Mittwoch 27. August 2008, 23:17 Uhr

JWC Gleneagles [0]

Absturz zum Ende

Mit Doppelbogey und Tripplebogey beendet Martin Wiegele die Johnnie Walker Championship in Gleneagles als guter 32ter (+2). Grégory Havret (FRA, -14) gewinnt knapp.


Das Drama beginnt schon am ersten Loch. Martin Wiegeles Abschlag landet im Fairwaybunker, von dort greift er das Grün an. Der Ball bleibt zu kurz und geht ins Wasser, schon steht das Doppelbogey auf der Karte. Bis Loch 11 fängt sich Wiegele wieder, und kann mit drei Birdies den Anfangsfehler aufholen. Am 14ten Loch landet ein dünner Pitch im Bunker, das nächste Bogey als Ergebnis.

Am schlimmsten kommt es auf Loch 15. Nach Drive ins Rough will Wiegele wieder das Grün attackieren und verzieht den Approach ins tiefe Rough neben dem Grün. Der Ball geht verloren und er kassiert einen Strafschlag, bevor er aus dem Rough rauspitched und weiterspielen kann. Schließlich ist ein Tripplebogey zu beklagen. Zum Schluss gelingt noch ein Birdie, doch den Tag beendet Martin Wiegele mit zwei über Par. "Doppelbogey und Tripplebogey waren schlechte Teeschüsse, und im nachhinein falsche Entscheidungen zu attackieren", resümiert er realistisch.

Der 30-jährige Steirer verschlechtert sich vom 21ten Platz vor der vierten Runde, auf den 32ten Platz am Ende des Turniers. Damit vergiebt er eine große Chance sich Richtung Top-115 zu spielen, um die Tourkarte zu behalten. "Ich hab leider von Tag zu Tag mehr die Kontrolle über den Ball verloren", fasst er die Woche zusammen. Immerhin verdient Wiegele 13.419 Euro und springt auf Rang 138 der Gesamtwertung.

Grégory Havret (FRA, -14) gewinnt zum zweiten Mal in Schottland (nach 2007 bei den Barcleys Scottish Open). Dabei kommt der Führende aller vier Tage am letzten Loch noch einmal unter Druck. Er braucht am letzten Loch Par, doch verzieht den Abschlag ins Rough, und ist in Regulation im Grünbunker. Mit dem gelochten 2-Meter-Putt schafft er das Up and Down zu Sieg. Greame Storm (ENG, -13) wird zweiter.

Im Kampf um die Ryder Cup Teilnahme kann kein Herausforderer den Sprung ins Team schaffen. Martin Kaymer scheitert am Cut, Nick Dougherty (T7, -8) und Ross Fischer (T10, -7) hätten noch bessere Ergebnisse benötigt. Nick Faldo gibt seine beiden Captainpicks im Laufe des Abends bekannt.

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Johnnie Walker Championship at Gleneagles
Gleneagles
Perthshire, Scotland
28 – 31 August 2008
Preisgeld: 1,4 Millionen Pfund


Erfolgreich trotz Fehler

Martin Wiegele (-4) geht als chancenreicher 21ter ins Finale der Johnnie Walker Championship. Führender in Gleneagles: Grégory Havret (FRA) mit -11.

Die zweite Saison auf der European Tour (nach 2006) verläuft für den Sieger der Tourschool 2007 nicht nach Plan. Große Erfolge bleiben aus, zu oft verpasst er den Cut und Preisgeld. Etwa 90.000 Euro fehlen dem derzeit 147ten der Order of Merit zum Erhalt der Tourkarte. Beim hochdotierten Turnier in Gleneagles ist der 30-jährige Steirer auf dem besten Weg, einige Plätze in der Gesamtwertung gut zu machen.

Mit drei starken Scores (71/74/70) liegt Wiegele vier unter Par, und im Spitzenfeld des renomierten Turniers. Dabei hätte das Zwischenergebnis weitaus besser ausfallen können. In der zweiten Runde spielt der Putter verrückt. Wiegele vergiebt massenweise, zum Teil leichte, Birdiechancen. Heute passieren, nach verpassten Eagle auf der 12, drei Bogeys auf den Backnine.

