Der Stab des Anstosses [0]

Die R&A und USGA möchten das Verankern des Putters am Körper ab 2016 verbieten, ganz zum Leidwesen der stetig steigenden Zahl an Spielern die auf Long und Belly Putter zurückgreifen.

Die R&A und die United States Golf Association (USGA) – die beiden im Golf bestimmenden Organisationen – haben gestern mit einer möglichen Regeländerung für Aufsehen gesorgt. Diese würde ab 2016 das Verankern von Schlägern am Körper untersagen und damit den Einsatz des Long Putters oder Belly Putters in der gewohnten Form verbieten. Bis jetzt werden diese Putter durch den Unterarm, am Bauchnabel, Brustbein oder Kinn verankert und bieten damit nicht einen fixen Ankerpunkt, um den der Schlag ausgeführt wird. Dies verhilft zu mehr Kontrolle und hat einigen Tourpros das Leben am Grün erleichtert. Prominentestes Beispiel ist Bernhard Langer, aber auch immer mehr junge Spieler greifen zu den langen Puttern und konnten damit in diesem Jahr zahlreiche Turniere, darunter auch Majors gewinnen.

Mit der neuen Regelung wären die aktuell gültigen Putter immer noch erlaubt, doch die derzeitige Handhabung nicht mehr. „Während seiner 600 jährigen Geschichte besteht die Essenz des Golfsports darin, dass ein Schläger mit den Händen gehalten, frei um den Körper schwingt und den Ball trifft“ so Mike Davis von der USGA. „Die Herausforderung besteht nun gerade darin den Schläger während des gesamten Schwunges zu kontrollieren. Ein Verankern des Schlägers mindert die ursprüngliche Herausforderung. Daher sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Regeln angepasst werden sollten, damit wir die Tradition des Sports und ihren ursprünglichen Charakter bewahren“. „Wir glauben, dass wir diesen Bereich von allen Seiten beleuchtet haben, aber auf Grund des weltweiten Interesses möchten wir die Gelegenheit bieten, dieses Thema in der Öffentlichkeit zu diskutieren“ so Peter Dawson, Direktor der R&A. In den kommenden drei Monaten werden die Zuständigen alle Kommentare und Meinungen auswerten, ehe die Regel beschlossen werden soll. Die geplante Einführung wäre dann am 1. Jänner 2016. Diese Übergangsphase biete den Spielern die nötige Zeit ihre Putt Methoden zu ändern und an die neuen Regeln anzupassen.

Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass die R&A und USGA entstandene Methoden verbieten. So wurde bereits 1968 der Croquet Style im Putting verboten. „Unsere Aufgabe ist die Wahrung des ursprünglichen Charakters des Golfsports“ so Davis weiter. Und auch wenn es sich bei den Long und Belly Puttern nicht um eine neue Erfindung handelt, war diese Methode bisher nur unter wenigen Spielern verbreitet. In den letzten beiden Jahren haben jedoch immer mehr Spieler, auf allen Leveln, diesen Trend für sich entdeckt. „Das Verankern des Putters wird immer populärer und hat uns dazu veranlasst ihre Auswirkung auf das Spiel zu beleuchten. Unser Bedenken ist, dass diese Methoden den Charakter des Putts und damit des Spiels von ihrer Tradition lösen und damit dem Spiel schaden“.

Auf Protest braucht man nicht lange zu warten. Allein in den letzten beiden Jahren konnten unter anderem Keegan Bradley (USA, PGA Championship), Webb Simpson (USA, US Open) und Ernie Els (RSA, British Open) mit den langen Puttern einen Major Titel sichern. Grund für die Änderung der Regeln seien jedoch nicht die Erfolge, sondern die steigende Zahl der Nutzer. So wurden diese Putter vor einigen Jahren von rund 4 Prozent der Golfer gespielt, im letzten Jahr waren es bereits 11 Prozent. Und bei rund 20 Prozent an Tourpros der US PGA Tour, die diese Putter heuer im Einsatz hatten, wundert es nicht, dass bereits Gerüchte über mögliche Sammelklagen im Falle der Einführung die Runde machen.

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