Blog von Klaus Nadizar

Neulich in London [0]

Ein bisschen wundern darf man sich schon, wenn die Dame an der Rezeption der Diners Club Lounge am Flughafen Heathrow die verwunderliche Frage stellt, ob man eine Master oder VISA Card besitze…

Als Journalist genießt man hin und wieder feine Priviligien. Etwa, dass einen die schweizer Edeluhrenmarke Maurice Lacroix für 1,5 Tage nach London einlädt, um dort mit Superstar und Uhren-Testimonial Justin Rose ein bisschen zu golfen (Indoor!) und zu plaudern. So erfahre ich, dass Justin sich gerade ein Haus auf den Bahamas gekauft hat, und warum es um so viel entspannender ist, auf der US Tour aufzuteen: Dort begleitet ein Tross von Kindergärtnerinnen und LehrerInnen die Tour und gewährleistet so den schulischen Fortschritt der Buben und Mädels der US Tour-Golfer. So viel dazu.

Jetzt hat uns bei diesem Kurz-Trip der böse isländische Vulkan Grimsvötn und jede Menge Sturmböen eine saftige Verspätung beim Rückflug beschert. Die irrwitzige Autofahrt mit little Sebastian, dem wohl flinksten Taxifahrer Londons, hätte ich mir als sparen können. Zur Vorgeschichte: Von Wentworth nach Heathrow sind es normalerweise keine 25 Minuten – wenn die M 25 nix dagegen hat. Sie hatte aber. Die akute Verstopfung der A23 von London hätte den Kurztrip zu einer kleinen Odyssee von gut und gerne 2 Stunden gemacht, inklusive Versäumen des Fliegers. Little Sebastian aber kannte Wege (und Kniffe), die mich in 50 Minuten zum Terminal 1 gebracht haben, wo die Dame beim Check-in auf meinen zart irren und gehetzten Blick ganz nonchalant meinte: „Sie hätten sich nicht so beeilen müssen. Der Flieger hat zumindest 3 Stunden Verspätung.” Auch schön.

Also ab in die Lounge, wo der Vielreisende immer ein gern gesehener Gast ist. Ich wählte die Diners Club Lounge in der mich die SMS der PR Dame von Maurice Lacroix erreichte, mit der Frage, ob ich auch auf meinen Flieger zu warten hätte, und wo ich das denn täte. 5 Minuten später stand sie neben mir beim Eingang zur Diners Club Lounge, in die ich sie Kraft meiner Kreditkarte (natürlich gegen Bezahlung) einladen wollte. Die 15 Pfund möge man mir bitte von der Diners Club Karte abbuchen, so mein Begehr und strecke der Dame am Empfang meine Karte entgegen.

Ihr konsternierter Blick lässt mich stutzig werden. „Do you have a Master Card, or better a Visa Card?”
Jetzt bin ich es, der stutzt?! Diners Club Lounge? Visa Card? Hallo, hab’ ich da was nicht verstanden?

Knappe 15 Minuten später hatte ich mit der reizenden Empfangsdame alles ausgedeutsch und weiß nun: Will man in London Heathrow einen Gast in die Diners Club Lounge einladen, ist der Besitz einer VISA oder Master Card ratsam…

 

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