Österr. Mannschafts-MS [0]

Emotionaler  Sieg für den GC Murhof!

Nach elfjähriger Durststrecke holt der GC Murhof ­wieder den Titel des Österreichischen Mannschaftsmeisters in die Steiermark. Bei den Damen gewinnt die junge Garde des GC Gut Murstätten. Viel Lob gab es für die austragenden Golfclubs Almenland-Passail, Murhof und Gut Murstätten.

Text & Fotos: Alex Kramel (Almenland), Katharina Wieser (Murhof), Thomas Weidinger (Murstätten)

Gary Stangl (l.) jubiliert, Murhof-Präsident Johannes Goess-Saurau (r.) gratuliert

Dramatisch, weil emotional geht es im Kampf um den Meistertitel bei den Herren zu: Der GC Kitzbühel (Sieger der Jahre 2006 und 2007) trifft auf den GC Murhof, der heuer alles daran gesetzt hat, den Pokal zurück zu holen: Teambuilding stand im Vorfeld ebenso am Programm, wie spezielles Mentaltraining. Tatsächlich legen die Steirer mit zwei Punkten aus den Vierern vor. Andererseits sieht es in der Folge lange Zeit so aus, als könnten die Tiroler das Match noch umdrehen. Doch starke Einzelleistungen der Murhofer – besonders von Lukas Nemecz, der einen 4-Loch Rückstand gegen Thomas Ortner, ab der 14 mit fünf Lochgewinnen in Serie noch in einen Sieg verwandelt – reichen am Ende für den ersten Erfolg bei dieser Meisterschaft nach elf Jahren. Den vierten Punkt und somit den Titel für den Murhof fixierte Jürgen Friessnegg, der Julian Hödlmayr mit 3 und 1 bezwingt. Bronze geht an den GC Am Mondsee, der den CCG Himberg niederringt.

Der GC Murhof holt den Mannschaftsmeistertitel 2008

2. Platz im 1. Flight: GC Kitzbühel
 

3. Platz im 1. Flight: GC Am Mondsee

Den Sieg im zweiten Flight sichert sich die Mannschaft des KGC Dellach, die gegen den GC Radstadt mit 6:1 erfolgreich blieb. Den Kärntnern gelingt damit gleich im Jahr 1 nach dem erstmaligen Abstieg aus der „Königsklasse“ wieder der Aufstieg in die oberste Liga, und das souverän.

1. Platz im 2. Flight: Kärntner GC Dellach

Serien- und premierentäter im 3. & 4. Flight Im dritten Flight setzt sich unterdessen eine beachtliche Erfolgsserie fort. Die Mannschaft des GC Golfschaukel, die in zehn Jahren Mannschaftsmeisterschaften noch nie abgestiegen ist, marschiert mit jugendlicher Leichtigkeit – Youngster Robin Goger ist erst 13, Teamkollege Patrick Oswald erst 15 Jahre alt – durch die Matches und lässt Teams wie die favorisierten Zeller Burschen am zweiten Tag mit 4,5:2,5 links liegen. Auch im Finale gegen den GC Gut Freiberg lassen die jungen Helden aus dem Burgenland nix anbrennen und gewinnen klar mit 5 zu 2. Den dritten Platz und damit ebenfalls den Aufstieg in den zweiten Flight holt sich der GC Murtal, dank eines unfassbaren Finales gegen Zell: Alexander Platl (Murtal) setzt im entscheiddenen Match am ersten Extra-Loch seinen Abschlag links ins Semirough, locht aber mit einem Präzisionsschlag aus 140 Metern zum Eagle und Aufstieg ein.
Überraschung im vierten Flight: Zum ersten Mal seit Bestehen der Mannschaft kann Tuttendörfl mit einem souveränen 5,5:1,5 gegen den Grazer GC einen Flight gewinnen. Der dritte Aufstiegsplatz geht an die Routiniers des GC Wels, die sich gegen Kitzbühel-Schwarzsee erst im allerletzten Single durchsetzen können.


