Doc Waltman: Reverse Pivot [0]
Aus Golfrevue 6/2010,
Produktion: Alex Kramel
Eigentöich: reverse spine angle, der [riwörs_spein_ängl]. Daraus resultieren die unterschiedlichsten Komplikationen. Meist führt er aber zu einer umgekehrten Gewichtsverlagerung oder groben Balance Problemen. Dies wiederum führt zu geschaufelten oder extrem fett getroffenen Bälle. In allen Fällen nimmt man sich aber Dynamik aus dem Schwung und die fehlende Kraft bewirkt eine geringe Schlägerkopfgeschwindigkeit, in weiterer Folge geringe Weiten und hohen Streuverlust.

1. Linksneigung in der Ansprechposition
Nur Spitzensportler haben ein so exaktes Körpergefühl, dass sie trotz Höchstleistung wissen, wo sich ihre Körperteile zueinander befinden. Viele Golfer versuchen krampfhaft alle Körperebenen und Winkel parallel zu bringen. Durch unseren Golfgriff ist es aber schon vorgegeben, dass die Wirbelsäule einen gewissen Winkel haben muss. Wenn man nun versucht diesen auszugleichen, neigt sich das Rückgrat oft zu sehr zur linken Seite, was automatisch eine Gewichtsverlagerung bedeutet – zuerst im Aufschwung auf den linken Fuß und im Durchschwung nach rechts.
Die Medizin:
Zwingen Sie sich zu einer neuen Schwungvorbereitung. Greifen Sie mit geschlossenen Beinen zuerst den angehobenen Schläger mit der linken (oberen) Hand und legen dann die rechte dazu. Weichen Sie nicht der natürlichen Schulterneigung aus. Erst jetzt nehmen Sie einen breiten Stand ein, indem Sie zuerst den linken Fuß seitlich links stellen und erst dann den rechten. Jetzt setzen Sie den Schlägerkopf auf den Boden auf. Üben Sie diesen Drill am besten mit einem Spiegel, um Ihren Wirbelsäulenwinkel besser kontrollieren zu können.

2. Umgekehrte Gewichtsverlagerung
Versucht man zu krampfhaft seine Schwungebene stabil zu halten oder stimmt die Wirbelsäulen-Neigung im Setup nicht, so wird man im Aufschwung mit dem Gewicht über dem linken Fuß sein. Im Durchschwung verlagert sich automatisch das Gewicht nach rechts, dem klassischen „Reverse Pivot“. Stellen Sie sich einen Boxer vor. Wenn dieser einen Punch schlägt, muss die Dynamik nach vorne gehen, sonst verliert er nicht nur viel an Schlagkraft, sondern auch das Gleichgewicht.
Die Medizin:
Dazu gibt es gleich zwei sehr gute Übungen: Einerseits den Baseball-Drill. Ausgangsposition ist ein Stand mit geschlossenen Beinen. Der Schlägerkopf startet im Aufschwung nicht neutral am Boden, sondern ein wenig weiter vorne außen. Im Rückschwung wird nun der linke Fuß zuerst nach außen gestellt und dann folgt der Durchschwung. Eine zweite gute Übung ist das flache Werfen eines Steins über die Wasseroberfläche. Ausholen und Schritt nach vorne in Wurfrichtung. Stimmen dabei der Winkel und die Gewichtsverlagerung nicht, wird der Stein entweder zu schnell im Wasser versinken oder zu weit in die Luft geschleudert.

3. Gekippte Drehebene der Hüfte!
Ein weiteres Problem bei einer reversiblen Gewichtsverlagerung: Die Hüfte dreht nicht parallel zum Oberkörper. Viele Golfer versuchen auch die Hüfte zu ruhig zu halten und so eine falsche Spannung aufzubauen. Im optimalen Fall schwingt die Hüfte in einer Ebene zum Boden zurück. Dabei sollten die Knie relativ stabil bleiben und nicht überstrecken.
Die Medizin:
Stellen Sie sich wieder mit geschlossenen Beinen in Ansprechposition. Machen Sie nun Schwünge aus diesem Stand. Dabei sollte die Hüfte rück- und durchschwingen, die Knie bleiben aber zusammen und überstrecken nicht gegengleich. Diese Übung verhilft gleichzeitig zu einem besseren Balancegefühl.

Ihr Schwungdoktor/Alle Kassen: Steven Waltman
Head-Pro Golfclub Reit im Winkl. Mitglied der PGA of Austria und PGA Südafrika und hat mit der GP1- Qualifikation die höchstmögliche Graduierungsstufe erreicht. Tel: +43/676/382 01 13, www.gcreit.de





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