Samstag 8. September 2012, 20:00 Uhr

Abseits der Scores [0]

Sieben von acht Österreicherinnen haben beim LET-Turnier den Cut verpasst, zu erzählen haben sie trotzdem viel.

T95 – Marlene Krejcy (Am.), 77 (+5)
Die 16-jährige Wienerin ist seit zwei Jahren Mitglied im Nationalkader und hat sich ihren Start beim LET-Turnier mit konstant guten Ergebnissen bei ihren internationalen Beschickungen verdient. „Ich würde sagen, Rang 30 bei den French Girls war meine beste Platzierung heuer. Da waren alle europäischen Top-Amateurinnen am Start“, bilanziert Krejcy stolz. Mit der Nationalmannschaft war sie heuer schon in Deutschland, Slowenien, Ungarn, Schweden und bei der Orange Bowl in den USA im Einsatz.
Bei den Mannschaftsmeisterschaften ist sie mit dem GC Ottenstein in die erste Division aufgestiegen und dort geht es nächstes Jahr gegen die Titelverteidiger vom CC Gutenhof. In Himberg trainiert Krejcy mit Landesverbandstrainer Mark Johnson, der ihr bei den UNIQA Ladies Golf Open auch als Caddy geht.
In der Auftaktrunde bereitete vor allem die Distanzkontrolle Probleme: „Für das Profiturnier musste ich die Schläger wechseln, weil die alten Groves nicht mehr zugelassen sind“, erklärt Krejcy. Fünf Schlagverluste auf vier Par 3 sitzen tief: „Da habe ich einige blöde Fehler gemacht.“ Außerdem ruiniert ein Triplebogey auf Loch 14 das Score, wobei erst der Abschlag tot beim Baum landet und sie dann mehrere Schläge in den Grünbunkern verliert. Trotzdem überwiegen die positiven Eindrücke: „Bei so einem Turnier dabei zu sein ist irsinnig aufregend, und selbst mitzuspielen ist noch viel cooler. Ich war am Anfang ganz schön nervös, aber man kann irsinnig viel von den Proetten lernen. Wenn die Zuschauer nach einem guten Schuss laut klatschen – das ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

T101 – Eva Steinberger , 78 (+6)
Bereits zum achten Mal ist die erfahrene steirische Proette in Föhrenwald am Start. Das Heimturnier hat für sie auch ohne Tourkarte eine besondere Bedeutung: „Zu Hause, vor eigenem Publikum, will man sich natürlich bestmöglich präsentieren. Zur Zeit fehlt bei mir aber leider ein wenig das Selbstvertrauen“, erklärt Steinberger. Heuer standen einige Einsätzen auf der spanischen Banesto-Tour und auf der LET-Access-Tour am Programm, bei denen sie auch Top-Ten-Platzierungen verzeichnete. Im heimatlichen GC Murtal beschäftigt sie sich derzeit mit der langwierigen Ausbildung zum Teaching-Pro.
Zeit zum Trainieren bleibt trotzdem: „Die Q-School ist schon ein Thema, aber dazu müssen erst die Ergebnisse passen.“ In der Auftaktrunde gibt es für die 28-jährige mit sechs Bogeys und einem Doppelbogey wenig erbauliche Momente. Zwei Birdies hintereinander zeigen aber, dass vielleicht doch noch einiges drinnen ist: „Ich werde morgen voll auf die Hole in One Preise gehen“, kommentiert Steinberger mit einem Augenzwinkern.

 

T101– Nina Mühl (Am.), 78 (+6)
Mehr Erstaunen als Enttäuschung zeigt Nina Mühl ob ihrer schwachen Auftaktrunde. Die 25-jährige Wienerin von der Golfrange Achau ist mit ihrer Wild-Card extra aus den USA angereist. An der Universität von East Tennessee arbeitet sie an ihrem Master-Studium der Wirtschaft (MBA).
Bei den Proberunden und beim Training war das Spiel noch vielversprechend, doch: „Wenn die Eisen irgendwo sind, wird es halt auch mit dem Putten schwer“, analysiert Mühl. Bersonders dick kommt es beim Doppelbogey auf Loch 11, wo sie drei Mal zwischen den Sandhindernissen „hin-und-her“ spielt. Die Hoffung auf den Cut hat Mühl aber noch nicht aufgegeben: „Ich würde sagen, wenn mir eine Runde aufgeht, sind vier unter Par drinnen. Dass es jetzt so hoch geworden ist, das hätte ich vorher nicht gedacht.“

