am Griff ist zu weit nach links verdreht (Daumen zeigt zur linken Schulter). Dieser Griff führt beim Schlag zu einem Verkanten (Öffnen) der Schlagfläche und Anschneiden des Balles im Treffmoment, da die Handgelenke durch die Fliehkraft automatisch auf neutral stellen.

Die Medizin:
Greifen Sie den Schläger nicht vor dem Körper, sondern stehen Sie entspannt gerade und lassen die linke Hand natürlich neben dem Oberschenkel baumeln. Richten Sie Ihren Schläger zum Ziel aus und greifen Sie nun den Schläger seitlich neben dem Körper. Das garantiert, dass Sie beim Schlag – wenn sich die Handgelenke auspendeln – auch neutral zum Ball kommen. Kontrollieren Sie den Griff, indem Sie den Schläger anheben und die Schlagfläche kontrollieren. Der linke Daumen sollte zur rechten Schulter zeigen und die Schlagfläche muss dabei im rechten Winkel zum Ziel stehen.

2. Falsche Ausrichtung und Schwungkorrektur!
Ein ganz fatales Symptom ist eine falsche (geschlossene) Ausrichtung zum Ziel und die damit verbundene korrigierte Schwungebene. Man hat das Gefühl, man steht richtig zum Ziel und die Bälle fliegen aber trotzdem nach rechts. Somit versucht man die Schwungbahn zu sehr von außen nach innen zu korrigieren, um zum Ziel zu schwingen. Das geht oft einher mit blockierten Handgelenken (siehe nächstes Symptom) und führt zum Push-Slice (der Ball startet nach links und fliegt dann nach rechts), einer besonders starken Form des Slice.

Die Medizin:
Trainieren Sie Ihre Ausrichtung und die Zielwahrnehmung auf der Range, indem Sie einen Schläger oder eine Stange am Boden zum Ziel richten und Ihren Stand dann parallel ausrichten. Nun haben Sie die Zielrichtung. Zur Kontrolle der Schwungebene können Sie noch ein Hindernis (zum Beispiel einen Rangeball-Korb) leicht vor den Ball legen um zu verhindern, dass Sie zu sehr von außen nach innen schlagen. Eine weitere gute Ausrichthilfe, die Sie auf der Range aber auch auf dem Platz verwenden können, ist die Schrift auf Ihrem Ball. Oft ist auch eine Linie aufgedruckt, die Sie zum Ziel ausrichten und so kontrollieren können, ob Sie parallel zum Ziel stehen.

3. Wenig Release oder steife Handgelenke!
Oft blockiert man die Handgelenke durch das gewaltsame Korrigieren der Schwungebene, einen zu festen Griff oder weil man es einfach nicht schafft, die Unterarme im Schwung zu rotieren und der Release (das Überrollen der Unterarme, der Schläger überholt die Hände) kann nicht stattfinden. Dadurch wird wieder die Schlagfläche verkantet (geöffnet) und der Ball angeschnitten.

Die Medizin:
Öffnen Sie Ihren Griff zum „Splithand“-Griff (die Hände greifen in einem größeren Abstand den Griff) und schwingen Sie dann den Schläger. Sie werden sehen, dass Ihren Armen gar nichts anderes überbleibt, als den Release (die Überrollbewegung) auszuführen. Die Verschärfung ist die Übung mit geschlossenem Stand, was auch zu einem besseren Gleichgewicht führt. Versuchen Sie auch in dieser Situation ein paar Bälle zu schlagen. Gelingt Ihnen das, ist das ein guter Schritt in Richtung Release und Balance beim Golfschwung.

 


Ihr behandelnder Schwungdoktor/Alle Kassen:
Ulrich Wölbitsch

Head-Pro Schwungwerkstatt – GC Stärk Linz
Mobil: 0664/477 14 56

www.golf-staerk.at/schwungwerkstatt

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