Davies-Cup in Föhrenwald [0]
Larua Davies gewinnt die UNIQA Ladies Open 2010, sichert sich ihren dritten Titel in Föhrenwald und der 75. ihrer Karriere. Die österreichische Amateurin Marina Stütz (-4) wird hervorragende 15. und Stefanie Michl (-3) 20.

Die Ausgangssituation am Finaltag könnte kaum spannender sein: Die Führende Melissa Reid (-10) geht mit nur einem Schlag Vorsprung auf ihre engste Verfolgerin Laura Davies (-9) in die Finalrunde. Mit im Flight die Holländerin Christel Boeljon (-8). Nach dem “obligatorischen” Birdie von Davies auf Loch 1 und einem Bogey von Reid auf Loch 2 sind die Vorzeichen schnell getauscht. Die Holländerin erwischt einen denkbar schlechten Start, liegt nach drei Löchern schon 4 über Par für den Tag. Doch auch Laura Davies zeigt Schwächen – vor allem auf den Par 3s, wo sie auf den Löchern 6, 10 und 16 ein Bogey kassiert. Die Französin Virginie Lagoutte-Clement geht nach einem Birdie-Lauf auf Loch 18 als Führende (-10) ins Clubhaus.
Krimi auf der 18
Während die Zuseher auf der Tribüne applaudieren schlägt Davies – nach ihrem Dreiputt-Bogey – nur wenige Meter entfernt auf der 17 ab. Sie liegt nun mit Reid und Lagoutte-Clement gleichauf. Auf der 17 spielen Davies und Reid Par. Ein Birdie auf der 18 für eine der beiden bedeutet den Sieg – und die Chance ist realistisch, schließlich ist das Par 5 für beide mit dem zweiten Schlag erreichbar. Dass Laura Davies auf diesem Loch im Vorjahr mit zwei Wasserbällen das Stechen um den Sieg verlohr und dass sie auch gestern wieder im Wasser landete, macht die Sache um einiges spannender.
Doch keine von beiden landet im Wasser, im Gegenteil: beide liegen hinter dem Grün im selben Bunker. Von dort gelingt Davies der wesentlich bessere Schlag, rund zwei Meter zur Fahne. Und während Reid mit einem Dreiputt nicht nur den möglichen Sieg, sondern sogar noch Platz 2 verspielt, um mit Alison Walshe (USA) am geteilten dritten Rang zu landen, locht Laura Davies den Birdieputt und holt sich nicht nur tosenden Applaus von der Tribüne, sondern den dritten Titel bei den UNIQA Austrian Ladies Open (nach 2007 und 2008) und 30.000 € Preisgeld.

Übrigens: Nach der Siegerehrung nimmt Davies die Taufe, des nach ihr benannten Sees (mit einer Flasche Whiskey) vor: “Lauras Lake”
Stütz bringt famosen 15. Platz ins Clubhaus
Die eigentliche Sensation des Turniers, die nach Runde 1 führende Amateurin Marina Stütz, hatte am dritten Tag Schwierigkeiten, sich auf die Grüns einzustellen. Nach Bogey und Doppelbogey auf Loch 2 und 3 fand sie aber in ihr Spiel und kämpfte sich zurück: Birdie auf Loch 5 und sehr gute, leider ungenützte Chancen auf der 6 und 9. Auf der 15 locht sie fast zum Eagle, es wird ein Tap-in-Birdie. Bei starkem Wind und vor einer großen Besucherschar legt sie auf dem heiklen Par 3 Nummer 16 den Ball einen Meter zum Stock: “Als die Zuseher applaudierten, bekam ich Gänsehaut!”, gesteht sie später bei der Siegerehrung, wo sie den Pokal für die beste Amateurin entgegen nimmt. Der Putt fällt leider nicht. Auf der 17 muss die Oberösterreicherin, die für den GC Kitzbühel spielt, ein Bogey einstecken, dass sie mit einem Birdie auf der 18 noch zur finalen 74er-Runde korrigiert. Mit dem Endscore von -4 landet sie auf dem geteilten 15. Platz – die beste Platzierung einer Amateurin bei den UNIQA Austrian Ladies Open!

Ihre Heimreise tritt “Minni”, wie sie von ihren Freunden genannt wird, stilecht im eigenen Mini Cooper an – vor zwei Wochen machte sie den Führerschein. Gratulation! Ihr Trainer, Clemens Prader, ist zum Finaltag extra aus Kitzbühel angereist und streut seinem Schützling stolz Rosen:
“Wir haben viel am Putten gearbeitet und vor allem am Chippen. Sie hat jetzt wirklich keine Schwächen mehr. Wenn, dann ist es die mangelnde Routine, die ihr einen Strich durch ein noch besseres Ergebnis gemacht hat.”
Die zweite Österreicherin im Cut, Stefanie Michl, ist mit Platz 20 “zufrieden”
Am Vortag noch von einem Hexenschuss beeinträchtigt, kann Steffi Michl am Finaltag wieder befreit aufspielen und eröffnet gleich mit einem Birdie. Danach folgen drei Bogeys auf den Löchern 3, 4 und 6 nach Problemen vom Tee, zum Beispiel auf Loch 4, wo sie ihren Ball links in den Hang schlägt und mit Strafschlag droppen muss. Ein Birdie auf der 9 sowie ein weiteres auf Loch 12 bringen Auftrieb, bevor zwei Bogeys auf der 14 und 16 (zwei Par 3) die Aufholjagd wieder zunichte machen. Ein finales Birdie auf der 18 sorgt für den Endstand von -3, der den geteilten 20. Platz und 2.633 € einbringt. “Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden”, so das Resüme der Steirerin.

Endstand
1 Laura Davies (ENG) -11/205 (70/65/70) 30.000 €
2 Virginie Lagoutte-Clement (FRA) -10/206 (71/67/68) 20.300 €
3 Alison Walshe (USA) -9/207 (71/69/67) 12.400 €
Melissa Reid (ENG) -9/207 (67/67/73) 12.400 €
5 Nikki Garrett (AUS) -8/208 (66/71/71) 8.480 €
Die Österreicherinnen im Cut:
T15 Marina Stütz (Am, AUT) -4/212 (66/72/74)
T20 Stefanie Michl (AUT) -3/213 (70/70/73) 2,633.33 €
UNIQA Ladies Golf Open pres. by Raiffeisen
3. bis 5. September 2010
GC Föhrenwald, Niederösterreich
Preisgeld: 200.000 Euro
Titelverteidigerin: Linda Wessberg (SWE)





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