Doc Huw: Der Shank [0]
Aus Golfrevue 7/2010, Produktion: Alex Kraml
Shank, der [schä:nk]; Dieses Leiden kommt aus dem Nichts und kann ohne Vorzeichen auftauchen. Beim Socket trifft man den Ball mit der Ferse, der Innenseite des Schlägerkopfes. Die grausamen Folgen sind ein scharf nach rechts (bei Rechtshändern) abbiegender, völlig unkontrollierbar Ball. So schnell wie ein Socket kommt, so schnell kann er auch wieder weg sein… oder auch nicht. Das Schlimmste ist die Angst vor dem wiederholten Auftreten. Wie die meisten Krankheiten im Golf, hat auch der Socket mit einem Verlust der Balance oder einem Verlagern der Schwungebenen zu tun. Ursachen für einen Socket gibt es ungefähr genauso viele, wie es Möglichkeiten gibt, seinen Ball zu verlieren.

1. Outside-In durch Schulterwurf!
Der Abschwung wird oft zu sehr mit der rechten Schulter eingeleitet, die eine Vorwärtsbewegung beschreibt; die rechte Schulter dreht sich zum Ziel. Das bewirkt, dass die Schwungebene des Schlägers die Bahn des Aufschwungs verliert und von weit außerhalb der Schwungebene nach innen geschwungen wird.
Die Medizin:
Nehmen Sie einen Impact-Bag oder ähnliches (z.B. eine alte Schuhschachtel) und platzieren Sie diese so, dass bei optimaler Schwungebene daran vorbei geschwungen werden muss. Kommt der Schläger, nach der falschen Drehung mit dem Oberkörper jedoch zu weit von außen, wird dieses Hindernis getroffen. So zwingen Sie sich, eine neutralere Schwungebene einzuhalten. Folge: Die Schulterdrehung wird nicht so extrem abweichen.
2. Inside-Out durch nicht-parallele Schwungebenen!
Stellen Sie sich die Bewegung, die Ihre Schultern und Hüften
beschreiben, als Scheibe vor. Diese Scheiben sollten parallel zueinander rotieren, sonst kommt es zu einem imaginären Verkannten. Meist beschreibt dabei die Schulterpartie eine Aufwärtsbewegung, was wiederum den Schlägerkopf zu sehr von innen nach außen schwingen lässt. Dadurch kommt man auch zu nahe an den Ball und dieser wird mit der Ferse oder Hosel getroffen – ein Socket!
Die Medizin:
Beginnen Sie jede Trainingseinheit mit einer Kontrolle Ihrer Schwung¬ebenen. Diese können und sollten Sie auch zwischendurch checken. Dazu nehmen Sie einen Schläger mit dem Schaft vor die Brust und halten diesen mit gekreuzten Händen fest. Schlägerkopf und Griff beschreiben nun Ihre Schwungbahn, die sich so gut kontrollieren lässt. Dabei sollte der Schläger im Auf- und Durchschwung immer, der Wirbelsäulenneigung entsprechend, vor Ihnen auf den Boden zeigen.

3. Verlust der Wirbelsäulen-Neigung!
Ihre Wirbelsäule ist die Achse, um die herum der ganze Schwung funktioniert. Wenn sich der Winkel dieser Achse während des Schwungs verändert, ist es sehr schwierig, den Schlägerkopf zu seiner Ausgangsposition, dem Ball, zurück zu bringen. Wenn Sie sich im Schwung etwas aufrichten, kommt man plötzlich näher zum Ball als in der Ansprechposition und der Schlägerkopf wird sich auch dementsprechend bewegen: Man trifft den Ball wieder mit dem Hosel – ein Socket oder Shank
ist die Folge.
Die Medizin:
Stecken Sie auf der Range einen alten Schaft, einen Stock oder ähnliches so in die Erde, dass Sie diesen in der Ansprechposition mit dem Gesäß berühren. Versuchen Sie nun, diesen Kontakt beim Schlagen nicht zu verlieren, also Ihre Wirbelsäulen-Neigung nicht zu verändern.

Ihr Schwungdoktor/Alle Kassen: Huw Thomas
PGA Pro, Golfschule Gut Altentann
Tel: 0664/327 15 90
www.gutaltentann.com





Kommentare