Scoresaver: Claude Grenier [0]

Gerade zu Saisonbeginn, aber auch im Sommer kommt es auf den Spielbahnen immer wieder zu Kahlstellen. Harter Boden bedarf spezieller Tricks, um die gefürchteten „Preller“ zu vermeiden und den Ball nicht quer über die Fairways zu toppen.

1. Kahle stelle am Fairway: langer Schlag
Der Abschlag Mitte Fairway und doch bleibt die Kugel auf einer Kahlstelle liegen. Diese Ärgernisse entstehen entweder witterungsbedingt oder durch einen übermähten und gewalzten Maulwurfshügel. So es nicht eine Sonderplatzregel besagt, muss der Ball gespielt werden, wie er liegt. Es ist zu befürchten, dass der Schläger im Treffmoment vom harten Boden abprallt. Die Folge ist meist ein getoppter Ball, der unkontrolliert über den Platz schießt.

Der Tipp Unseres Teaching-Gurus:
Wichtig ist auf hartem Untergrund, dass der Ball sauber getroffen wird bevor der Schläger den Boden berührt. Dafür ist es ratsam die Ballposition mehr Richtung rechten Fuß (bei Linkshändern natürlich der Linke) zu bringen. Der Schwung sollte konsequent und steil Richtung Boden erfolgen. Fürchten Sie sich nicht vor Bodenkontakt und ziehen Sie die Hände nicht an. Durch die Ballposition weiter hinten ändert sich aber auch der Loft des Schlägers. Aus einem Eisen 8 wird dann etwa ein Eisen 7. Sie müssen das in Ihrer Schlagplanung beachten und daher einen Schläger weniger nehmen. Außerdem wird der Ballflug flacher und rollt weiter aus.

2. Rund und ums Grün
Bei hartem Untergrund im kurzen Spiel ist viel Kreativität gefragt. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen, ob man zu einer lang gesteckten Fahne spielt und viel Grün vor sich hat, oder ob man zum Beispiel hoch über ein Hindernis auf eine kurze Fahne spielt.

Der Tipp Unseres Teaching-Gurus:
Bei einem Schlag auf die lang gesteckte Fahne ist es ratsam, den Ball eher flach zu halten und mehr Roll zu erzeugen. Ich nehme je nach Situation entweder ein langes Eisen, ein kleines Holz oder gleich den Putter. Wobei ich den Schlag mit dem Putter als Chip, also mit mehr Handgelenkseinsatz spiele, um mehr Dynamik auf den Ball zu bekommen. Bei einem hohen Schlag über ein Hindernis ist besondere Kreativität gefragt. Wenn zum Beispiel die Bunkerlippe nicht allzu hoch und der Sand eher hart ist, versuche ich schon mal einen Schlag, bei dem ich den Ball durch den Bunker rollen lasse. Eine Alternative ist, den Ball nicht Richtung Fahne, sondern rund ums Hindernis zu spielen und einen Zweiputt in Kauf zu nehmen. Sollte man trotzdem den hohen Schlag mit einem Lobwedge versuchen, darf man auf keinen Fall die Schlagfläche öffnen, da dann der Bounce (der Winkel zwischen Schlägersohle und Boden) zu groß wird und man den Ball nahe dem Äquator trifft – Toppgefahr. Also den Schläger neutral bis leicht geschlossen halten und im Stand den Ball zum hinteren Fuß bringen, um den Bounce zu reduzieren und so leichter unter den Ball zu kommen. Der Schlag sollte mit weichen Händen und konsequent ausgeführt werden. Vertrauen Sie auf den Loft des Schlägers, der den Ball steigen lässt. Versuchen Sie nicht zu Schaufeln.

3: Ball liegt auf einem Weg
Oft kommt es vor, dass ein Schlag abseits des Fairways auf einem Weg zum Liegen kommt. Sollte es nicht möglich sein, den Ball  zu droppen, da man entweder näher zur Fahne oder in eine noch schlechtere Lage (z.B. Gebüsch) droppen müsste, ist es ratsam, den Ball vom Weg zu spielen.

Der tipp Unseres Teaching-Gurus:
Für einen Schlag vom Weg gilt, wie bei allen harten Untergründen, den Ball weiter hinten im Stand zu spielen. Einen Schläger mit wenig Bounce wählen und wie am Fairway zu bedenken, eher mehr Loft, also eine Schlägerzahl kürzer zu greifen. Nun sollte der Ball mit normalem Schwung konsequent geschlagen werden. Versuchen Sie keine Experimente wie zum Beispiel die Hände extrem vor den Ball zu bringen. Durch die Balllage in der Ansprechposition passiert das von selbst. Bei harten Lagen ist es wichtig, den Ball sauber und vor einem Bodenkontakt zu treffen.

 

Der golfrevue Teaching-Guru
Claude Grenier,
Golfschule Ebreichsdorf
Tel: +43 (0)2254/738 88 oder mobil unter 0664/25 33 567
www.gcebreichsdorf.at , www.grenier.at

 

Aus der Golfrevue 1/2011 – Fotos: Alex Kramel

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