Greenkeeping [0]

Praxis ist die beste Theorie

20 Jahre Austrian Greenkeeper Association. Rechtzeitig zum großen Jubiläum darf sich die Vereinigung der heimischen Greenkeeper über das erste weibliche ­Mitglied freuen, das die komplette Berufsschule als Landschaftsgärtner, Spezialgebiet Greenkeeping, durchlaufen hat. Und man kann durchaus von Glück sprechen.

 

 

Daniela Glück erinnert sich nur allzu gut daran, was am 10. April 2007 passiert ist: „Da habe ich meine Lehre als Landschaftsgärtnerin mit Spezialisierung auf Greenkeeping begonnen.“ Auf die Idee ist die 20-jährige Oberösterreicherin aus Ottnang am Hausruck durch eine Annonce in einer Lokalzeitung gekommen, in der der GC Attersee-Traunsee einen Greenkeeper-Lehrling gesucht hat. Mit Golf hatte sie ­damals gar nix am Hut, das kam später, während der Ausbildung. Eine Schnupperwoche beim Greenkeeper-Team im GC ­Attersee-Traunsee sorgt dann für die rasche Entscheidung. „Mir hat das unheimlich gut gefallen, und die freie Natur als Arbeitsplatz ist einfach das Allerschönste, das man sich vorstellen kann“, strahlt Glück, die dasselbe ganz offensichtlich ­gefunden hat. Als Alternative stand noch die Rauchfangkehrer­lehre zur Auswahl, aber der Golfplatz machte am Ende das Rennen.
Während der dreijährigen Ausbildung – zwei Jahre in Linz-Ritzlhof, ein Jahr im ­Gartenbauzentrum Kagran in Wien – kommen nie Zweifel auf, eventuell die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Im Gegen­teil: Glück kommt ins Schwärmen ob der mannigfaltigen Fachgebiete, die am Ende bis ins Psychologische mäandern – schließlich müssen Greenkeeper sich ständig den Mitgliedern und Greenfee-Gästen gegenüber rechtfertigen, warum dies oder das gerade am Platz gemacht wird, und das mit Feingefühl und Diplomatie. Glück: „Das Tolle am Greenkeeping ist, dass man durch den ­Kontakt zu den vielen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Charakteren im Golf auch unfassbar viel an Erfahrung ­sammelt, was den sozialen Umgang im ­zwischenmenschlichen Bereich betrifft.“

Eine Frau steht ihren Mann

Als Nächstes steht nun noch die Matura – Glück: „Tagsüber stehe ich am Golfplatz, am Abend büffel ich für die Matura“ – an und parallel dazu die dreijährige weiterführende Greenkeeper-Ausbildung in der Akademie Warth, südlich von Wiener Neustadt. Dafür muss Glück ein eigenes Tagebuch über ihre Arbeiten am Golfplatz führen. Apropos Arbeiten: Gibt es eigentlich Tätigkeiten, die der jungen, unbekümmerten Dame keinen Spaß machen? „Eigentlich nicht wirklich, außer vielleicht Drainagen legen und ausputzen. Und dass es im Sommer de facto keinen Urlaub gibt.“

 

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