2012: Wahnsinn, Wiesberger [0]

Mit sechs Birdies auf den Backnine und drei Schlägen Vorsprung (-19) siegt Bernd Wiesberger bei den Lyoness Open 2012. Jetzt warten noch größere Aufgaben auf den Burgenländer, dem der Zweitplatzierte Levet einen Platz im Ryder Cup Team wünscht. MIT VIDEO ZUR CHAMPAGNERDUSCHE

Siegerbild der Lyoness Open im Diamond CC in Atzenbrugg

Flightpartner Thomas Levet (FRA) gratuliert

„Du hast gespielt wie ein Superstar. Ich wünsche dir, dass du es noch ins Ryder Cup Team schafftst“. Kein Geringerer als Thomas Levet, der mit Wiesberger die Finalrunde bestreitet, lobt das Spiel des Burgenländers über den grünen Klee.

Wiesberger selbst reiht den Sieg noch höher ein als seinen Erfolg in Korea: „Es ist immer etwas anderes vor Heimpublikum zu gewinnen. Das sind viel mehr Emotionen im Spiel. Und es ist auch das Turnier, das du auf jeden Fall gewinnen willst.“

Zwei Tage lage hatte er sich in der Woche zuvor mit seinem Coach Phillip de Busschere in Atzenbrigg trainiert: „Eigentlich als Vorbereitung für den WGC Event in den USA.“

Jetzt wird’s für Wiesberger stressig, wenn auch positiv gesehen: Am Sonntagmorgen fliegt er um 10 Uhr nach Akron, Ohio zum ersten WGC Event seiner Karriere, danach geht’s zu 99 Prozent zu den PGA Championship, Wiesbergers erstes Major: „Die Top 100 der Weltrangliste sind dabei, der Stichtag ist Sonntag und mit den Punkten für den Sieg beid en Lyoness Open bin ich rund um Platz 85 der Weltrangliste.“

 

Finaltag im Detail
Mit vier Schlägen Rückstand startet Bernd Wiesberger am Samstag in die Finalrunde bei den Lyoness Open 2012. Dass es nicht lange so bleiben soll, gibt der 26-jährige Oberwarter mit seinem Outfit vor: Wiesberger trägt die selben Farben, wie beim Prämierensieg Ende April bei den Ballentine’s Champions in Korea.

Zäh’ auf den Frontnine
Bei brütender Hitze in der vierten Runde müht sich der bestplatzierte Österreicher auf den Frontnine noch gehörig. Eine erste gute Birdiechance vergibt er gleich auf der 1 und auch auf den folgenden Löchern zeigt das Kurzspiel erschreckende Schwächen. Level par kommt Wiesberger auf die 9.

Wiesberger dankt dem Baum auf Loch 17

Unter tosendem Beifall der Fans legt Wiesberger am Short-Hole zum Turn den Ball bis auf einen Meter zum Stock – und verwertet das Birdie sicher. Wie neu geboren geht es nach der Halbzeit weiter: Birdie aus 2 Meter auf der 10, mutige Attacke auf die giftige Pin auf der 12 und Birdie, Birdie nach zittrigem Layup auf der 13, beinahe ein Hole-in-One und Birdie auf der 15, Traumapproach nach sicherem Abschlag am schwierigen 16er und Birdie, Birdie auf der 17 mit viel Glück, als der Ball vom Baum zurück ins Fairway springt.

In der Zone
Der Langzeit-Leader Thorbjörn Olesen (DEN) verfolgt am 14. Fairway Wiesbergers Traumschuss ins 15. Grün und spielt gleich darauf ein entscheidendes Bogey – mit zwei mehr auf den letzen Löchern wird er schließlich 5ter. Jetzt gilt es, Thomas Levet (FRA) in Schach zu halten. Vorentscheidend war der Approach ins 16. Grün. Aus über 175 Meter setzt Wiesberger den Ball präzise an die Fahne auf dem gefährlichen Grün. Nach dem kurzen Putt übernimmt er erstmals die alleinige Führung. Als Levet am 17. Grün ein Bogey scort, geht Wiesberger mit zwei Schlägen Vorsprung auf die 18.

12.000 Fans (offizielle Angabe) stehen Spalier, als Wiesberger seinen Drive auf die rechte Fairwayseite setzt und dann den gefährlichen Weg über den Bunker vermeidet. Mit einem sicheren Schuss ins offene Grün lässt er sich einen 7-Meter-Putt zum Sieg. Die gespenstische Stille weicht einem beängstigendem Tosen als auch noch der letzte Putt spektakulär fällt.

 

 

 

zum Scoreboard 

Lyoness Open powered by Greenfinity
Diamond Country Club, Atzenbrugg Österreich
Preisgeld: 1 Mio. Euro
Titelverteidiger: Kenneth Ferrie (SCO)

 

 

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