Donnerstag 21. Juli 2011, 21:05 Uhr

Tourtrio ausgeschieden [0]

Nach der Disqualifikation von Markus Brier scheitern auch Bernd Wiesberger (T82, +3) und Martin Wiegele (T101, +5) beim Nordea Masters in Bro Hof Slott am Wochenendeinzug. Alexander Noren (SWE) siegt beim Heimturnier mit sieben Schlägen Vorsprung.

Bei 74 Schlägen (+2) kann Bernd Wiesberger auch in der zweiten Runde des 1,5-Millionen-Euro-Turnieres seine Fehlerquote nicht senken. Der junge Longhitter – dem der überlange Kurs mit viel Wasser eigentlich entgegen kommen müsste – spielt am Freitag zwar drei Bridies, doch werfen ihn fünf Bogeys aus den Cuträngen. Wiesberger holt zwar gleich am ersten Loch zum Birdie, doch schleichen sich schon auf den Frontnine die Bogeys ein. Drei weitere Schlagverluste nach dem Turn fixieren den Rückfall um über 39 Positionen auf Rang 82.

Wiegele sicher draussen
Ohne nennenswerte Verbesserung am Leaderboard müht sich auch Martin Wiegele über den spektakulären Bro Hof Slott GC. Trotz zweier Birdies spielt er die 73 (+1); ein Bogey und ein Doppelbogey auf zwei aufeinanderfolgenden Löchern zwerstören das Score. „Mein Spiel war ganz solide; aber ich habe das Gefühl, dass genau dort, wo ich Bogey und Doppelbogey gemacht habe, hätte ich die besten Schläge gemacht“, bilanziert Wiegele. Der böse Rückschritt auf Loch 5 (Par 4, 429 m) passiert mit einem 4-Putt, nachdem aus langer Distanz der erste Versuch über eine Welle gründlich schiefgeht, auch der Parputt das Ziel verfehlt und beim Tap-in ein Missgeschick passiert. „Es ist schon sehr enttäuschend, dass ich nicht cutte, trotz des über weite Strecken soliden Spiels“, erklärt Wiegele.

Der große Held des Turnieres nahe Stockholm ist der Schwede Alexander Noren (SWE). Nach seiner famosen 63 (-9) am Moving Day bringt Noren bei 15 unter Par sieben Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten Richard Finch (ENG, -8) ins Ziel.

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Nordea Masters
Bro Hof Slott GC, Stockholm, Schweden
21. bis 24. Juli
Preisgeld: 1,5 Mio. €
Titelverteidiger: Richard S. Johnson (SWE)

Runde 1: Brier disqualifiziert

Aussichtsreich, nach 71 (-1) in der ersten Runde des Nordea Masters wird Markus Brier (T22, DQ) wegen eines ärgerlichen Fehlers disqualifiziert. Bernd Wiesberger (T44, +1) mit drei Birdies auf Cutkurs; Martin Wiegele (T107, +4) nicht.

Premiere nach 12 Jahren European Tour: Markus Brier wird wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert.

Während das Feld zum großen Teil über Par scort, absolviert Markus Brier den schwierigen Designerkurs mit einem Bogey und zwei Birdies in beeindruckender Konstanz. Doch statt sich über Rang 22 nach der Auftaktrunde freuen zu können, muss sich Brier maßlos ärgern. „Ich muss die Disqualifikation hinnehmen. Umso ärgerlicher ist, dass ich sehr gut gespielt habe; aber solche Fehler macht man auch.“

Brier glaubt am Cape Hole, der 13 (Par 5, 531 m), seinen Ball versenkt zu haben und droppt. Daraufhin informiert ihn ein Marshall die Kugel gefunden zu haben, und der 43-jährige Wiener mit 12-jähriger Tourerfahrung hebt den gedroppten Ball auf, um seinen vermeintlichen Ball im Spiel weiter zu spielen. Am Ende der Runde wird er mit dem Regelverstoß und der Höchststrafe konfrontiert. „Es war eine verworrene und blöde Geschichte, aber auch solche Erfahrung gehören zum Golfsport. Ich kann mich nicht erinnern, wegen einem Regelverstoss schon einmal disqulifiziert worden zu sein“, so Brier.

Wiesberger bügelt Bogeys aus
Mehr Bridies als Markus Brier scort Bernd Wiesberger in der ersten Runde am Designerkurs. Dem jungen Oberwarter, dem die schiere Länge des Kurses entgegen kommen sollte, scort drei Schlaggewinne. Dabei ist es gar nicht der Driver, der ihm am Donnerstag rettet, sondern eine starke Leistung mit dem Putter. Allerdings passieren in seiner Runde auch vier Bogeys, womit er einen Platz in den Toprängen verspielt. Drei Schlagverluste in der ersten Rundenhälfte kosten eine bessere Platzierung als Rang 44 – immerhin: für die nächsten Tage hat sich Bernd Wiesberger nichts verbaut.

