Freitag 15. Juni 2012, 11:35 Uhr

Olympische Überraschung [0]

Im Schatten von Grame McDowell (NIR) und Jim Furyk (USA) zieht Webb Simpson im Finale an den Führenden vorbei und krönt sich mit gesamt +1 zum 112. US Open Champion.

Webb Simpson gewinnt die 112. US Open und bringt damit zwei weitere Namen in den „Graveyard of Champions“ (den Friedhof der Champions). Während die Augen der Weltöffentlichkeit auf die Konkurrenz gerichtet sind, kann sich der Amerikaner in aller Ruhe auf sein Spiel konzentrieren und zieht am Ende mit vier Birdies und der 68er Runde (-2) an allen vorbei. Ein Score von eins über Par ist nach vier Runden gut genug um die beiden ehemaligen Sieger Graeme McDowell (NIR) und Jim Furyk (USA) hinter sich zu lassen. „Oh wow“ sagt Simpson, als der Nordire am letzten Loch seinen Birdie Putt zum Playoff verschiebt. Es ist das dritte Mal in sieben Jahren, dass kein Spieler in den roten Zahlen bleibt und bei allen drei Events ist der Sieger bereits im Clubhaus als das Turnier endet.

Der Olympic Club ist bekannt als Graveyard of Champions, weil die großen Namen und Major Sieger hier immer gegen einen Underdog verloren haben. Einer davon ist Arnold Palmer, der 1966 einen Vorsprung von sieben Schlägen auf den Back Nine liegen lässt. Passend also, dass der 25 Jährige Amerikaner gerade mit einem Palmer Stipendium die Universität von Wake Forest besucht hat. „Arnold war so gut zu mir. Vor einigen Tagen erst habe ich diese Geschichte gelsen und musste an ihn denken. Hoffentlich kann ich mich bei ihm ein wenig dafür revanchieren was er getan hat und ihn zum Lächeln bringen. Kein anderer im Feld kann am Finaltag strahlen wie Simpson, der seinen Durchbruch auf der PGA Tour mit einem Major krönt. Der Sieg katapultiert den Amerikaner nicht nur auf den neunten Platz im FedEx Cup Ranking, sondern auch auf den fünften Platz der Weltrangliste.

Enttäuscht und zornig Jim Furyk, der so lange während der Finalrunde in Kontrolle zu sein scheint, bis ein Snap-Hook auf dem Par 5 der 16. Spielbahn den Führenden vom Thron wirft. Ein Fehler von dem er sich nicht mehr erholen kann und beginnt mit dem Platz und seinem Spiel zu hadern. „Kein Mensch spielt von hier in der Proberunde, es sei denn jemand sagt es einem“ zeigt sich Furyk verärgert über die USGA, die auf dn Abschlag auf dem 16. Loch gleich um 100 Yards nach vorne verlegt und das Par 5 damit mit zwei Schlägen erreichbar macht.

McDowell hingegen muss vier Bogeys auf den Front Nine hinnehmen, erspielt sich jedoch mit einem Birdie Putt auf Loch 17 und 18 zumindest eine Chance auf ein Playoff. Am Ende reiht sich der US Open Sieger an der Seite von Michael Thompson (USA)  auf dem zweiten Platz ein. Mit der 67 (-3) hält der Amerikaner lange Zeit die Clubhausführung und muss Nägelbeißend vor dem Bildschirm beobachten ob es für einen US Open Titel reicht.

Schnell verabschiedet sich Tiger Woods (USA) aus dem Titelrennen der 112. US Open. Mit fünf Schlägen hinter den Führenden ins Finale gestartet und sechs über Par für die ersten sechs gespielten Löcher ist der Amerikaner nie ein Faktor. Vielleicht ist es auch die Statistik, die schon im Vorfeld gegen ihn spricht: denn noch nie hat Woods ein Major gewonnen, wenn er mit Rückstand in die Finalrunde gegangen ist. Das gleiche Schicksal erleidet Wunderkind Beau Hossler (USA). Vier Schläge hinten zu Beginn der Runde, addiert sich Fehler um Fehler. Mit der 76 (+6) rutscht der 17Jährige im Klassement ab und muss am Ende mit einem Doppelbogey am letzten Loch die Position des besten Amteur im Feld Jordan Spieth (USA, T21.) überlassen.

 

Zu den Scores
US OPEN CHAMPIONSHIP
Olympic Club, San Francisco
14. bis 17. Juni, 2012
Titelverteidiger: Rory McIlroy (NIR)

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