Montag 26. Mai 2008, 23:01 Uhr

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20 Fragen zur Tour

Wer ist für die Organisation eines European Tour Events verantwortlich? Was steht wirklich in den Yardage Books und wie wird erhoben, welche Schläger die Spieler im Bag haben?

Die Veranstaltung eines European Tour Events ist nicht nur exklusiv sondern auch aufwendig und teuer. Die Golfrevue blickt hinter die Kulissen der European Tour und entdeckt erstaunliche Fakten zu Österreichs Golf Event Nummer eins.

Was ist die European Tour und wie finanziert sie sich?

Die PGA European Tour, die -ihren Hauptsitz von Wentworth nach Dubai verlegt, betreibt mit der European Tour (die höchste Spielklasse), der Challenge Tour (die zweithöchste Spielklasse) und der European Seniors Tour (für Professionals über 50 Jahre) die drei führenden professionellen Golf-Turnierserien Europas. Die European Tour finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge der Spieler, einer prozentuellen Beteiligung am Preisgeld und diverse Unterfirmen. 2007 wurden im Rahmen der European Tour insgesamt 52 Events in 25 verschiedenen Ländern veranstaltet und ein Preisgeld in Höhe von 127 Millionen Euro ausgeschüttet – eine enorme Steigerung, denn 1972 im ersten Jahr der European Tour betrug das Preisgeld lediglich knapp 400.000 Euro. -Zudem betreibt die Tour eigene Divisions, wie eine TV-Station oder Golfkurs-Design.

Welches ist das älteste Tour Event?

Die British Open: Das älteste und auf der European Tour mittlerweile best-dotierte Event, wurde 1860 erstmals im Prestwick Golfclub ausgetragen. Damals kämpften acht Spieler über drei Runden auf dem 12-Loch Platz um den Titel. Der erste Open Champion Willie Park Senior erhielt für seinen Sieg den als „Challenge Belt“ bekannten Ledergürtel. Das erste Preisgeld gab es 1863, insgesamt 10 Pfund wurden damals zwischen dem Zweit-, Dritt- und Viertplatzierten aufgeteilt, der Sieger erhielt weiterhin nur den Ledergürtel. Mit 6,1 Millionen Euro Preisgeld im Jahr 2007 ist das British Open auch das höchst-dotierte Event der vier Majors.

Wer ist für die Organisation der Austrian Open verantwortlich?

Die Sport-Eventagentur Emotion ist wie auch schon in den Vorjahren für die Organisation und Abwicklung der Austrian Open verantwortlich und wählt zudem den Veranstaltungsort aus.

Welche Rolle spielt die European Tour?

European Tour Chief Executive George O’Grady und sein Team unterstützen Emotion bei der Organisation und Durchführung der Austrian Open, stellt Rules Officials, Tournament Office etc. O’Grady leitet insgesamt ein Team von 120 Mitarbeitern, inklusive Vorstand und Tournament Committee (14 Spieler, Vorsitz: -Thomas Björn, DEN).


Welche Rolle spielt Fontana?

Fontana Präsident Siegfried Wolf und sein Team sorgen dafür, dass sich die gesamte Anlage und der Platz von der besten Seite präsentieren. Fontana versucht sich von Jahr zu Jahr qualitativ zu verbessern um die Chancen, Austragungsort des Ryder Cups zu werden, zu erhöhen. Große Veränderungen sind 2008 am Platz nicht geplant, mit kleinen kosmetischen Operationen wird aber das Rundherum ein wenig aufgepeppt: So soll die Böschung des 18. Fairways heuer mit einem Blumenmeer geschmückt werden, die Halfway-Station wird zu einem richtigen Haus und die Versorgung am Platz durch Getränke-Inseln optimiert.

Welche Spieler qualifizieren sich für die Austrian Open?

Das System ist einfach und kompliziert zugleich: Es gilt das Prinzip der Kategorien, beginnend bei 0 bis 12, wobei 0 die niedrigste und beste ist. Kategorie 3 etwa (in diese fällt Markus Brier) ist jene der European Tour-Sieger und gilt für drei Jahre. Martin Wiegele und Florian Prägant fallen in die Kategorie 11b (Top 30 der Tourschool). Diese Kategorie wird zwei Mal pro Jahr re-gerankt und zwar nach den laufenden Preisgeld-Euros bis Mitte Mai und Mitte August. So genannte außerordentliche Kategorien sind 98 (Top 10 eines Tour-Events der Vorwoche, so der Spieler nicht im Feld des nächsten Turniers wäre) und 99 (die Amateure im Feld)

Wer organisiert die Anreise und den Aufenthalt der Spieler?

Die Spieler sind für Anreise und Aufenthalt selbst verantwortlich. Die meisten Spieler -haben für die Reiseplanung eigene Agents, außerdem stellt die Tour ein eigenes Reisebüro zur Verfügung, das von den Spielern für die Buchung der Anreise und des Aufenthalts genützt werden kann.

Woher kommt das Preisgeld?