Wiegele hadert mit den Verhältnissen
Mehr Wind am Nachmittag und zertretene Grüns führen bei Martin Wiegele zu einer schwachen Auftaktrunde. „Das war leider kein guter Start. Der Platz hat sich richtig schwierig präsentiert. Zum Glück bin ich morgen bei den Vormittagspartien dabei“, so Wiegele. Zu einem einzigen Birdie gesellen sich auch drei Bogeys und ein Doppelbogey. mit 76 (+4) und als derzeit 107. muss sich Wiegele am Freitag deutlich steigern, um die Preisgeldränge noch zu erreichen.

Die Führung bei 5 unter Par teilen sich Alexander Noren (SWE), Robert Karlsson (ein namensgleicher Amateur aus Schweden) und Jaco van Zyl (RSA).

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Nordea Masters
Bro Hof Slott GC, Stockholm, Schweden
21. bis 24. Juli
Preisgeld: 1,5 Mio. €
Titelverteidiger: Richard S. Johnson (SWE)

Vorschau: Länge gefordert im Hohen Norden

Die European Tour mit drei Österreichern startet diese Woche zu den Nordea Masters im Bro Hof Slott GC nahe Stockholm – der längste Platz in diesem Jahr.

Nach der Enttäuschung bei den British Open vergangene Woche hat Markus Brier in der ersten Proberunde in Schweden wieder Freude am Spiel: „Es ist super Wetter hier und die erste Runde hat wieder Spaß gemacht. Der Platz ist sehr großzügig angelegt und ganz toll in Schuss“, lautet sein positiv gestimmtes erstes Statement zum anstehenden 1,5-Millionen-Euro-Turnier.

Die Stars der European Tour haben mit dem 6.904 Meter langen Kurs diese Woche den längsten Parcours des Jahres vor sich, und die Verhältnisse spielen den Longhittern zusätzlich in die Hände. „Leider sind die Fairways eher auf der weichen Seite, was die Sache nicht einfacher macht. Auf den Fairways ist viel Platz für aggressive Drives, die Schwierigkeit sind die vielen langen Eisen in die Grüns“, schildert Brier, der als 158. im Ranking der Driving Distanz (113. bei Driving Accuracy) hinter seiner Platzierung als 91. in der Order of Merit notiert. Dementsprechenden Respekt gilt es dem Kurs entgegenzubringen: „Die Grüns haben zum Teil irsinnige Wellen – ganz ähnlich wie Fontana – und bei den vielen verschiedenen Ecken und Plateaus ist es sehr schwierig lange Approaches zu platzieren. Ich bin jetzt nicht pessimistisch, aber man muss sich mit der Ausgangssituation natürlich auseinandersetzen“, so Brier.

Bernd Wiesberger hofft in der zweiten Hälfte der Saison konstanter Golf zu spielen

Die Schweirigkeit des Platzes sieht auch Bernd Wiesberger in der Länge. „Von den hintersten Tees ist der Platz unspielbar, da ist er über 8.000 Meter lang und noch niemand hat von dort glaube ich die 80 gebrochen“, sagt der Burgenländer. Wie Brier hofft auch Wiesberger auf den langen Par3-Löchern gute lange Eisen spielen zu können und nach dem enttäuschenden Auftritt bei den Scottish Open endlich wieder gut aus den Startlöchern zu kommen. „Ich musste in letzter Zeit mit frühen Startzeiten auch schon mal alleine rausgehen. Das war eine komische Erfahrung und hat nicht wirklich Spaß gemacht. Mein Spiel ist bei den letzten Turnieren in die falsche Richtung gelaufen und ich habe in den ersten Runden zu große Rückstände aufgerissen“, ärgert sich Wiesberger. Nach einer Woche in der Heimat und gutem Training will er in der zweiten Hälfte des Jahres noch einmal so richtig Gas geben.

Martin Wiegele darf sich nach seinem tollen 3. Rang in Schottland ein weiteres gutes Ergebnis auch in Schweden ausrechnen, meint aber: „Ich versuche das Ergebnis von Schottland nicht im Kopf zu haben und nicht daran zu denken. Ich habe dadurch keinen Bonus. Ich starte wieder bei Null.“ Der Platz könnte in den kommenden Tagen zu einem noch härteren Test werden, als er es aufgrund seiner Länge eh schon ist. Die Pros müssen sich auf Wind und Regen einstellen.

Die bestplatzierten Starter im World Ranking sind diese Woche zwei US-Amerikaner: Dustin Johnson (2. bei den British Open) und Bubba Watson hängen nach dem Major noch ein Turnier in Europa an. Mit Robert Karlsson, Henrik Stenson, Alexander Noren und Titelverteidiger Richard S. Johnson ist die Schwedische Elite am Start.


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