 

T86 – Anja Purgauer (Am.), 76 (+4)
Von der Klasse, mit der Anja Purgauer heuer im Frühsommer die Nationalen Offenen am Murhof dominiert hat, war in Runde 1 des LET-Turnieres nicht viel zu sehen. Bei ihrem Triumphzug am steirischen Traditionskurs hat Purgauer von den Gelben Tees den Platzrekord eingestellt. Am Freitag in Wiener Neustadt bringt die 20-jährige Wirtschafts-Studentin aus Wels die Bälle nicht nahe genug an die Fahne: „Ich habe die Längen überhaupt nicht im Griff gehabt – vielleicht fliegen die Bälle hier weiter… Wenn du andauernd zehn Meter falsch liegst, wächst natürlich auch die Verunsicherung.“
Purgauer startet mit zwei Birdies stark in die Runde. Drei Bogeys in Serie, noch auf den Backnine, zehren das kleine Guthaben jedoch schnell wieder auf. Auch auf den Backnine überwiegen die Schlagverluste.

T101 – Nicole Gergely, 78 (+6)
Nur wenig Spaß hat Nicole Gergely derzeit auf dem Golfplatz. Die 27-jährige Steirerin ist mit ihrem Sieg bei den Open de France 2009 die einzige österreichische Turniersiegerin auf der LET – seit dem großen Triumph läuft es schlecht. So wie die derzeit Dinge stehen, muss sie heuer wohl auf die Q-School, um ihre Tourkarte zu halten.
„Die Bälle waren einfach nicht nahe genug an der Fahne und ich habe zu viele Parputts verschoben“, analysiert sie ihre 78 (+6) zum Auftakt, bei der sie sechs Schlagverluste gleichmäßig auf dem Platz verteilt. Dabei war Gergely durchaus optimistisch ins Turnier gestartet: „Zu Hause beim Trainieren läuft es nicht so schlecht, aber es fällt mir schwer den Rhythmus ins Turnier mitzunehmen.“

 

T99 – Sarah Schober, 75 (+3)
Mit vier Bogeys und einem Birdie scort Sarah Schober die zweitbeste Auftaktrunde der Österreicherinnen. Dabei ist es für die Steirerin, die in den USA studiert vor allem am Grün nicht rund gelaufen. „Ich bin nie richtig ins Spiel gekommen und habe sicher vier Putts aus unter zwei Meter daneben geschoben“, schildert Schober. „2–, 3–unter sind drinnen, also wird morgen voll angegriffen.“
Schober ist amtierende Meisterin der NJCAA-Serie. Bei den Nationals der US-College-Spielerinnen holte sie sich mit ihrem Redlands Community College den überlegenen Sieg und triumphierte auch in der Einzelwertung. Im Sommer hat sie den Trainer gewechselt und arbeitet nun mit Oliver Härtl in ihrem Heimatclub im GC Murstätten zusammen. Kurz nach den UNIQA Ladies Golf Open geht es zurück in die Staaten, wo sie nächstes Jahr auf der Universität von Oklahoma zu studieren beginnen wird.

T107 Nicola Wolf (Am.) 79/82 (+17)
Ihre ersten Erfahrungen bei einem Profi-Turnier sammelt auch Nicola Wolf (Am.) vom GC Innsbruck Igls. Die 19-jährige Innsbruckerin beginnt in zwei Wochen mit ihrem Sportmanagement-Studium auf der FH Wiener Neustadt. Dass es beim Vorspiel im GC Föhrenwald nicht nach Plan gelaufen ist, sieht sie gelassen: „Die Athmosphäre, die Plakate, die vielen Zuschauer – das ist etwas ganz eigene. Mich haben einige vermeidbare Fehler reingerissen.“
Auch die jüngere der beiden stark spielenden Wolf-Schwestern hätte sich mehr erwartet. Hat aber eine Erklärung dafür, warum es nicht besser gelaufen ist: „Ich war in den vergangenen Wochen viel am Platz, um Spielpraxis zu bekommen. Vielleicht hätte ich mehr auf der Range trainieren sollen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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