Golfsport, quo vadis? [0]

Houston, wir haben ein Problem, lautet ein geflügelter Satz bei der NASA. Aufs österreichische Golf übertragen, heißt das Stagnation bei der Zahl der GolferInnen, ein touristisch zu schwach vermarktetes Produkt und eine recht traurige Bilanz im Nachwuchsbereich: In den letzten zehn Jahren gab es im Segment unter 21 Jahre einen Zuwachs von gerade mal knapp 2.000 GolferInnen, während im selben Zeitraum insgesamt rund 40.000 ÖsterreicherInnen zu ­golfen begonnen haben.

Grund genug, ein Dutzend heimischer GolferInnen zu einem Round Table zu bitten, wobei wir darauf geachtet haben, diese aus möglichst vielen Bereichen, aber nicht nur im Golf, zu angeln – von der Industrie über den Tourismus bis hin zum Golfplatzbetreiber. Moderiert hat den teils sehr emotional geführten Talk Golfrevue-Chefredakteur Klaus Nadizar.

 

Thema: Nachwuchs & Kids am Golfplatz  

Klaus Nadizar: Woran liegt es, dass der Nachwuchs offensichtlich keinen Spaß an Golf findet, wie es die Zahlen belegen?

Volker Piesczek: Es fehlt schlicht an der Infrastruktur. Um mehr Kinder auf die Golfplätze zu bekommen, braucht es einen Spielplatz und auch Kinderbetreuung.

Michael Moser: Ich glaube, dass es für Kinder nicht lustig ist, weil sie dauernd leise sein müssen. Das Problem ist, dass sich Golfer einfach zu ernst nehmen.

Reinhard Schwarz: Das ist ab­solut richtig. Golf ist alles, was Kinder nicht wollen: Regeln und Ruhe. Im Skisport gibt’s eigene Kindergärten, das fehlt uns beim Golf.

Regina Dvorak: Und wenn man es sich genau anschaut, gibt es auch keine Chance für Kids, auf die Runde zu gehen. Am Wochenende ist es einfach zu stressig, weil die Mitglieder wenig Verständnis dafür haben, und unter der Woche geht es sich schlicht nicht aus. Ich fahre aber deshalb nicht um 6 Uhr auf den Platz, damit wir sechs Löcher spielen können. Als Konsequenz gibt es keine Chance, die Kinder ins Clubleben zu integrieren. Auf die Skipiste kann ich meine Kin­der aber ohne Probleme stellen.

Joachim Bankel: Vielleicht wäre es möglich, dass dort, wo Platz vorhanden ist, Clubs einen kleinen 3-Loch-Kinderplatz anlegen. Auf jeden Fall muss eine Kinderbetreuung her.

Thomas Reiter: Familie und Golf ist auch immer ein gewal­tiges Logistikproblem für Berufstätige und extrem zeitaufwendig.

Xenia Glatz: Wir haben in Himberg gar kein Problem mit Kids. Im Gegenteil: Bei uns boomt das Thema. Wohl auch wegen der Infrastruktur und der kindergerechten Trainingsmethoden. Diese justieren wir Jahr für Jahr nach.

Alex Paul: Für mich macht es ­keinen Sinn, Kids vor dem sechsten Lebensjahr auf den Golfplatz mitzunehmen. Sie haben einfach keine Wahrnehmung für die ­Gefahren, die hier lauern.

Franz Wittmann: Wir haben mit dem Programm „Hello Juniors“ einen ersten Schritt getan, um diesem Trend entgegenzuwirken. Kinder bis 12 Jahre dürfen in diesem Programm gratis spielen.

 

 

Neugierig geworden? Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Golfrevue!

 

 

 

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar