The Open: Olivers Nachschlag [0]

Golfrevue Material-Experte Oliver Tree hat sich ein bisserl Gedanken über die 145. Open Championship gemacht….

The Open 2016: Ein Erfolg für die Geschichtsbücher – Iceman Stenson und der Claret Jug

The Open 2016: Ein Erfolg für die Geschichtsbücher – Iceman Stenson und der Claret Jug

Waren The 145th Open Championship eines der besten Majors der Geschichte? Wir befinden uns mitten in der kürzlich ausgerufenen Ära der Big 3… .oder 4 wie auch immer man möchte. In Abwesenheit des Tigers liegt die Hoffnung der Fans auf Rory, Jason, Jordan und Dustin Johnson.

The Open 2016 stand unter einem denkbar günstigen Stern. Rory mit steigender Formkurve, Jason Day Nummer 1 der Welt, Dustin Johnson unmittelbar nach einem Major und einem WGC Titel, und auch Spieth schien langsam wieder in Spiellaune. Dazu Phil Mickelson der dank seiner Shortgame-Magic meist ein verlässlicher Faktor im Linksgolf zu sein scheint, „the stage is set“ wie man in Großbritannien sagen würde.

Es sollte anders kommen, doch alles der Reihe nach.

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Mickelson spielt groß auf, am Ende reicht es aber nicht ganz, der Amerikaner verliert ein denkwürdiges Finaltag-Duell gegen Stenson

Anfang der Woche sorgte Rory McIlroy mit einem äußerst ehrlichen Interview für Aufsehen. Transportiert wurde vor allem, dass er sich dem Golfsport nicht verpflichtet fühle und er niemals die Intention hatte das Spiel einer breiteren Masse zugänglich zu machen sondern lediglich Turniere zu gewinnen. Der Aufschrei in den sozialen Medien war nicht zu überlesen, jedoch meiner Meinung nach völlig unverständlich. Es war in Zeiten von PR-Beratern und einstudierten Publicitystunts ein erfrischend ehrlicher Superstar.

Zudem wurden die polarisierendsten Aussagen etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Immerhin nutzt McIlroy seine Popularität sehr wohl zum Wohle des Sportes.

Bleibt zu hoffen, dass einige Turnierveranstalter Notizen gemacht haben, dass ein durchaus normales Layout eine Voraussetzung sein kann für ein großartiges Turnier und einen der würdigsten Champions der Geschichte.

Abgesehen von seiner RM Foundation unterstützt er Nachwuchsprogramme und hilft durch diverse Sponsorentermine zweifellos der Popularität dieses Spiels. Ihm einen Strick daraus zu drehen dass er nicht vordergründig im Kopf hatte andere Menschen zu inspirieren mit dem Golf zu beginnen ist doch äußerst bizarr. Kein Athlet denkt zu Beginn seiner Karriere über seine Funktion als Botschafter nach, es geht darum zu gewinnen. Ich finde die Ehrlichkeit McIlroys jedenfalls bewundernswert und erfrischend.

Der restliche Verlauf des Turniers lässt sich kurz und prägnant zusammenfassen mit „Stenson vs. Mickelson“. Das epische Duell wird zweifellos in die Geschichte eingehen, möglicherweise sogar als die beste Finalrunde aller Zeiten. Tiger Woods hat zwar die US Open im Jahr 2000 mit 15 Schlägen Vorsprung gewonnen doch war das damals mangels eines Kontrahenten eher Kür als Pflicht. Der offene Schlagabtausch der beiden Callaway Staffer behielt bis zum Ende die Spannung ohne das einer der beiden unter dem Druck zusammenbrach.

Für mich aber der eigentlich wesentliche Faktor für grandiose Unterhaltung war die Arbeit der R&A im Vorfeld. Das Setup war fair, und bot Möglichkeiten für Birdies aber auch Desaster nach schlechten Schlägen. Die USGA und in ihrem Fahrwasser leider viele andere Turnierveranstalter versuchen in den letzten Jahren zusehends die besten der Welt vorzuführen mit Course Set-ups die für Normalsterbliche völlig unspielbar wären. Bei der US Open ist das in einem gewissen Ausmaß völlig in Ordnung, war das doch immer schon ihre quasi USP.

Während vielfach spätere Sieger zwischen dichtestem Rough und teils absurden PinPositions ins Ziel stolpern, bot Royal Troon trotz schwieriger Backnine eine würdige Bühne für ein geschichtsträchtiges Showdown.

Viele andere Turniere verlieren dadurch aber völlig an Appeal. Die weltbesten Golfprofis deren überlegenes Können für Amateure vor den Fernsehgeräten kaum verständlich ist spielen Bogeys und schlimmeres. Das ist auf Dauer nicht sehr spannend für Zuschauer. Bogeys kann ich selbst, jederzeit und auf Ansage.

-31 bei der Mercedes Championship 2003 durch Ernie Els ist faszinierend und kaum vorstellbar für Amateurgolfer, das ist Entertainment. Masters Siege wurden am Sonntag auf den letzten 9 entschieden durch dramatische Aufholjagden á la Faldo 1996, nach den Umbauten wirkt es oftmals wie ein Eiertanz wen es am wenigsten erwischt am Sonntag im Augusta National GC. Während vielfach spätere Sieger zwischen dichtestem Rough und teils absurden PinPositions ins Ziel stolpern, bot Royal Troon trotz schwieriger Backnine eine würdige Bühne für ein geschichtsträchtiges Showdown.

Das 8. Loch mit seinen 123yards hat dank eines cleveren Layouts von 15 Schlägen (Hermann Tissies 1950) über diverse Triplebogeys wie einst Tiger Woods 1997 bis hin zu Hole in Ones von Gene Sarazen & David Russell (1973) und Ernie Els (2004) fast alles an Entertainment geboten. Ähnliche Unterhaltung habe ich beim 300y Par3 in Oakmont vermisst. Bleibt zu hoffen, dass einige Turnierveranstalter Notizen gemacht haben, dass ein durchaus normales Layout eine Voraussetzung sein kann für ein großartiges Turnier und einen der würdigsten Champions der Geschichte.

 

 

 

 

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