Blog von Klaus Nadizar

Ärgernis Wunschflight [1]

Man erlebt so allerhand in 20 Jahren Golf, aber das mir mein allererstes Mal da ich um einen Wunschflight gebeten habe so viel Ärgernis beschert, hätte ich nicht vermutet.

Wir schreiben ein x-beliebiges Datum und nehmen einen x-beliebeigen Golfclub – wir wollen ja niemanden diffamieren. Es geht nur darum, etwas aufzuzeigen, das mich tatsächlich mächtig geärgert hat: Urlaubszeit, Sonne, entspannte Tage, und endlich die Chance eine Runde Golf mit meinem Vater zu spielen.

Das Turnier: nett, klein, wochentags, schlappe 20 Starter. Preise: keine Ahnung, aber nichts, was die Amateurstatuen verletzten könnte, keine Weltreise und keine vergoldeten Putter, oder ähnliches. Darum, zum allerersten Mal in meiner Karriere, bitten ich höflich darum, mit meinem Vater auf die Runde gehen zu dürfen. Ich seh‘ ihn so gezählte 5 Mal im Jahr, und Golf steht dabei nicht am Programm.

Als ich um 23 Uhr online meine Tee-Time abrufe, haut’s mich fast vom Sessel: Die haben doch glatt meinen Vater einen Flight nach mir eingeteilt. Einer unruhigen Nacht folgt ein echt unerfreulicher Morgen. Alles Flehen, Betteln und Bitten, auch das Versprechen ausnahmsweise nicht zu schwindeln, oder aber zumindest maximal um zwei, drei Schläge half nichts. Das Herz der Sekretärin blieb steinhart. „Wunschflights sind nicht erlaubt. Das ist eine Vorgabe vom ÖGV,“ knallt sie mir über den Tresen hinweg zu. Auf meine Bitte, dem Nachzugehen, weil ich ziemlich sicher wäre, es sei eine Empfehlung und keine Vorgabe, änderte nichts an ihrer festgefassten Meinung.

Da es schon zu spät war, einen Rückzieher zu machen, haben mein Vater und ich uns für ein DNS entschieden, und haben hinter dem Turnier nachgespielt. Bei aller Liebe: Es ist doch landauf, landab so, dass es de facto kein Golfturnier, wo nicht diejenigen zusammenspielen, die zusammenspielen wollen. Und die Scores sind dann auch immer wieder so abenteuerlich, dass man hinterher mit dem Munkeln nicht nachkommt…

Egal, ich werde die nächsten 20 Jahre wieder Ruhe geben…

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Ärgernis Wunschflight”
  1. Rupert sagt:

    Prinzipiell sind Wunschflights nicht deshalb gewünscht, um mogeln zu können, sondern sich untereinander ein zusätzliches „Reiberl“ liefern zu können. Wer schummeln will, der benötigt dazu keine Verwandten oder Freunde.

    Ich würde pro Wunsch und Flight einen Betrag von €5,- einheben.
    Worts Case: Wunschpartner, Wunschstartzeit, Wunsch-Nicht-Partner
    hier zahlt der Flight €15,- – zumindest aber der „Wünscher“

    Der Ertrag kommt den genervten Sekretariatsmitarbeitern zugute und ein Teil davon wird für die Jugendförderung o.ä. abgezweigt.

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