Finks Favoritinnen [0]
Wo immer Laura Davies spielt, ist sie Sieganwärterin. In Föhrenwald hat sie schon zwei Mal gewonnen und kennt den Platz. Wenn das Spiel vom Tee funktioniert, ist sie die unangefochtene Nummer 1 als Longhitterin und kann jedes Par 5 mit zwei Schlägen erreichen. Auf Loch 12, dem kurzen Par 4, schießt sie zumeist den Abschlag auf das Grün. Deshalb kann sich Laura auch den einen oder anderen scoremäßigen Ausrutscher erlauben, der ihr auch aufgrund ihres aggressiven Spiels immer wieder passiert.
Sie ist jedenfalls eine, die das Publikum begeistert und auch wir Spielerinnen staunen immer wieder, was für ein Händchen Laura hat. Das beweist sie auch in anderen Sportarten wie Billard oder Tischtennis. Sie lebt ihr Leben, ob mit oder ohne Golf. Eine Turnierwoche bedeutet nicht mehr für sie, als einfach fünf Tage Golf zu spielen. Darüber hinaus ist sie eine unglaublich nette Kollegin – ich kenne sie seit Jahren –, die sich auch um die anderen Proetten kümmert.
Um den Sieg kann auch Becky Brewerton mitspielen. Die Waliserin ist schon seit Anfang ihrer Karriere immer unter den Topspielerinnen, erlebt aber heuer vielleicht ihren großen Durchbruch. Die Teilnahme am Solheim Cup Ende August wird ihr jedenfalls Berge geben. Sie ist in jedem Bereich – vom Driven bis zum Putten – vorne dabei. Becky fühlt sich in Großbritannien am wohlsten und ist, wie fast alle britischen Spielerinnen, natürlich ein Fußballfan.
Ihr bislang bestes Jahr liefert die Italienerin Diana Luna ab: Mit zwei Siegen hat sie sich erstmals in das europäische Solheim Cup Team gespielt und wird wie Becky mit viel Selbstvertrauen anreisen. Im Vorjahr wurde sie mit einem grandiosen Finish Dritte, der Platz liegt ihr also. Sie zählt nicht zu den Longhittern, hat aber ein messerscharfes kurzes Spiel. Ist zumeist mit ihren italienischen Kolleginnen unterwegs, auch ihre Mama ist oft dabei.
Zu den richtig ehrgeizigen Spielerinnen zählt Anja Monke, der im Vorjahr der große Durchbruch gelungen ist:
Wenn es nicht nach Wunsch klappt, würde sie sich am liebsten auffressen. Heuer hat die Deutsche versucht in den USA Fuß zu fassen, was aber nicht einfach ist, wenn man den European Way of Life gewöhnt ist. Jetzt heißt es für sie wieder von vorne anfangen. Anja liebt den GC Föhrenwald unter anderem auch wegen der famosen Küche und freut sich schon auf das Turnier. Ende des Jahres heiratet sie – vielleicht lenkt Anja das im positiven Sinne ab. Für Zuschauer ist sie auch wegen ihrer aggressiven Spielweise ein Genuss.
Last but not least zählt auch die Französin Jade Schaeffer für mich zum erweiterten Favoritenkreis. Sie gilt schon lange als eine der talentiertesten Spielerinnern auf der Tour und konnte heuer in Deutschland ihren ersten LET-Erfolg feiern.
Sie ist eine junge unbekümmerte Spielerin, die einen mächtigen Ball haut, was man sich bei ihrer Statur gar nicht erwartet. Ihr Manko: Sie kann den Ball auch manchmal sehr weit aus der Richtung schlagen, weswegen ihr viele bessere Platzierungen verwehrt geblieben sind. Jade – ihre Schwester Fanny spielt ebenfalls auf der LET – ist eine völlig unkomplizierte und immer fröhliche Kollegin mit einem reizenden französischen Akzent.






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