Sturm über Augusta [0]

Starke Regenfälle machen 2012 das ansonsten knochentrockene Augusta zu einem Fest für Birdie-Jäger. Weiche Grüns und eine mögliche „Preferred Lies“-Regelung erweitern den Favoritenkreis. Dem Regen fällt der legendäre Par-3-Contest zum Opfer.

Wörtlich „für die Fische“ waren die Planung der Teilnehmer für das diesjährige Masters. Starker Regen und Windböen wehen Äste und Blätter über den Platz. Während am legendären Kurs selbst nur das Grün 8 und 16 minimalen Schönheitskorrekturen unterzogen wurden, spielt das Wetter heuer eine entscheidende Rolle in der Jagd auf das Grüne Jackett.
Durch den weichen Boden spielt sich Augusta anders, als in den Jahren zuvor. „Meine Planung hat sich in Luft aufgelöst“ gibt Phil Mickelson (USA) zu Protokoll. „Die Grüns sind weich. Ich will nicht sagen langsam, aber sicher nicht wie man es in Augusta gewohnt ist“.

Bereits zu Wochenbeginn fielen große Regenmengen und auch der obligatorische Par 3 Kontest am Mittwoch, bei dem neben den Stars des Masters 2012 Legenden wie Jack Nicklaus, Arnold Palmer und Gary Player an den Start gehen, musste wegen Schlechtwetters abgebrochen werden. Vielleicht ein Segen für Padraig Harrington (IRL), der bei -5 die Pole Position beim Abbruch beanspruchte. Kein Sieger des Par 3 Kontest konnte bisher das Masters im gleichen Jahr für sich entscheiden.

Weitere Schauer sind für Donnerstag und Freitag angesagt und lassen die Verantwortlichen bereits an eine mögliche Erleichterung in Form von „Preferred Lies“ denken. Dabei kann der Ball markiert, aufgenommen, geputzt und wieder platziert werden. Ein entscheidender Einschnitt ins Spiel, aber eine Notwendigkeit bei weichen Bedingungen.
Tiger Woods berichtet aus seiner Proberunde: „Ich habe neun Löcher mit Freddie Couples und Sean O´Hair gespielt und von sieben Drives hatte ich sieben eingegrabene Bälle.“
Die Organisatoren geben sich einsichtig: „Eine derartige Regelentscheidung ist sicherlich nichts, was wir tun wollen“ erklärt Chairman Billy Payne. „Es ist definitiv eine schwere Entscheidung, aber wir sind clever genug zu wissen, dass die Wetterbedingungen einen wesentlichen Einfluss auf das Turnier haben“. Immerhin kann man mit einem Heizsystemen die Grüns auf Knopfdruck trocknen und in den Zustand versetzen, den die Verantwortlichen sich wünschen.

Egal wie sich die Zuständigen entscheiden, das Masters wird durch das Wetter sicher noch spannender. „Mit weichen Grüns ist die Erfahrung nicht mehr derart wichtig, weil man die Grüns nicht fürchten muss. Man kann Up and Downs machen, denn die Schläge sind nicht so schwer. Ein wahres Birdie Fest“ so Mickelson weiter. Bei insgesamt 42 von 75 ausgetragenen Masters hat es geregnet und an acht Tagen musste abgebrochen werden. Das letzte Mal fiel die Auftaktrunde 2003 ins Wasser, 2008 konnte die erste Runde beendet werden, doch gab es eine Verzögerung von einer Stunde wegen Nebel und Blitzgefahr am dritten Spieltag.

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