Blog von Alex Kramel

Die Quadratur des Bauches [2]

Fit for Golf: Mein Tagebuch von der sportlichen Golf- und Fitness-Woche in Reiter´s Burgenlandresort in Bad Tatzmannsdorf.

Vom Turnsaal auf die Range

Fitness in Kombination mit intensivem Golftraining. Der perfekte Ansatz, den eigenen Schwung wieder in Form zu bringen und parallel dazu gleich den ganzen Körper. Mit dem von der Merkur Recreations im Reiter’s Burgenlandresort und der David Leadbetter Golfakademie gemeinsam aus­gearbeiteten Programm ist das ein Kinderspiel. Und Spaß macht das Ganze auch noch.

Aber der Reihe nach: Zuerst wird der persönliche Bewegungsstatus nach der TPI-Me­thode (www.mytpi.com) gescreent, damit in der Folge individuell darauf abgestimmte Übungen ausgearbeitetet werden können. Danach wird der Schwung mittels eines Videos analysiert und nach Kursende mit dem Anfangsstatus verglichen. Hausaufgaben gibt’s mit auf den Weg. Sportwissenschaftler erstellen anhand dieser Basisdaten ein abwechslungsreiches Programm zum Aufbau der Fitness und zur Steigerung der koordinativen Fähigkeiten. Übungen wie Trampolinspringen oder Barfußlauf lockern das Training auf. Tägliches Üben auf der ­Driving Range und zwei Runden am Platz ­gehören genauso zur Trainingswoche wie das per­fekte Wellness- und Massageangebot und die exzellente Küche.

Wir durften mit einer Gruppe Auserwählter eine Start-up-Woche über uns „ergehen“ lassen und haben darüber ein Tagebuch ­geführt:

Montag, 8 Uhr: Treffpunkt Lobby. Ich hätte den letzten Drink gestern auslassen sollen! So früh kann sich acht Uhr anfühlen … Ich lerne meine Mitstreiter kennen: Monika, die Märchenautorin aus Wien mit engagiertem Handicap 16; Joachim, der Linzer Software-Ingenieur, Handicap 36; Karin, die resolute Mathematikerin und ehrgeizige Golferin mit beachtlichem 26er-Handicap; und Juristenpaar und Neo-Golfer Markus und Susanne. Allen geht die gleiche Motivation voraus: die persönliche und golferische Fitness zu stärken oder überhaupt erst auszugraben.

Nach der Vorstellungsrunde nimmt uns Heather, unser TPI-Coach, zur Brust. Die gebürtige Irin war aufstrebendes Pro-Talent, bevor sie ein Unfall bremste. Mit uns macht sie jetzt ein ausführliches TPI-Screening; ich hatte ja keine Ahnung, wie schmerzhaft Bewegung sein kann!

9 Uhr 30: Endlich Frühstück! Ich bin frustriert, weil ich stehend gar nicht mehr mit den Händen zum Boden komme. Versuche, meine Verstimmung mit ausgiebig Nahrung zu lindern. Ergebnis: Bin noch mehr frustriert.

10 Uhr: Erste Gymnastik nach TPI. Wer ist diese un­bewegliche Tonne im Spiegel? Hab ich erwähnt, dass ich ­frustriert bin? Genieße die anschließende Freizeit zum Mentaltraining und schlafe eine Runde. Beschließe, nie wieder zu essen – außer vielleicht eine Kleinigkeit vom Mittagsbuffet.

Intensiv-Programm auf der Leadbetter-Range

14 Uhr: Range und Videoanalyse. Wie viele Fehler bringt man in einen Schwung und das dann auch noch auf DVD? Ich möchte weinen. Dann endlich: Wellness und Abendessen. Das habe ich mir verdient nach so viel Stress.

Dienstag, 7 Uhr: Oh no! Ich kann mich nicht bewegen – Morgensport und TPI-Gymnastik! Sind die noch zu retten? Anschließend Massage. Oh ja, ich liebe diese Hände! 14 Uhr: Trainingseinheiten auf der Driving Range – die ganze Massage ist wieder im Eimer. Das Letzte, was ich heute brauche, sind gute Tipps oder ein Video.

Mittwoch, 8 Uhr: Nicht schon wieder! Wer hat den Satz „Morgenstund’ hat Gold im Mund“ erfunden? Ahnungsloser Typ. Oder ist es wegen der paar Achterln vom feinen Roten, dass ich heut so gar keine Lust hab? Na ja, was soll’s – Morgensport mit einem Lächeln: „Haifisch“.

10 Uhr: Koordinatives Training, juhu, Trampolin! Verdammt, vor zwanzig Jahren ging das doch noch. Jetzt ein Stich im Rücken – und ab zum Wirbelsäule-Einrenken.

14 Uhr: Spiel am Golfplatz. Ich bin soooooo müde.

Donnerstag, 8 Uhr: TPI-Gymnastik. Hab TPI umbenannt in „Tägliche Plage Inklusive“, aber heute macht’s irgendwie Spaß. Bin ich pervers, oder ist’s Gehirnwäsche?

8 Uhr 30: Barfußlauf auf burgenländischen Wiesen: „Das kribbelt so schön an meinen Füßen.“ Begehe mein Frühstück mit einem Dauerlächeln. Liegt’s an den Endorphinen oder an der Tatsache, dass mir heute gar nichts weh tut? Die nachmittägliche Trainingseinheit fühlt sich fast schon richtig an, aber eben nur fast.

Freitag: Wann ist es 8 Uhr? Ich will endlich zur TPI-Gymnastik, könnte Bäume ausreißen! Morgengymnastik! Hallo ihr Vöglein, Gräser und Bäume, ich bin fit wie ein Turnschuh! Anschließend auf die Range und zurück zur Realität: Das Abschlussvideo steht an. Ein Licht am Ende des Tunnels, wenn auch nur ein Kerzenschein. Jetzt noch ein paar Jahre fleißig trainieren – und ich bin am Ziel. Nachmittag ab auf die Abschluss-Runde! Illusion wieder leicht zerstört. Aber wahrscheinlich bin ich übertrainiert … Schade eigentlich, dass es schon vorbei ist.

Große Abschlussfeier und Fachsimpeln mit meinen Mitstreitern über Stellen, von denen man sich nie vorstellen konnte, dort einen Muskelkater zu bekommen. Manche hätten sich noch ein wenig die mentale Komponente gewünscht, aber sonst herrscht helle Begeisterung. Man verlässt Bad Tatzmannsdorf nicht mit leeren Händen und einem Muskelkater, sondern man bekommt das persönlich zusammengestellte Programm – sozusagen zum Nachkochen – mit nachhause. „Das Golf-&-Fitness-Programm soll einerseits eine Woche wunderbarer Aktivurlaub sein und gleichzeitig ein Amuse-Gueule für ein weiterführendes Programm zuhause.
Wenn man sich die wenige Zeit pro Tag nimmt, um seine Hausübungen weiterzubetreiben, kann das eine nachhaltige ­positive Umstellung der Lebensumstände sein“, verspricht uns Sportdirektor Richard Senninger.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Die Quadratur des Bauches”
  1. Alexandra sagt:

    Hallo Alex, wann war da? Und gibt´s dieses Angebot noch?
    LG Alex

    • Klaus Nadizar sagt:

      Hallo Alex… Bin zwar nicht Alex, aber die Antwort bleibt die gleiche: Es gibt in Bad Tatzmannsdorf nachwievor ein Golffitness-Programm… Meines Wissens nach ist die oberste medizinische Betreuung Golferin… Bei Fragen geht auch anrufen 😉
      lg Klaus Nadizar

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