Martins dritte Runde

Hohes Zuschauerinteresse und viel Airtime bekommt der Österreicher wegen seines Flightpartner Nick Dougherty. Mit einem Sieg könnte sich der junge Engländer noch ins Rydercup-Team spielen. Dabei profitiert Wiegele von Doughertys Performance (69, -4). "Ich hab gut gespielt bis zur 12, dann leider einige schlechte Schläge gemacht. Das Putten war nicht aufregend, aber deutlich besser als gestern", schildert er aus Schottland.
Am zweiten Loch wird der Birdiebann vom Freitag gebrochen, und bis zur Zwölf gelingen vier weitere Birdies. Ab der verpassten Eaglechance leidet das Score. Auf der 13 verfehlt er das Grün, und überschlägt den Pitch. Das zweite Bogey passiert auf der 15, wo der Abschlag im Fairwaybunker landet, und er nicht angreifen kann. Am siebzehnten Loch, Par 3, verfehlt Wiegele erneut das Grün, nach Chip folgt auch hier nur ein Zweiputt. Am letzten Loch wendet sich das Blatt wieder, und Wiegele versenkt zum Abschluss einen Acht-Meter-Putt zum sechsten Birdie.

An der Spitze kann sich der Franzose Grégory Havret behaupten. Mit einem Birdie am letzten Loch übernimmt er die Führung bei -11. Er hat einen Schlag Vorsprung auf den Aufsteiger des Tages, Anthony Wall (ENG, -10), der mit 65 (-8) die beste Runde spielt.

Die Ryder Cup Aspiranten Fischer, Dougherty und Wilson können den Moving Day nicht nutzen, um ihre Platzierung zu verbessern. Damit festigt Oliver Wilson sein Position auf Platz 10. Die Routiniers Montgomerie und Clarke spielen heute schwach, und überzeugen nicht, im Kampf um die Wildcards.

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Johnnie Walker Championship at Gleneagles
Gleneagles
Perthshire, Scotland
28 – 31 August 2008
Preisgeld: 1,4 Millionen Pfund


Wütender Wiegele

17 Pars und ein Bogey: Martin Wiegele erlebt in Runde 2 der JWC in Gleneagles einen scoremäßig faden „Arbeitstag" – doch der Score täuscht. Prägant (81/+8) scheitert erneut klar. Kaymer nicht beim Ryder Cup.

2. Runde

Martin Wiegele spielt in Runde 2 der JWC in Gleneagles die 74er-Runde (+1), schafft damit als 23ter souverän den Cut, ist danach aber mächtig grantig: Mit 14 getroffenen Grüns schafft sich der Steirer eine gute Ausgangsposition für eine tiefe Runde, die 33 Putts machten das Vorhaben zunichte.

„Ich würde vor lauter Grant gerne meine Schläger einzeln abbrechen", so der Steirer in einer ersten Reaktion und erklärt: „Ich habe selten noch so kontrollierte Bälle geschlagen, aber reihenweise Birdieputts verschoben, reihenweise aus einem Meter. Ich kanns momentan nicht glauben, dass ich nicht in Führung bin."
Als kleine Entschuldigung gönnt sich der Steirer den Umstand der späten Startzeit, die ihm holprige Grüns beschert.

Selbst das einzige Bogey des Tages dokumentiert das Drama auf den Grüns: es passiert nach einem Dreiputt. Souverän dagegen das Short-Game: Bei allen vier verfehlten Grüns gelingt Wiegele der Up-and-down zum Par. Wiegele: „Zwei der vier Grüns habe ich auch nur deswegen verfehlt, weil ich schon extrem ungeduldig geworden bin."

Prägant klar gescheitert
Für Florian Prägant gab es dagegen einmal mehr eine kräftige Packung: mit der 81 (+8) und einem finalen Triplebogey verabschiedet sich der Kärntner aus Gleneagles.
Seine beiden Flightpartner, der Deutsche Marcel Siem und British Open-Silbermedalist Chris Woods sind dagegen am Wochenende noch dabei – sie nehmen Prägant an den zwei Tagen mehr als 10 Schläge ab.

Kaymer nicht beim Ryder Cup
Im Rennen um den Ryder Cup ist zumindest eine Entscheidung gefallen: Martin Kaymer hat nach dem verfehlten Cut seine Chancen verspielt und kann die fehlenden 17.000 Euro auf Oliver Wilson, der sich spät ins Wochenende rettet, nicht mehr gut machen.
Die letzten beiden Konkurrenten für Wilson um den 10. Fixplatz im Team sind nun Nick Dougherty und Ross Fisher, wobei Dougherty gewinnen müsste und Fisher unter den Top 3 landen.