Durchmarsch der jungen Damen

In nur drei Jahren vom dritten Flight zum Meistertitel. Dieses Kunststück gelingt der stark verjüngten Damen-Mannschaft des GC Gut Murstätten. Haben die Young Guns am ersten Tag mit dem CCG Himberg, Vize-Meister 2007, noch Mühe – zwei der drei Murstätten-Punkte standen lange auf der Kippe –, geben die Murstätterinnen gegen Linz-St. Florian gar kein Match ab. Im ­Finale wartete bereits das Dellacher-Damenteam, das sich heuer deutlich stärker als im ­Vorjahr präsentiert und mit Radstadt und – überraschend – auch mit Innsbruck wenig Probleme hat.
Das Finale entwickelt sich zu einem echten Krimi: Nachdem der Vierer klar (7/6) an Dellach geht, schlägt nach Siegen von Fanny Wolte (4/2) und Verena Gruber (5/4) das Pendel Richtung Murstätten. Der Ausgleich für Dellach gelingt Karin Kocher, die ihr ­Single gegen die erst 14-jährige Sophia ­Neukart gewinnt. Den großen Show-Down liefern dann Tina Schader (Dellach) und ­Sarah Schober, die auf Loch 17 dormie liegt und den Sieg für Murstätten vor Augen hat. Schober locht nach einem nervösen Wasserball zum Doppelbogey und bringt damit Tina Schader unter Druck. Ebenfalls nach einem Wasserball würde nur mehr ein Chip-in den notwendigen Lochgewinn bringen und damit die Chance, das Match um­zudrehen – Schader schafft das (fast) Unmögliche, um schließlich auf Loch 18 doch Match und Titel an Murstätten abzugeben.

Sektfreude bei den Damen vom GC Gut Murstätten, die den Mannschaftsmeistertitel holen

Der Vize-Meistertitel geht an die Damen vom Kärntner GC Dellach

Der 3. Platz im 1. Flight geht an die Damen vom GC Innsbruck-Igls

Die Highlights im zweiten Damen-Flight sind der Sieg der ebenfalls sehr jungen Mannschaft des GC Schloss Schönborn gegen den GC Gut Altentann und der Kampf um den dritten Platz, der den Aufstieg in die höchste Spielklasse im nächsten Jahr bedeutet: Der GC Wien, 2007 als regierender Meister in den zweiten Flight abgestiegen, peilt dementsprechend motiviert die Rückkehr an. Was schlussendlich haarscharf daneben geht: Der GC Zell am See, 2007 vom dritten Flight aufgestiegen, kann sich mit der Kraft der Jugend durchsetzen – allerdings denkbar knapp: beim Stand von 2:1 für Zell am See mussten die letzten zwei Singles parallel ins Stechen.

Im 2. Flight  siegt die Mannschaft des GC Schönborn (vorne) gegen die Damen vom Gut Altentann (r.). Zell/See (l.) wird Dritter

Im dritten Flight holt sich der GC Kremstal klar den Sieg gegen den GC Wolfsberg. Und im Kampf um Platz drei, der zugleich den Aufstieg in den nächst höheren Flight bedeutet, gewinnt der GC Brunn knapp gegen die Fontana-Damen.

Jede Menge Lob gab es für die drei ausrichtenden Clubs: Murhof, Murstätten und Passail präsentierten sich ebenso in meisterschaftswürdiger Verfassung wie die gesamte
Organisation. 


Mannschaftsmeisterschaften – Ergebnisse

Herren
1. Flight:
1. Murhof (5:2 Föhrenwald, 1,5:5,5 Mondsee, 4,5:2,5 Kitzbühel), 2. Kitzbühel (5:2 Fontana, 2,5:4,5 Gutenhof), 3. Mondsee (5:2 Innsbruck, 4:3 Gutenhof), 4. Gutenhof (4,5:2,5 Linz St Florian), 5. Föhrenwald (4,5:2,5 Innsbruck, 4:3 Fontana), 6. Fontana (5,5:1,5 Linz St. Florian), 7. GC Innsbruck (4,5:2,5 Linz St. Florian), 8. Linz St. Florian
2. Flight:
9. Dellach (5,5:1,5 Erzherzog Johann, 6:1 Murstätten, 6:1 Radstadt), 10. Radstadt (3:4 Schönborn, 2,5:4,5 Radstadt), 11. Salzburg-Eugendorf (Wien 4,5:2,5, Murstätten 4,5:2,5), 12. Murstätten (5:2 Haugschlag), 13. Erzherzog Johann (5,5:1,5 Haugschlag, 5:2 Wien), 14. Wien (4:3 Schönborn), 15. Haugschlag (4,5:2,5 Schönborn), 16. Schönborn
3. Flight:
17. Golfschaukel (6:1 St. Oswald, 4,5:2,5 Zell am See, 5:2 Freiberg), 18. Freiberg (4:3 Frauenthal, 5:2 Murtal), 19. Murtal (4,5:2,5 Achau, 4:3 Zell am See), 20. Zell am See (5,5:1,5 Brunn), 21. Frauenthal (5:2 Achau, 5,5:1,5 St. Oswald), 22. St. Oswald (5:2 Brunn), 23. Achau (5,5:1,5 Brunn), 24. Brunn
4. Flight:
25. Tuttendörfl (4:3 Kremstal, 5:2 Wels, 5,5:1,5 Grazer GC), 26. Grazer GC (4,5:2,5 Lärchenhof, 4:3 Kitz-Schwarzsee), 27. Wels (4,5:2,5 Böhmerwald, 4:3 Kitz-Schwarzsee), 28. Kitz-Schwarzsee (4:3 Gastein), 29. Böhmerwald (5,5:1,5 Kremstal, 4,5:5,5 Gastein), 30. Gastein (4:3 Lärchenhof), 31. Kremstal (4,5:2,5 Lärchenhof), 32. Lärchenhof   (30., 31., 32. steigen ab in die Regionalqualifikation)

