Donnerstag 9. August 2012, 19:30 Uhr

Einbruch am Schluss [1]

Bis Loch 12 hält sich Bernd Wiesberger (+7, T73.) in den Top 20, scheitert mit sechs Bogeys in Folge jedoch beim Major Debüt um einen Zähler am Cut (+6). Falsche Informationen über den Cut während der Runde bringen den Burgenländer ein wenig aus dem Konzept.

Am ersten Spieltag als schlafender Riese ohne Wind, beißen sich in der zweiten Runde so manche Tour Stars die Zähne am längsten Major Kurs der Geschichte, Kiawah Island, aus. Starker Wind, mitunter 40 km/h und 2 bis 4 Schläger mehr, sowie trickreiche Grüns machen so manchen Schlag zu einem Glückspiel.

Den rasanten Wetterwechsel bekommt auch Bernd Wiesberger zu spüren. Auf Loch zehn gestartet, muss der Burgenländer zwei Bogeys notieren, kann sein Spiel dann jedoch lange Zeit sehr gut zusammenhalten. Das Birdie auf Loch 12 (Par 4, 412 Yards) bedeutet die Trendwende und mit nur einem weiteren Schlagverlust auf den Front Nine, arbeitet sich der 26 Jährige bis in die Top 30 nach vorne. Mit dem zweiten Birdie auch Loch 2 (Par 5, 557 Yards) gelingt sogar der Sprung unter die 20 Besten. Während so manche Top Stars bei den Bedingungen fallen wie die Fliegen, scheint der Österreicher den Platz und seine Nerven unter Kontrolle zu haben.

Im allgemein hohen Scoring kann Wiesberger das Bogey auf Loch 4 (Par 4, 458 Yards) problemlos verschmerzen und auch die Schlagverluste auch der 5., 6. und 7. Spielbahn bringen ihn zwar näher an die Cutmarke, dennoch scheint der Finaleinzug in Reichweite. Den Cut vor Augen und die beiden harten Schlusslöcher der Front Nine noch zu spielen, schafft Bernd es nicht sein Spiel noch zu fangen. Auch auf Loch 8 und 9 notiert er das Bogey und muss sich am Ende mit dem undankbaren 73. Rang, einen Schlag ausserhalb der Cutränge, begnügen. „Das Ende habe ich einfach vergeigt“ so Wiesberger nach der Runde. „Ich hätte von einer Top Platzierung aus in den Moving Day starten können, doch nun stehe ich am anderen Ende der Cutmarke. Missed Cut ist bitter, aber das ist wohl Golf auf Major Niveau. Ich bin sehr enttäuscht, hoffe jedoch in Zukunft noch auf viele Antritte bei Majors.“

Ein Zünglein an der Waage bildet dabei auch der fehlende Informationsfluss auf den letzten Löchern. „Ich bin verärgert, dass weder auf den Scoreboards am Platz noch die Scorer, die jedem Flight zugeteilt sind, Informationen über den voraussichtlichen Cut geben konnten. Auf Loch 7, meinem 16. Loch, meinte ein Scorer, dass der Cut laut Gerüchten bei +4 liegen würde. Zu diesem Zeitpunkt +5 musste ich natürlich viel aggressiver auf Birdie spielen. Diese Information war leider falsch und hat meine Strategie natürlich maßgeblich beeinflusst. Ob es geholfen hätte den Cut zu schaffen ist eine andere Frage“ so Wiesberger. Damit dementiert er auch Medienberichte, die ihn als  „völlig unschuldig“ am Ausscheiden hinstellen und beweist auch im Umgang mit den Medien seine Professionalität.

Bei Bedingungen, die jedem Surfer ein Lächeln ins Gesicht zaubern, gelingt am zweiten Tag nur wenigen Spielern eine Runde in den roten Zahlen. Am Moving Day beruhigt sich die Lage, doch schwarze Gewitterwolken sorgen für eine Unterbrechung und im Anschluss an einen Abbruch des dritten Spieltages. Zeitig in der Früh müssen viele Spieler, darunter auch die beiden Führenden Rory McIlroy (NIR) und Vijay Singh (FIJ), ihre Runden beenden ehe das Finale beginnt. Chancen auf den Sieg haben auch Adam Scott (AUS), einen Schlag hinter den Führenden bei -5 und Carl Pettersen (SWE), mit zwei Schlägen Rückstand. Doch auch Bo Van Pelt (USA, -3, T5.) und Steve Stricker (USA, -2, T7.) zeigen mit 67er Runden, dass noch alles möglich ist am letzten Spieltag in Kiawah Island.

 

 

Zu den Ergebnissen


PGA Championship
9. bis 12. August 2012
Kiawah Island Resort (Ocean Course), Kiawah Island, South Carolina, USA
Preisgeld: 8 Mio Dollar
Titelverteidiger: Keegan Bradley (USA)

Seiten: 1 2 3

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Ein Kommentar zu “Einbruch am Schluss”
  1. Andi sagt:

    Schlimmer gehts nicht! Von top15 auf MC in 6 Löchern. Die Rießen Sensation war mehr als in Reichweite. Anders Forsbrand scheint auch Ratlos auf dem Foto. More luck, next time!

Schreiben Sie einen Kommentar