Gegolft in Nordkorea [0]

Willkommen am Mond. Mit einer streng gehandhabten Visumvergabe und nur einem Golfplatz wird es Nordkorea schwer haben im Konzert der großen Golfdestinationen. Einen Be- und Versuch ist das Land aber allemal wert, finden Axel und Tim Thorer.

Überall auf der Welt ist Gras Gras, ein Golfloch ein ­Golf­loch, ein Golfplatz ein Golfplatz, ein Klubhaus ein Klubhaus (obwohl einer meinte, dieses hier sehe aus wie das von Wannsee) – aber das stimmt nicht. Nicht hier auf der Rückseite des Mondes, im abgeschotteten Reich des „Geliebten Führers“ Kim Jong-il (nicht zu verwechseln mit seinem Vater, dem „Großen Führer“ Kim Il-sung), nicht in Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas. Dabei versuche ich nur etwas zu tun, was in aller Welt eine Lappalie ist. Hier ist es ein Staatsakt: Ich möchte Golf spielen auf dem einzigen Platz des Landes. Monatelang habe ich darum gebeten, schon mit dem Visumantrag, aber die Erlaubnis kam erst an dem Tag, an dem ich eigentlich abfliegen sollte aus Pjöngjang. Warum wollte man mich daran hindern? Unverständlich, denn der „Geliebte ­Führer“ hatte doch eines Tages beschlossen, einzuscheren in die Tafelrunde ernst zu nehmender Nationen, und sein Land erschien ihm nicht ­volljährig ohne die Atombombe und einen Golfklub, die Waffe der Großen und den Spielplatz der „Imperialisten“ (übrigens ist „Imperia­list“ das Lieblingswort des strammen Nordkoreaners, sein häufiger Gebrauch gilt als Visitenkarte des Wohlverhaltens). Und so wurde ein riesiger 18-Loch-Golfplatz gebaut in einem Land ohne einen einzigen Spieler und mit einer Visumvergabe, die so streng ist, dass aus dem Westen nur 1.500 Besucher pro Jahr eingelassen werden. Das sind nicht mal fünf am Tag, und die kommen meist aus befreundeten ­Nationen wie Angola, Kuba und Venezuela. Nun muss man wissen, dass ein Ausländer nicht mal ein Schrittchen tun kann in Nordkorea ohne Begleiter, meist zwei: Zwei passen auf einen auf und einer auf den anderen. Ich bin mal weggeschlüpft auf dem riesigen Platz vor der Parteizentrale, nur mal schnell in einen Hausflur getreten, weil ich Kinder auf Inlineskates beobachten wollte, die sind nämlich gerade eingetroffen in Pjöngjang. Da brach Hektik aus, es wurde laut, die ­Bewacher forderten Passanten auf, mich zu orten, zwei Soldaten entdeckten mich, aber ich stand einfach nur da, bereit für den Anschiss, der zweieinhalb Minuten dauerte. Wobei man nicht vergessen darf, dass Nordkorea teuer ist, ich musste, ehe ich das Visum bekam, für jeden Tag, „all included“, um die 800 Euro zahlen, aber Zweitgetränke und Eintrittskarten extra …

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