414 GC Kremstal [0]

AUSGEGORENE PLÄNE – Günter Obermayr hat mit seinem Golfresort Kremstal den Wandel vom elterlichen Agrarbetrieb zur Golfanlage mustergültig vollzogen. Seit der Eröffnung des 18-Loch-Meisterschaftsplatzes ist der Club mit 27 Löchern in die österreichische Oberliga auf­gestiegen. Die herzliche Gastfreundschaft, das Streben nach Unabhängigkeit und die Liebe zum Schnapsbrennen hat sich die Familie behalten.

(aus GR 3/2009)

27 starke Löcher und eine traumhafte Aussicht auf das Alpenvorland: das Golfresort Kremstal wird auch mit den Übernachtungsmöglichkeiten seinem Namen gerecht.

Erst nachdem wir uns ein wenig ­kennen gelernt haben, führen mich ­Vater und Sohn, Georg und Günter Obermayr, die Herren über das Golfresort Kremstal in ihr Allerheiligstes, den Schnapskeller. Das alte Gemäuer des Vierkanters hat den fetten, reifen Geruch der fruchtigen Essenzen über Jahrhunderte aufgesogen und bietet so ein reichhaltiges olfaktorisches Potpourri, dem man sich nur schwer entziehen kann. Einen Stock höher wurde das Gehöft zum Clubhaus und Restaurant um­gebaut, zum Zentrum der Anlage.

Das Herzstück der Schnapsproduktion ist ein überraschend kleiner Kessel, darunter ei­ne Feuerstelle, darüber seltsame Apparaturen, durch Metallrohre miteinander verbunden. Die Magie der Destillation geschieht unter hohem Druck, also sind die Schweißnähte fest und die Wandstärken der gebürsteten Oberflächen dick. „Mein neuer Kupferkatalysator erspart mir einen ganzen Arbeitsschritt“, erklärt ­Georg Obermayr, Präsident des Golfresorts Kremstal und Altbauer am Bergergut, das wiederum als Namensgeber des 18-Loch-Meisterschaftsplatzes dient.

Die Führung findet ihr Finale im liebevoll gestalteten Verkostungszimmer. Wie in einer Bibliothek lagern hier die hochprozentigen Schätze. Während in einer Ecke mundgeblase­ne Zierflaschen auf Turniersieger honoriger Wettspiele warten, stehen gegenüber, dicht an dicht, große Doppelliterflaschen mit glasklarem Obstler. Das gehäkelte Tischtuch wird von einer durchsichtigen Plastikfolie geschützt.

Die Gastgeber schenken ein paar Stamperln ein, setzen sich und beginnen zu ­erzählen. „Mit dem Schnaps ist es wie mit einem Golfplatz“, sagt Georg Obermayr, „wirklich gut wird er erst mit den Jahren. Am liebsten ist mir mein Birnenschnaps. Der reift sieben Jahre im Eichenfass, bis ich ihn abfülle, deswegen die gelbliche ­Färbung.“ Dass die Obermayrs Schnaps brennen können, bestätigen alle, die sich mit den Essenzen beschäftigt haben. Auch die Reifung ­ihres Golfplatzes haben Vater und Sohn fachmännisch vollzogen.

Als zu Beginn der 1990er-Jahre Günter Obermayr von seinem Vater die Verant­wortung über den prächtigen Hof übernimmt, ist für den studierten Landwirt klar, dass er neue Geschäftsfelder erschließen muss. Jahrelang war er als Skilehrer und Hüttenpächter im Wintertourismus tätig, und nun will er eine Sportanlage auf seinem Grund errichten. Golf kündigt sich als „the next big thing“ an, und so eröffnet 1990 der erste – in Eigenregie umgesetzte – Public-Course am Sonnenhang über dem Kremstal. „Wir waren damals richtig fanatisch. Mich und meine Freunde konnte nichts aufhalten, unsere Golfrunden zu drehen“, erinnert sich Günter Obermayr an die ­Pionierzeit.

Echte Werte
Mit unbändigem Fleiß und viel Herzblut entwickelt sich das mutige Projekt zum Erfolg. 1993 erfolgt die Aufnahme in den ÖGV, drei Jahre später wird auf 18 Löcher ausgebaut. Seit 2003 bietet das Golfresort Kremstal 27 Löcher – praktisch, weil für Mitglieder und Greenfee­gäste bei großen Turnieren immer 9 Löcher geöffnet sind. „Natürlich waren anfangs viele skeptisch, aber wir haben gut gewirtschaftet. Bis heute konnte ich so meinen Grundbesitz verdoppeln. Wir haben den Nachbarhof, den Stammsitz der Familie meines Vaters, dazugekauft. Das sind Werte, die alle verstehen“, schildert Günter Obermayr das ­Leben als Golfplatzbetreiber.

