Montag 4. Oktober 2010, 11:39 Uhr

Titel für Österreich [0]

In der Finalrunde der Paragolf-EM im GC Zell am See sichert sich Johan Kammerstadt (SWE) die Meisterschaft. Bei den Damen jubelte Marieluise Deubl (GER); die Nettowertung gewann Danie Engel aus der Steiermark.

BIld: gepa

Bei den Herren sah es vor dem Schlusstag der Paragolf-Europameisterschaften nach einer klaren Angelegenheit für den Schweden Johan Kammerstadt aus, doch nach einer Par-Runde (72) musste er zittern. Denn der 31-jährigen Däne Stefan Morkholt spielte eine unglaubliche 68er-Runde (5 unter Par) und kam bis auf drei Schläge heran. „Leider hat es nicht ganz geklappt, aber Johan hat einfach am konstantesten gespielt“, sagte der Däne (Handicap 1,0), der sich im Alter von 13 Jahren seinen linken Unterschenkel aufgrund eines zu kurzen Fußes amputieren ließ. Markholt meint weiter: „Trotzdem bin ich mit meiner Silbermedaille und Leistung sehr zufrieden. Immerhin habe ich auch schon drei EM-Titel gewonnen und in dieser Saison führe ich in der europäischen Order of Merit.“

Begeistert nach seinem fünften EM-Titel war der Schwede Kammerstadt: „Für mich ist das ein weiterer großartiger Erfolg in einer wunderbaren Umgebung und ein hart erkämpfter Titel. Ich bin überglücklich, dass es sich noch ausgegangen ist, denn mein kurzes Spiel hat heute nicht so geklappt.“ Auch der Franzose Quelin haderte heute mit seinen Putts: „Mehr als zwei über Par (75) war heute nicht drin. Trotzdem freue ich mich sehr über meinen dritten Platz. Johan und Stefan waren einfach besser.“

Josef Pöllmann verbesserte sich heute an die 11. Stelle und wurde somit bester Österreicher: „Leider waren das nicht meine besten drei Tage. Vielleicht liegt es daran, dass ich heuer zu wenig trainiert habe. Gerade mein kurzes Spiel, das eigentlich meine große Stärke ist, hat total ausgelassen.“

Deubl siegt vor Loogman

Auch bei den Damen kam es zum Krimi im Golfclub Zell am See: Die Bad Tölzerin Marieluise Deubl siegte mit einem Schlag Vorsprung auf die Holländerin Tineke Loogman. „Ich freue mich riesig. Sechs Mal habe ich es schon versucht und heute gewinne ich meinen ersten EM-Titel. Es ist ein Traum für mich. Gratulieren möchte ich aber meinen Gegnerinnen, es war ein tolles Turnier.“ Hinter der 10,9-Handicapperin Deubl und Tineke Loogman schaffte auch die fünffache Europameisterin Cynthia van der Zweg den Sprung aufs Podest. Als bester Österreicherin belegte die Grazerin Eugenia Platzer den vierten Platz!

Engel gewinnt Nettowertung!

Er ist seit heuer im Team des BGC und landete den größten Erfolg für das österreichische Team: Der 24-jährige Daniel Engel setzte sich in der Nettowertung der Herren durch und gewann somit den EM-Titel nach Nettozählweise. Bei den Damen feierte Marieluise Deubl auch in der Nettowertung einen Triumph. Der überglückliche Daniel Engel fand keine Worte nach seinem Erfolg. 1998 wurde Knochenkrebs diagnostiziert und in der Folge sein rechtes Bein amputiert. „Ich bin überwältigt und kann es nicht fassen“, jubelte Daniel, der damit die „Hordur Barddal Trophy“ in Empfang nahm.
In den sechs Behindertenklassen heißen die Sieger: Sebastian Lorente (ESP/Rollstuhlfahrer), Ivars Weide (GER/Blind), Mathieu Cauneau (FRA/Arm), Johan Kammerstadt (SWE/Bein), Charles-Henri Quelin (FRA/sonstige Behinderung).

 

 

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