Damen
1. Flight:
1. Murstätten (3,5:1,5 Gutenhof, 4:1 Linz St. Florian, 3:2 Dellach), 2. Dellach (4:1 Radstadt, 3,5:1,5 Innsbruck-Igls), 3. Innsbruck-Igls (4:1 Mittersill, 3,5:1,5 Linz St. Florian),
4. Linz St. Florian (3,5;1,5 Murhof), 5. Gutenhof (3,5:1,5 Murhof, 4:1 Radstadt), 6. Radstadt (3,5:1,5 Mittersill), 7. Murhof (4:1 Mittersill), 8. Mittersill
2. Flight:
9. Schönborn (3,5:1,5 Achau, 4:1 Zell am See, 4:1 Gut
Altentann), 10. Gut Altentann (4:1 Stärk Linz, 3:2 Wien), 11. Zell am See (3,5:1,5 Freiberg, 3:2 Wien), 12. Wien (3,5:1,5 Ebreichsdorf), 13. Achau (3,5:1,5 Freiberg, 3:2 Ebreichsdorf), 14. Ebreichsdorf (3:2 Stärk Linz), 15. Freiberg (4:1 Stärk Linz), 16. Stärk Linz
3. Flight:
17. Kremstal (3:2 Wels, 3,5:1,5 Brunn, 3,5:1,5 Wolfsberg), 18. Wolfsberg (4:1 Bad Gastein, 3:2 Fontana), 19. Brunn (3:2 Mondsee, 3:2 Fontana), 20. Fontana (4:1 Murtal), 21. Bad Gastein (3,5:1,5 Murtal, 3:2 Wels), 22. Wels (3:2 Mondsee), 23. Mondsee (3:2 Murtal), 24: Murtal   (22., 23., 24. steigen ab in die Regionalqualifikation)


Mannschaftsmeisterschaften – der Spielmodus

Die Mannschaftsmeisterschaften werden im Matchplay-Modus in vier (Herren) und drei (Damen) Flights ausgetragen. Jeder Flight besteht aus acht Mannschaften, die im K.o.-System gegeneinander antreten. Die Mannschaftsmeister der Damen und Herren werden im 1. Flight ermittelt. Bei den Herren werden pro Match zwei Vierer und fünf Einzel gespielt, bei den Damen ein Vierer und vier Einzel. Die ersten drei Mannschaften pro Flight steigen im kommenden Jahr auf (also beispielsweise vom 3. in den 2. Flight), während die drei Letztplatzierten (also die Plätze 6 bis 8) im Folgejahr absteigen (beispielsweise vom 1. in den 2. Flight).

Matchplay-Zählweise: Ein Ergebnis des Lochspiels von beispielsweise „4/3“ (sprich: „Vier und Drei“) besagt, dass Spieler A im Lochwettspiel bereits „4 auf“ ist. A hat also vier Löcher mehr gewonnen, als sein Gegner B. Bei (theoretisch) drei noch zu spielenden Löchern ist A von B nicht mehr einzuholen, hat also bereits am 15. Loch das Spiel gewonnen. Die restlichen Löcher werden nicht mehr fertig gespielt. Liegt ein Spieler genau so viele Löcher vorne, wie noch zu spielen sind – also wenn ein geteiltes Loch bereits zum Sieg reicht – nennt man den Spielstand „Dormie“. Ist ein Spiel nach 18 Löchern unentschieden („all square“) wird im Stechen solange weiter gespielt, bis ein Spieler ein Loch und somit das Spiel gewinnt.

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar