Niki Lauda: Warum er Golfer, aber nicht auf Golf fliegt [0]

King of the Grasbüschel

Niki Lauda erklärt, warum ein Grand-Prix-Fahrer nicht unbedingt Golf spielt und trotzdem kein schlechter Mensch sein muss.


Wenn es um die grenzüberschreitenden Talente von Spitzensportlern geht, fällt der hohe Anteil von Motorsportlern im, sagen wir, ambitionierten Golfsport besonders auf. Da herrscht eine gewisse Anziehungskraft, die man gar nicht näher erklären muss. Im Grund kann man davon ausgehen, dass Motorsport-Asse sehr ordentlich und sehr begeistert Golf spielen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Niki Lauda und Gerhard Berger stehen für die Ausnahmen. Herbert Völker sprach mit den "Problemfällen".

Völker: Gerhard, du bist ja super in Schuss für einen Burschen von nicht mal Fünfzig: Warum spielst du nicht Golf?

Gerhard Berger: (lacht) Eben deshalb. Hab’ ein erfülltes Eheleben.

Okay, das ist der alte Schmäh. Warum wirklich nicht?

Ganz im Ernst: Alles, was mich immer interessiert hat, war: competitive zu sein. Das ist heute im Geschäftsleben nicht anders, als seinerzeit in der Jugend. Die Sportarten meiner Kindheit waren Ski, Rad, Motorrad, Auto, auch schon als Dreizehnjähriger. Das hat mich interessiert und darin war ich gut und bin es – jeweils altersmäßig – geblieben. Ich war nie ein ordentlicher Läufer und hab nie Tennis probiert. Ich will in keiner Sportart hinterher hecheln. Jetzt mit Golf anzufangen, das interessiert mich deshalb nicht, weil es meiner Wettkampf-Idee vom Vorne-Sein nicht mehr entsprechen kann…

…und bloß so zur Entspannung?

Da hab ich andere Ideen.

Völker: Jetzt zu Niki Lauda. Was ist dein Handicap gegenüber Golf?

Niki Lauda: Ich wäre blöd, wenn ich sagen würde, dass ich etwas gegen Golf habe, schon allein deshalb, weil meine Airline ein paar tolle Golf-Destinations im Programm hat. Ich bin einfach zu patschert für diesen Sport.

Dagegen spricht, dass du es ja ganz gut zuwege gebracht hast, gewisse zielführende Bewegungen zu koordinieren. Das ließe sich ja auch auf Golf übertragen…

…vielleicht, aber es hat sich einfach nicht ergeben. Es hat damit begonnen, dass ich seinerzeit, vor vierzig Jahren, ziemlich einseitig ausgerichtet war: Ich wollte Formel-1-Fahrer werden, Formel 1, Formel 1, Formel 1… und da hatte nichts anderes Platz. Als ich dann tatsächlich in die Formel 1 gekommen bin, wollte ich Weltmeister werden, und da hatte wiederum nichts anderes Platz – diese Zielrichtung war einfach mein Lebensinhalt. Die damalige ausschließliche Priorität war immerhin entscheidend für das, was ich letztlich im Leben erreicht habe, insofern ist es ja auch im Rückblick okay.

Wieso aber haben die meisten anderen F1-Fahrer ihre Freude am Golf entdeckt?

Keine Ahnung, ich kann nur für mich selber reden. Mir ist es jedenfalls durch eine Zwangsvorschreibung vermiest worden.
Du wirst es uns erklären, bitte.
Grand Prix USA 1974, Watkins Glen. Es war mein erstes Ferrari-Jahr. Am besten ist mir der komische Holzbau von Hotel in Erinnerung geblieben, in dem der James Hunt (Weltmeister 1976, Anm.) und seine Suzie so laut geschnackselt haben, dass man’s überall gehört hat. Abgesehen davon: Die Veranstalter hatten damals noch viel mehr Einfluss auf Teams und Fahrer, und konnten gewisse Dinge vorschreiben, unter anderem ein Golfturnier am Donnerstag vor dem Rennwochenende. Es hat keine Rolle gespielt, ob man Golf spielen konnte oder nicht, man musste antreten…

Wer zum Beispiel?

Alle Kapazunder der damaligen Zeit. Graham Hill, Emerson Fittipaldi, Clay Regazzoni, Ronnie Peterson, James Hunt, Jacky Ickx, Hans Stuck, Mike Hailwood… das ganze Starterfeld. Die Teamchefs waren auch dabei, der vergleichsweise junge Bernie Ecclestone, würde ich annehmen…

Was war so schlimm dran?

Ich hab nur Grasbüschel davongefetzt, musste aber die ganze Strecke gehen, von Grasbüschel zu Grasbüschel. Ich bin natürlich Letzter geworden, habe aber trotzdem einen Pokal bekommen, bloß für die Teilnahme. Den hab ich auf der Stelle dem Heinz Prüller geschenkt, ich nehme an, er hat ihn heute noch.

In diesen schlanken 35 Jahren, die dazwischen liegen – hast du nie darüber nachgedacht, es vielleicht doch noch einmal mit Golf zu probieren?

Nicht wirklich. Was mich am meisten abtörnt, ist die Rederei der Golfmenschen. Sie reden eigentlich nur noch über Golf und warum sie die Kugel erst beim achten Mal statt beim sechsten Mal versenkt haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir beim Rennfahren je soviel über irgendeinen Schmarr’n unserer Befindlichkeit geredet hätten.

Gibt’s ein freundliches Schlusswort?

Klar. Jeder nach seiner Fasson. Ich höre mir ja heute noch geduldig an, wie doof es ist, mit Vollgas im Kreis zu fahren…
Das hast du ja selber gesagt, bei deinem ersten Ausstieg aus der Formel 1.
Das ist ja nicht das Thema, oder?


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