Das Preisgeld wird von den Sponsoren des jeweiligen Events zur Verfügung gestellt. Die 1,3 Millionen, die bei den Bank Austria Open ausgeschüttet werden, stammen von den Sponsoren Bank Austria, Telekom Austria, Emirates, Fontana und dem Land -Niederösterreich. Insgesamt verfügt Emotion für die Turnierausrichtung über ein Gesamtbudget von rund 4,5 bis 5 Millionen Euro.

Die European Tour hat sich beim Preisgeld selbst ein Minimum von einer Million Euro gesetzt, das bis auf wenige Ausnahmen wie den Madeira Open oder den Events in Südafrika auch eingehalten wird. Die Sieger bekommen das Preisgeld abzüglich der jeweiligen landesüblichen Steuer nach dem -Turnier auf ihr Bankkonto überwiesen. Steuerlich günstig ist ein Sieg in Dubai, Qatar oder Irland, die höchsten Steuern fallen in Südafrika und Australien an, wo vor Ort gleich mal 40 Prozent wegfallen. In Europa liegt der Schnitt bei rund 30 Prozent.

Wer legt die Pin-Positions fest?

Die Fahnenpositionen werden von den Tour-Referees gesetzt: Einer ist für die Front-, ein zweiter für die Back-Nine zuständig. Natürlich geschieht dies in -Absprache mit dem jeweiligen Head-Greenkeeper oder Super-Intendent. -Allgemein gilt die Regel, dass die Pin -Positions am ersten und dritten Tag einfacher, am zweiten und vierten Tag schwieriger gesteckt sind. Um die -Beschaffenheit des Platzes auf die Tourstandards zu überprüfen, schickt die European Tour bereits im Vorfeld Officials, die den Platzzustand begutachten.

Was steht in dem Yardage Book, das Spieler und Caddies am Kurs studieren?

Im Yardage Book finden die Spieler und Caddies alle relevanten Informationen und Skizzen zum Golfkurs. Es enthält detaillierte Angaben zu Höhenunterschieden, Bodenbeschaffenheit sowie die -Entfernungen vom Tee zu jedem nicht beweglichen Kurscharakteristika (auch Bäume, Bunker, Hindernisse) und von diesem zum Grün. Seit Jahren ist auf der Tour Graeme Heinrich dafür zuständig, der daraus ein feines Business entwickelt hat und auch Yardage-Books für „Amateure“ anfertigt, sprich klassische Club-Birdiebooks.

Wie viele Bälle werden an den Turniertagen durchschnittlich an der Driving Range geschlagen und wer stellt die Bälle zur Verfügung?

Titleist stellt bei den Bank Austria Golf Open 4.800 Bälle zur Verfügung und -erhält dafür eine werbliche Präsenz während des Turniers im GC Fontana und ein Inserat im Turniermagazin. Nach dem Ende des Turniers gehen die Bälle an den ÖGV, der sie an die verschiedenen Nationalkaderspieler weitergibt!

Wie viele Officials/Marshalls sind für einen reibungslosen Ablauf notwendig?

Starter, Marshalls, Referees, „Weatherman“ etc., die European Tour unterstützt die Turnierabwicklung mit rund 20 Officials, mehr als 200 weitere Personen kümmern sich um Technik, Fernsehübertragung und administrative -Tätigkeiten.

Wie wird man Volunteer?

Auch heuer sucht Emotion wieder jede Menge freiwilliger Helfer, die im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf der Bank Austria Open sorgen. Am besten meldet man sich Clubweise (ideal sind Teams von rund zwölf GolferInnen) per Mail an volunteer@ba-ca-golfopen.at an. Es gilt „first come, first serve“!

Wie kann man Tour-Caddie werden?

Am einfachsten ist es, wenn man bereits den einen oder anderen Tourspieler kennt und sich bei ihm direkt als Caddie bewirbt. Ansonsten kommt man am besten am Montag zum Event und geht zum so genannten „Spit“. Das heißt, man wartet Montag, Dienstag und Mittwoch auf dem Parkplatz und hofft, dass noch -einige Spieler einen -Caddie brauchen. Die European Tour Caddies Association hat mehr als 140 Mitglieder, jährlich erkundigen sich rund 200 Personen, wie man Caddie werden kann.

Wer hat was im Bag und wie werden diese Daten erhoben?

Diese Informationen zu sammeln ist -einfach, erzählt Susan Naylor, Präsidentin von Darrell Survey, einem unabhängigen Marktforschungsinstitut, das -bereits seit 70 Jahren das auf der Tour verwendete Equipment erfasst. „Mitarbeiter von uns stehen bei jedem Event am ersten Tee und notieren, welche Schläger der Spieler im Bag und welchen Ball er in der Hand hat “, erzählt sie. Es werden Marke und Modell jedes Schlägers, die Schäfte, Bälle, Handschuh, Griffe, Schuhe und Spikes erfasst. Die Spieler können die Erhebung des Equipments verweigern, doch das ist Susan Naylor zufolge nur selten der Fall.

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