Der Weg zur Platzreife [0]

 

Die Reifeprüfung

So viele Fragen, eine Antwort! Ist Golf eine Droge? Und was muss man tun, um nicht mehr von ihr loszukommen? Eine etwas persönliche Sicht auf die Möglichkeiten des Einstiegs in eine Sucht.

Um eines vorwegzunehmen: Es ist nahezu eine ­Schande, dass nicht jeder Mensch in der unmittelbaren Nähe eines Golfplatzes aufwachsen und sich schon von Kindesbeinen an für die ersten zaghaften Schwünge auf eine Driving Range stellen kann. Über den dreifachen Masterssieger Phil Mickelson wird erzählt, er sei im Alter von dreieinhalb Jahren gar von zuhause ausgerissen – den verstörten Nachbarn erklärte der Dreikäsehoch, er gehe jetzt auf den Golfplatz. Auch wenn dies der Nachweis ist, dass das Golffieber unabhängig vom Alter jeden befallen kann, mir wurde diese Gnade lange Zeit nicht zuteil.

Mein kleines norddeutsches Heimatstädtchen ist zwar umgeben von lichten Wäldern, Moor, Sand und endlosen grünen Weiden, über die sich im seltenen Fall schönen Wetters fast bis zur Nordsee schauen lässt – aber auf die Idee, in diesen Weiden eines schönen Tages einfach 18 Löcher zu graben und jeweils eine Fahne hineinzustecken, ist man dort in meinen Jugendjahren nicht gekommen. Wie findet man dann zum Golfsport, wenn der einzige Kontakt dazu bislang die spärliche Berichterstattung in den TV-Sportsendungen der 1980er- und 1990er-Jahre war? Wie geht man damit um, dass Freunde bei der Erwähnung des Gedankens, man könne sich vorstellen, demnächst das Golfspiel zu erlernen, mit vor Schreck geweiteten Augen fast vom Stuhl fallen?

Und noch dazu entsetzt ausrufen: „Du willst Golf spielen?“, mit diesem Unterton des vorwurfsvollen Unverständnisses, so als habe man gerade erzählt, demnächst im tropischen Regenwald chinesischen Abenteuerurlaubern Skiunterricht erteilen zu wollen. Nun, vermutlich muss man sich einen Ruck geben und sich mit dem Wagemut der Unwissenheit  über die Tücken, die dieser Sport mit sich bringt, dem noch ­immer weit verbreiteten Ressentiment, Golf sei eine Sache für Rentner, für Reiche und für reiche Rentner, widersetzen. Zu diesem Zweck eignen sich Einsteigerkurse ganz hervorragend – sie vermitteln Golfanfängern in relativ kurzen Zeiträumen das Basis­wissen, mit dem sich der Weg zu Platz- und Turniererlaubnis gehen lässt.

Diese Einsteigerkurse können von Clubs angeboten, können im Urlaub im Hotel gebucht oder im Rahmen von Sportprogrammen auch an Universitäten belegt werden – so wie in meinem Fall. Der damalige deutsche Bundes­kanzler Helmut Kohl hat von „blühenden Landschaften“ gesprochen, als er nach der Wiedervereinigung des Landes 1990 ein vehement optimistisches Bild einer besseren Zukunft für die neuen Bundesländer im ­Osten malte. In puncto Golf hatte er ­damit gar nicht so Unrecht. Im Frühjahr 1999 fand ich mich
für den bescheidenen Beitrag von 50 D-Mark auf der Driving Range eines neu gegründeten Golfclubs nördlich von Leipzig wieder – das Hochschulsportprogramm der Universität machte dies für ein Semester möglich.

Neugierig geworden? Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Golfrevue!

 

 

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