GOLF EUROPE – Messe-News [0]
Münchner Sinnesfreuden
Es gibt viel Gutes und viel Neues – aber das Neue ist nicht gut und das Gute nicht neu… Das würden nur jene sagen, die heuer nicht auf der GOLF EUROPE, Europas größter Golf-Fachmesse, in München waren. Denn selten wurde der Markt mit so viel frischer Ware und tollen Innovationen beliefert, findet Thomas Weidinger nach seinem Besuch auf der Wies’n, pardon, der Messe.

Glauben Sie nicht alles, was die Industrie vollmundig in den Werbeprospekten verspricht. Sonst würden die alten Geräte, die anno dazumal (also vor einem Jahr oder früher) „absolute Fehlerverzeihung“ und „maximale Länge“ versprochen haben, nicht mehr aus ihrem Bag verschwinden. Und das will niemand, am wenigsten die Industrie. Statt technischen Finessen, die wir meistens nicht sehen können, und findigen Namen dafür, die wir uns niemals merken, vertrauen wir also lieber unseren fünf Sinnen, oder zumindest dreien davon – denn noch (!) riechen und schmecken die Produkte nicht. Mit unseren Augen, Ohren und Fingerspitzengefühl gehen wir also auf Entdeckungsreise und bringen Ihnen pars-pro-toto die innovativsten, schicksten, interessantesten – kurz: unsere ganz subjektiv herausragendsten Modelle und bitten um Verständnis, dass wir dabei keinen Gesamtüberblick geben können. Für diesen verweisen wir auf die jeweiligen Websites der Firmen. Aus Platzgründen, und damit die Spannung gewahrt bleibt, bringen wir Putter, Bälle, Trolleys und Bekleidung sowie weitere Gadgets im nächsten Heft. Viel Spaß, und schärfen Sie Ihre Sinne!
DRIVER: Die Sohlen sind die neuen Seelen
Die Möglichkeit, Driverköpfe selbst zu justieren oder Schäfte zu wechseln bleibt auch 2010 ein heißes Thema und wird als eigener Strang weiter verfolgt, um gewünschte Ballflugkurven, also Draw oder Fade zu unterstützen. Neu und auf dem ersten Blick ins Auge stechend (sofern nicht unterm Headcover versteckt) sind die Sohlen der Driver, quasi deren neue Seelen. Aber schauen Sie selbst…
EISEN: Komfort für Könner & Trans-Hybrid-Eisen für höhere Handicaps
Während der Schwerpunkt der Entwicklungen in den letzten Jahren vor allem für Golfer im höheren Handicap-Bereich lag, bringt die Saison 2010 viel Neues für die besseren und die sehr guten Spieler…
WEDGES: Neuer Groove durch Rillen-Regelung
Für frischen Wind bei den Wedges sorgt eine Vorgabe der Regel-Instanzen R&A St. Andrews und USGA, durch die Größe und Schärfe der Rillen (Grooves) ab 2010 neu reglementiert wird. Eigentlich betrifft es alle Eisen ab einem Loft von 25 Grad (also ab Eisen 5), effektiv wirkt sich das aber nur auf die Wedges aus. Denn hier bringen die modernen U-Grooves (siehe Abbildung) deutlich mehr Spin auf den Ball als V-Grooves, insbesondere aus dem Rough. Die Industrie reagiert höchst gefinkelt auf die neue Regelung, indem sie – für die breite Masse der Clubgolfer wohlgemerkt – auf Teufel komm raus Wedges mit den „alten“ Grooves produziert (was bis Ende 2009 erlaubt ist), damit sich der Handel diese auf Lager legen kann. Denn die Regeländerung gilt ab 18. Januar 2010 nur für die internationalen Profi-Touren, bei Top-Amateur- und anderen Profi-Veranstaltungen erst ab 2014. Und ab 2024 sollen alle Amateure mit den „neuen“ Grooves spielen – wenn die Regel dann noch gilt…
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Kolumne: Weidinger am Rande
Seit exakt 199 Jahren feiern die Münchner auf der Theresienwiese 16 bis 18 Tage lang ihr Oktoberfest, das traditionell am ersten Sonntag im Oktober endet. Immerhin schon seit 17 Jahren geht zeitgleich, allerdings nur drei Tage lang, die führende europäische Fachmesse für den Golfsport in München über die Bühne.
Interessantes Detail: Während die Besucherzahlen auf der Wies’n im Vergleich zum Vorjahr von 6 auf 5,7 Millionen zurück gingen, blieb der Bierkonsum mit rund 6,5 Millionen Maß fast gleich. Also haben weniger Besucher einfach mehr getrunken. Die Golf Europe verzeichnet rückblickend genau den gleichen Trend: Weniger Fachbesucher aus weniger Ländern, nämlich rund 4.000 aus 48 Ländern (2008: 4.617 Besucher/52 Länder) sorgten für übertroffene Erwartungen. Thomas Reiter von Golf Tech spricht sogar von Zuwachsraten im „deutlich zweistelligen Prozentbereich“. Auch Christian Hainisch von Callaway bemerkte, „dass die Stimmung im Handel deutlich besser war, als noch während der Saison und man wieder positiv in die Zukunft blickt“. Von den Big Names der Industrie war bis auf Acushnet (Titleist, Cobra, Footjoy) und Ping alles vertreten. Was mir noch fehlte, war eine Range zum Testen – doch die Messe bedient seit ihrem Umzug ins M-O-C wieder vorrangig die Bedürfnisse der Aussteller (220 aus 26 Ländern) und Einkäufer. So freut sich auch Alexander Taucher von TaylorMade über die neue, alte Location: „Hier wird sie wieder als echte Vorordermesse angesehen, während sie auf dem größeren Messegelände eher eine Präsentationsmesse war.“





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