Die großzügige Anlage gliedert sich in den 9-Loch-Kurs „Scherndlgut“ (Par 70, 5.226 Meter) und den Meisterschaftsplatz „Bergergut“. (Par 72, 6.257 Meter). Die einfachere „Scherndlgut“-Runde profitiert von der ­günstigen Lage Richtung Süden. Die Saison ­beginnt früh im Jahr und reicht bis weit in den Spätherbst. Vom Layout des alten Public-Courses ist nur noch für Golfer der ersten Stunde etwas zu erkennen. Die 18-Loch-„Bergergut“-Runde erstreckt sich völlig eben über die erhabene Hochfläche. Jeweils neun Löcher führen in einen Winkel der Anlage, um von dort wieder zielstrebig zum Ausgangspunkt zurückzuführen. Uninspiriertes Routing mit nebeneinander aufgereihten ­Löchern bleibt somit aus.

Viele Stellen des Golfresorts Kremstal ermöglichen einen atemberaubenden Blick in das Alpenvorland und die Kalkalpen. Dabei ­wirken die Linien der Bergrücken und Wald- und Wiesengrenzen so harmonisch, als ­wären sie der Fantasie eines Malers entsprungen.
In den Senken schlängeln sich lustig wasserreiche Bäche und Flüsse. Immer wieder lugen verstreute Vierkanter und Kirchlein aus dem grünen Meer hervor. Dank der exponierten Lage, mit dem ­Horizont auf Bunkerkanten-Höhe, fühlt sich eine Runde an wie ein Panoramaflug über das Alpenvorland. Alpinisten erkennen ­Gipfelklassiker vom Großen Priel über den Dachstein bis zum Traunstein. Vor allem bei Föhn, wenn der Südwind den Dunst verbläst, scheinen die schroffen Felsen zum Greifen nahe. Bei bester Fernsicht sollen sogar die Gipfelkreuze erkennbar sein.

Mehr Zeit verbringen
Eine Landschaft, so schön, und eine Lage, so erhaben, dass man länger bleiben möchte. Im uralten Gewölbe des Stammhauses befindet sich das vorzüg­liche Restaurant. Bei gutem Wetter lassen die Gäste ihre Runde auf der großzügigen Terrasse neben dem Puttinggrün ausklingen. Wer mehrere Tage im Golfresort verbringen oder sich für länger niederlassen will, für den hat Günter Obermayr mit seinen Ferien­häusern und Appartements entsprechende Möglichkeiten geschaffen. Neben der ­Dri­ving-Range gruppiert sich ein kleines ­Feriendorf um den zentralen Badeteich. ­Tolle Packages beinhalten Greenfee und Übernachtungen in den Komfortzimmern und Appartements, was sich in mehrfacher Weise als vorteilhaft erweisen kann. Speziell nach einer Führung durch den Schnapskeller.

 

Adresse:
Am Golfplatz 1, 4531 Kematen/Krems
Telefon:
+43 7228/76 44-0
Fax:
+43 7228/76 44-7
Email:
info@golfresort-kremstal.at
Webseite:
www.golfresort-kremstal.at
Präsident(in):
Günter Obermayr
Manager(in):
Günter Obermayr
Sekretariat:
Sabine Mitterbaur
Platzname:
Kurs A+B
Öffentlich:
nein
Loch:
18 Loch
Par:
72
Länge:
5044 bis 5872 m
CR Gelb:
70,6
CR Rot:
71,6
Slope Gelb:
125
Slope Rot:
125

Übungsanlage
 
Beheizte Range:
nein

Greenfee:
 
Art:
18-Loch-Fee
Greenfee:
Fr 12 Uhr–So 15 Uhr, Fei €80,–
So 15.10 Uhr–Fr 11.50 Uhr € 70,–
Gebühren:

Kinder bis 18 Jahre € 15,–
Jugendliche bis 25 Jahre 50 %

Nur Rangefee:
€ 8,–

Golfschule:
ja
Name:
Golfschule Werner Stöckl
Telefon:
+43 676/880 764 03
Email:
office@golfservice.at
Internet:
www.golfresort-kremstal.at
Headpro:

Werner Stöckl
25 Minuten € 28,–

Pro:

Christoph Schreiner, Herbert Karl
25 Minuten € 28,–

PE-Kurs:
2-tägig. SA+SO von 9-13 Uhr (ab € 79,-)
TE-Kurs:
€ 149,-
Golfschnuppern:
ja
Datenstand: 2016-05-17

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