In Führung liegt der Franzose Gregory Havret bei gesamt 7 unter Par vor Robert Rock (-6).


Johnnie Walker Championship at Gleneagles
Gleneagles
Perthshire, Scotland
28 – 31 August 2008
Preisgeld: 1,4 Millionen Pfund


1. Runde – Martin W-Eagele!

Nach Runde 1 der Johnny Walker Championship in Gleneagles darf sich Martin Wiegele nach einer blitzsauberen 71er-Runde (-2) schon jetzt über eine Top-Platzierung freuen. „Insgesamt habe ich sehr gut gespielt und auch gut geputtet, wenngleich ich einige Chancen nicht genutzt habe", so der Steirer.
Highlight seiner Runde war ein gelochtes Wegde auf dem kurzen Par 4 (Loch 14), wo er aus knapp 80 Meter den Ball zur Zwei versenkt. Ein Dreiputt-Bogey auf Loch 16 und ein Dreiputt auf Loch 9, ein Par 5, dass der Steirer mit zwei Schlägen erreicht, margerln Wiegele ein wenig.

Florian Prägant leistet sich auf seiner 79er-Auftaktrunde (+6) gleich drei Dreiputts und zwei Kapitalschnitzer: Auf Loch 5, einem Par 4, kassiert er die Acht, auf Loch 18 das Doppelbogey. Prägant: „Ich habe einfach zu wenige Grüns getroffen, auch wenn das Spiel ganz ok war. Die wenigen Fehler waren leider ziemlich teuer."
Auf Loch 5 etwa vergeigt Prägant schon den Abschlag und findet sich in der Folge im Wasser wieder, um schließlich mit einem Dreiputt das Doppelpar zu spielen.
Von Platz 123 aus gilt es nun in Runde 2 wohl etwa 4 Schläge aufzuhölen, will der Kärntner wieder einmal in die Preisgeldränge.

Das Ryder Cup Rennen
Als einziger Spieler in den 60igern übernimmt der Franzose Gregory Havret nach dem ersten Tag mit einer 68 bei 5 unter Par die Führung, was aber angesichts der Spannung um die verbleibenden Ryder Cup Spots im Team Europa ein wenig untergeht.

Sören Hansen hat nach seiner 71 (-2) die besten Karten für einen der drei noch auszuspieleden Fixplätze im euorpäischen Ryder Cup Team. Etwas verkrampfter geht es da schon im direkten Duelle zwischen Martin Kaymer und Oliver Wilson (ENG) zu. Der Deutsche liegt nach einer 76 (+3) einen Schlag aus dem Cut, Wilson (77/+4) zwei.
Würde der Engländer den Cut nicht schaffen, muss Kaymer zumindest unter den Top 25 landen, will er Wilson noch überholen. Wer die zwei Wildcards bekommt, wird Captain Nick Faldo übrigens am Sonntag Abend in Gleneagles verkünden.

Johnnie Walker Championship at Gleneagles
Gleneagles
Perthshire, Scotland
28 – 31 August 2008
Preisgeld: 1,4 Millionen Pfund



Vorschau
Für Martin Wiegele und Florian Prägant geht es im Windschatten des Ryder Cup-Hypes in Gleneagels um wertvolle Preisgeld-Euros. Martin Wiegele hat seine Position inder Order of Merit trotz des Cuts vergangene Woche nicht verbessern können. Immer noch fehlen dem Steirer rund 80.000 Euro auf den rettenden 115. Platz in der Preisgeldrangliste.

Bitter könnte es langsam für Florian Prägant werden: Wenn in den nächsten beiden Wochen nicht ausreichend Geld aufs Preisgeldkonto fließt, heißt es für ihn zurück auf die Tourschool, und zwar gleich zur Stage I.

Die Elite ist indes auf den Ryder Cup fokussiert, wo Martin Kaymer, Oliver Wilson und Sören Hansen um die zwei verbleibenden Tickets fighten. Für den Deutschen muss eine Top-10-Platzierung her.
Am Ende der Woche wird Nick Faldo jedenfalls sein Team bekannt geben, inklusive der zwei Wildcards, auf die Darren Clarke und Colin Montgomerie hoffen dürfen.

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