Portrait: John Daly [0]

John Daly neu: Er war eines der größten Talente des Golfsports und Dauergast auf der Hochschaubahn des Lebens. Nun versucht „The Lion“ zum x-ten Mal, sein Leben (und damit sein Golf) in den Griff zu bekommen. Ob ihm das diesmal gelingt? Davon können sich Golffans heuer bei den Austrian GolfOpen by Lyoness selbst ein Bild machen.


In Fontana hätte John Daly schon 2009 für den großen Run auf die Austrian ­GolfOpen sorgen sollen. Doch das Enfant terrible ließ kurz vor dem Turnier ausrichten, er sei „verletzt“. Allen Mutmaßungen zum Trotz – seine Eskapaden waren und sind Legende – stimmte es, und Herr Daly ließ sogar die Anzahlung für sein Startgeld rücküberweisen. Heuer soll es nun aber tatsächlich klappen mit dem ersten Österreich-Auftritt des Supertalents seit knapp 20 Jahren. Mittlerweile, Big John hat sich den Magen verkleinern lassen und hält strikt Diät, sorgt er zwar mehr mit seinen Hosen denn mit seinem Golf für Aufsehen, eine Ikone des Golfsports ist der Longhitter aus Arkansas aber noch immer. Und er wird es immer bleiben, denn Ruhm kennt keine Gnade. Schon gar nicht, wenn er einen unvorbereitet trifft, wie das beim damals 25-jährigen John Daly bei der PGA Championship 1991 der Fall war. „Out of nowhere“ gewinnt er sein erstes Majors, zu einem Zeitpunkt, da sich schon etliche kahle Stellen in seinem Lebenslauf finden: Aufgewachsen im 4.000-Seelen-Kaff Dardanelle, fällt er bereits als 17-Jähriger Mitte der 1980er-Jahre immer wieder durch Alkoholkonsum auf. Das erste echte Blackout gibt es nach einer vom Uni-Golfcoach Steve Loy verordneten Diät. „Du spielst erst wieder für unser Team, wenn du 30 Kilo abgenommen hast“, lässt Loy den hochtalentierten 130-Kilo-Golfer wissen und verordnet ihm eine salatlastige Schonkost, die Daly als Hasenfutter-Fraß ablehnt. Anstelle des Grünzeugs gönnt sich Big John tagelang gar keine Nahrung, ausgenommen Whiskey. Am schnellen Ende seiner „Diät“ findet sich Daly im Washington Hospital in Lafayette wieder. Die erste Überdosis, sozusagen, und der Beginn seines patscherten Lebens. „Das war jene Zeit, in der ich gelernt habe, mich zu hassen“, erinnert sich Daly an die Anfänge seines Alkoholproblems, die ihn bis heute wie ein Dämon verfolgen.

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