Freitag 15. Juni 2012, 14:12 Uhr

Nationale Offene 2012 [0]

Nikolaus Wimmer (-11) und Anja Purgauer (+2) sichern sich souverän die Nationale Offene und den Staatsmeistertitel im Zählwettspiel. Bei den Pros teilen sich Dominic Angkawidjaja, Steve Waltman und Georg Schultes (alle -6) das Preisgeld.

Nationale Offene Meister 2012 ohne ernste Konkurrenz am Finaltag: Nikolaus Wimmer und Anja Purgauer.

Die schwüle Luft liegt satt über dem Murbogen nördlich von Graz, als am Sonntag am Murhof die Finalrunde der Nationalen Offenen Meisterschaft über die Bühne geht. Pros und Amateure, gemeinsam in einem Turnier, kämpfen nicht nur mit dem anspruchsvollen Meisterschafts-Setup. Das erste große Sommerturnier ist auch ein Test für die Fitness und Hitzebeständigkeit. Die Amateure spielen sich den Zählspiel-Staatsmeister aus, und in der Offenen Wertung zeugen sechs ÖGV-Athleten unter den besten neun Golfern, vom hohen sportlichen Niveau im Nationalkader.

Bei den Herren holt sich Nikolaus Wimmer seinen ersten großen Titel. Der 18-jährige Perchtoldsdorfer vom GC Gutenhof wurde zu Saisonbeginn in Fred Jendelids Nationalkader berufen und hat erst vor drei Wochen maturiert. Nach zwei starken Finalrunden (71/72/67/67, -11) darf er seinen Namen auf der traditionsreichsten Österreichischen Golf-Trophäe verewigen.

Sieg vom Tee

Nikolaus Wimmer (r.) im Flight mit Hamza Amin und Markus Maukner (Am., T4)

Von Rang 4 in den Finaltag gegangen, muss Wimmer im ersten Rundendrittel zwei Bogeys hinnehmen, bevor ein Eagle auf Loch 7 den Knoten löst. Er legt fünf Birdies nach, spart sich weitere Schlagverluste und siegt mit satten 3 Schlägen Vorsprung bei 11 unter Par. Die Favoriten im ersten Flight bleiben am Sonntag allesamt ungefährlich. Wimmer: „Ich habe schon mit zumindest einem der drei Führenden gerechnet, aber der Sieg ist verdient: meine Drives waren am Wochenende super und Länge und Konstanz vom Tee waren diese Woche extrem wichtig“, analysiert der athletische Longhitter, der alle Par 5 mit zwei Schlägen erreicht und auf allen Long-Holes sicher zum Birdie zweiputtet.
„Als ich gemerkt habe, dass es vielleicht für ganz nach vorne reichen könnte, bin ich ein wenig nervös geworden. Bei den letzten vier Teeshots hatte ich dann auch ziemlich zittrige Hände, aber zum Glück habe ich auch das Finish noch gut hingebracht“, schildert der junge Champion verlegen. Für Wimmer geht es jetzt zur Golf-Truppe beim Heeressport, und als langfristiges Ziel ist die European Tour angepeilt. Vielleicht klappte es ja schon heuer bei der Q-School.

Absturz im letzten Flight
Tourfantasien waren für die drei Favoriten im letzten Flight nicht angebracht. Überraschend nehmen sich die Langzeitleader Moritz Mayrhauser, Jürgen Maurer und Lukas Nemecz mit hohen Scores aus dem Titelrennen. Lokalmatador Nemecz (Am., T2, -8) hadert mit dem kurzen Spiel, Mayrhauser (Am., T13, par) sieht mentale Probleme als Grund für den Absturz und Maurer (T12, -3) fehlt im ersten Moment eine Erklärung für den Absturz.

Wie der Champion, scort auch Tobias Nemecz (Am.) am Sonntag 67 (-5) und schiebt sich damit noch bis auf Rang 2 nach vor. Solide gibt sich auch Markus Maukner bis zum Schluss. Mit vier Runden unter Par erreicht er den tollen 4. Rang und komplettiert den Kader-Triumph.

Nikolaus Wimmer

Anja Purgauer

Georg Schultes

Maurer + Nemecz

 

 

 

 

 

Trio bei den Pros

Die Sieger ums Preisgeld: Dominic Angkawidjaja, Steve Waltman und Georg Schultes (3., 4. und 5. v.l.).

Der gastgebende Murhof darf sich über einen zweiten Aufsteiger aus den eigenen Reihen freuen. Junior-Teaching-Pro Dominic Angkawidjaja, der drei Mal die Woche am Murhof ordiniert, scort mit 66 (-6) das tiefste Ergebnis des Tages. Er teilt sich den Sieg beim Spiel ums Geld mit Steve Waltman (Pro im GC Reit im Winkl – Kössen) und Georg Martin Schultes (Pro im GC Herzog Tassilo). Angkawidjaja: „Ich fühle mich irsinnig wohl in meiner neuen Rolle als Golf-Lehrer und habe wahrscheinlich deshalb seit Jahren endlich wieder ein gutes Turnier gespielt.“ Einig sind sich die drei sportlichen Teaching-Pros, dass sie nicht auf den Event hintrainiert haben, viele der Kollegen hätten gewinnen können. Die drei Sieger teilen sich das Preisgeld für die ersten drei Platzierungen, und jeder bekommt 2.300 Euro Taschengeld.

Purgauer spielt den Sieg nach Hause

Anja Purgauer zerlegt den Murhof: Platzrekord mit 68, -4 von den gelben Tees bei knapp 6.000 Meter Länge!

Zur neuen Prinzessin am Murhof kürt sich am Sonntag endgültig Anja Purgauer vom GC Wels. Nach ihrem famosen Platzrekord von den Ladies-Backtees (68, -4) spielt sie das Turnier mit 76 (+4) am Sonntag sicher nach Hause. Die 20-jährige Wirtschafts-Studentin hat die Nationalen Offenen schon vor zwei Jahren in Ischl gewonnen. „An den ersten beiden Tagen hat wirklich alles zusammengepasst. Für den Abschluss kann ich mit dem kurzen Spiel nicht zufrieden sein“, so Purgauer, die einige frühzeitige Gratulationen vor dem Ende der Finalrunde wehement abwehren musste. Den Start-Ziel-Sieg nach Hause zu spielen sei „gar keine Einfache Aufgabe gewesen“, so Purgauer.
Zweite wird Natascha Fink, der nach ihrer Aufholjagd drei Schläge Rückstand bleiben. Nina Mühl und Fanny Wollte sichern sich, mit deutlichen Abstand auf Purgauer, die Medaillenränge in der Staatsmeisterschaft.

Mit nahezu 6.000 Meter Länge, also über dem üblichen LET-Tourniveau, hat sich der Murhof für die Damen äußerst zäh gespielt. Selbst Longhitterinnen mussten sich für die Grünattacken strecken. Wie bei den extrem schwierigen US-Open, derzeit in San Francisco, blieb Kritik an der Turnierleitung nicht aus. Umso mehr hat Purgauers fantastischer neuer Platzrekord (68, -4) historische Dimension.

zum Scoreboard

Der Murhof hat sich einmal mehr als großer Österreichischer Championship-Kurs profiliert.

Nationale Offene Meisterschaft
GC Murhof, Graz
14. bis 17. Juni 2012
Preisgeld: 20.000 €
Titelverteidiger: Manuel Trappel (Am.)

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