Paragolfer Thomas Geierspichler [0]

Thomas Geierspichler, Para-Olympiasieger und Weltrekordhalter im Rollstuhlfahren, ist seit heuer begeisterter Golfer. Im VideoBlog spricht er anlässlich der Paragolf EM – vom 1. bis 5. Oktober im GC Zell am See – offen über seine Läuterung: „Ich dachte immer, Golf sei ein Sport für Schnösel“.

Am 4. April 1994 verunglückte Thomas Geierspichler (Foto, © GEPA pictures) auf dem Heimweg aus einer Diskothek als Beifahrer eines Freundes. Nach zwei Monaten im Rehabilitationszentrum erfuhr er, dass er von der Hüfte an abwärts gelähmt sein würde. Er bildete sich einen neuen Freundeskreis und bekam Drogen- und Alkoholprobleme. Im Jahre 1997 zu Silvester hörte er mit dem Rauchen, Trinken und Drogenkonsum auf.

Anfang 1998 lernte Geierspichler einen Rennrollstuhlfahrer kennen und bekam die Möglichkeit, an einem Trainingscamp teil zu nehmen. Angetrieben von seinem Motto „Alles ist möglich dem, der glaubt.“ kämpfte er sich binnen kürzester Zeit an die Weltspitze des Rennrollstuhlfahrens und holte bereits bei den Paralympischen Spielen in Sydney 2000 überraschend die Bronzemedaille.

Inzwischen wurde er fünfmal Weltmeister, sechsmal Europameister und ist Paralympicssieger über 1500 Meter und im Marathon, wo er auch den Weltrekord hält. Je einmal war er Gesamtsieger der Worldseries, der Swisseries und der America Series.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Thomas Geierspichler

 

Hier geht es zur Vorschau auf die Paragolf-EM vom 1.–5. Oktober im GC Zell am See

 

Vom Golf-Skeptiker zum Rookie

Thomas Geierspichler sieht sich selbst als „wilden Hund“, der Golf immer als Schnöselsport belächtelt und abgetan hat. Seit seiner ersten Begegnung mit diesem Sport auf einer Driving Range in Rif (nahe seiner Wohnung) macht es sprichtwörtlich „Klick“ – und seitdem ist der passionierter Golfer, soweit es sein umfangreiches Sport- und Promotion-Tourprogramm für den Behindertensport zulässt. Er überlegt sogar, sich im Garten eine Driving Range zu bauen…

Thomas Geierspichler: „Als ich zum ersten Mal einen Golfschläger in die Hand getaped bekam (beim Schwingen wäre der Schläger sonst aus der Hand gerutscht, Anm.) hat es relativ schnell funktioniert, dass die Bälle 50, 80 und bis zu 150 Meter weit geflogen sind. Das war voll das geile Gefühl! Ich hab wirklich vergessen, dass ich zwei bis drei Stunden im PowerGolfer stand (Stehen ist für Querschnittgelähmte wichtig aber sehr anstrengend, Anm.) und habe dabei voll abschalten können.“

 

 

 

 

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