Golf in China: Hainan [0]

TROPISCH EXOTISCH – Vor wenigen Jahrzehnten noch war Hainan das Tor zur Hölle. Heute lassen sich Chinesen dort gerne massenweise trauen, und mit 60 Golfplätzen, Traumstränden und schicken Hotels ist die Tropeninsel auch ein wahres Golfers Paradise.

 

 

High-Noon auf Hainan

D as Ende der Welt. Das Alcatraz Chinas. Das war Hainan über viele Jahrhunderte. Die Sung-Dynastie machte vor tausend Jahren den Anfang und verfrachtete sämtliche Bösewichte auf die Tropeninsel mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr. Nicht gerade der übelste Platz für Deportierte. Seit 1988 ist alles anders: Mit dem Aufstieg zum „Provinz-Status“ wurde gleichzeitig die Tourismus-Rakete gezündet und Hainan zur größten wirtschaftlichen Sonderzone Chinas ernannt. Heute, nur zwei Jahrzehnte später, werden am offiziellen „Ende der Welt“ massenweise heiratswütige Chinesen getraut. Das „Ende der Welt“ sind übrigens schlichte Basaltfelsen an einem, zugegeben, traumhaften Strand, in die in chinesischen Schriftzeichen die Erklärung eingemeißelt wurde, was es mit dem Ende der Welt auf sich hat.

Damit dann auch die – natürlich minutiös durchgeplanten – Flitterwochen einen passenden Rahmen finden, schossen und schießen Fünf-Sterne-Häuser entlang der Strände aus dem Boden wie die sprichwörtlichen Schwammerln. Hainan, speziell der Süden, wo sich auch die Traumstrände rund um Sanya befinden, hat die höchste Dichte an Top-Hotels in ganz China. Und wenn die Insel, wie geplant, demnächst eine Casino-Lizenz erhält, wird’s um die noch vorherrschende Beschaulichkeit geschehen sein. Derzeit ist nämlich Macao bei Hongkong die einzige Oase in der chinesischen Glücksspielwüste. Staatlich verordnet natürlich. Nur, um die Dimensionen zu verdichten: Macao macht in einem Monat so viel Wettumsätze wie Las Vegas in einem Jahr.

Entsprechend gelöst gehen die internationalen Hotelketten, die sich schon auf Hainan ausgebreitet haben, mit ihrer beschaulichen Auslastung von aktuell 20 Prozent um. Alles nur eine Frage der Zeit, und die Dimensionen sind für den gemeinen Europäer ohnedies nicht fassbar. In beide Richtungen.

So kommen die beiden größten Städte der Insel, Sanya im Süden und Haikou im Norden, mit geradezu winzigen Flughäfen aus. Bei 1,7 Millionen Einwohnern protzt der Haikou International Airport mit gerade mal zwei Gates: Vom Einchecken bis zum Einsteigen vergehen keine fünf Minuten. Der Duty Free Shop ist halb so groß wie ein durchschnittlicher Billa. Und in Sanya, dem touristischen Zentrum der Insel, gibt es ein (!) Förderband fürs ankommende Gepäck…

 

 

…Karaoke- & Massagetempel
Natürlich gehört Mission Hills, wenn man schon mal da ist, auf den Menüplan. Drei Tage sollten aber ausreichen. Auch wenn sich damit die geschätzten 200 Thermalbecken nicht durchgängig verkosten lassen. Denn der Süden, entlang der Küste von San­ya aufwärts, ist das eigentliche Paradies. Um es uns einfach zu machen, nennt man sich das Hawaii des Ostens. Damit wäre schon viel gesagt. Auch, dass Sanya einem Honolulu in Sachen Wolkenkratzer und Fast-Food-Buden um nichts nachsteht. Anders als in Honolulu: Mächtige Karaoke-Tempel, wo sich der Chinese gern zuhause fühlt, und opulente Massage-Häuser, völlig schmuddelfrei.

Allerdings wird’s beinahe kitschig schön, geht’s der Küste entlang Richtung Osten. Die besagten Fünf-Sterne-Häuser haben es sich an echten Traumstränden gemütlich gemacht, dahinter reiht sich Golfplatz an Golfplatz. In einem Grün, das man selbst mit Photoshop nicht satter hinbekommt. Noch eine Reihe dahinter klettern hektarweise Tropenwälder die Vulkanfelsen hinauf.

 

Neugierig geworden? Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Golfrevue!

 

 

 

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar