Montag 5. März 2012, 16:25 Uhr

Wiegele fällt 7 Monate aus [0]

Wegen komplizierter Operationen an beiden Hüften muss Martin Wiegele das Race to Dubai 2012 vorzeitig beenden. Mit der Medical Examption wird er nach den Eingriffen bis Ende 2013 Zeit haben, sich wieder an die Elite heranzuarbeiten.

 

Schwerer Rückschlag für Martin Wiegele! Das steirische Golf-Aushängeschild muss sich an beiden Hüften operieren lassen und fällt damit mindestens sieben Monate aus. Beim European-Tour-Turnier im vergangenen Dezember in Hongkong waren es plötzlich auftretende Schmerzen im linken Bein, die Wiegele Probleme bereiteten und ihn veranlassten, einen Gesundheitscheck zu absolvieren „Dazu ließ ich bei meinem Bruder Andreas in Leoben ein MR machen. Mit diesen Bildern konsultierte ich Dr. Bernhard Zwick“, berichtete der 33-jährige Grazer. „Zwick stellte fest, dass aufgrund meiner Hüftstellung nicht nur eine Bewegungseinschränkung gegeben ist, sondern ohne entsprechende Gegenmaßnahmen auch gesundheitliche Probleme entstehen könnten“, so Wiegele weiter.

„Martin leidet an einem komplexen Impingement beider Hüften. Das bedeutet, dass sich seine Hüftköpfe in den Hüftpfannen aufgrund von entstandenen Knochenanlagerungen nicht frei bewegen können. Zusätzlich zur Bewegungseinschränkung kommt es dabei zu einer Schädigung des Gelenkknorpels. Zumindest auf der rechten Seite ist auch eine Knorpel-Lippe an der Hüftpfanne komplex gerissen“, erklärte Zwick. Auf der Suche nach einem Experten auf diesem Gebiet führte der Weg direkt zu Dr. Christoph Gebhart, einem Studienkollegen von Zwick.

Karriere gefährdet
„Eigentlich wollte ich diese Saison noch zu Ende spielen und in der Winterpause die Operation durchführen lassen. Dr. Gebhart hat mich jedoch eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass meine Knorpelschicht schon so sehr abgewetzt ist, dass ich besser heute als morgen die Eingriffe vornehmen lassen sollte. Da die Situation auf beiden Seiten ähnlich ist, werde ich die beiden Operationen nun in den nächsten Monaten in der Privatklinik von Dr. Gebhart in Wien-Döbling durchführen lassen. Würde die Knorpelschicht ganz verschwinden, müsste ich mir nämlich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lassen und damit könnte im schlimmsten Fall auch meine Karriere gefährdet sein“, erklärte der für den GC Erzherzog Johann Maria Lankowitz spielende Wiegele.

Noch im März wird sich der Grazer daher der ersten Operation unterziehen. Danach wird Wiegele vier bis sechs Wochen nur mit Krücken gehen können. Rund vier Monate nach der ersten Operation folgt der zweite Eingriff. Wiegele: „Verläuft alles ideal und gelingt eine schnelle Rehabilitation, dann könnte ich im Oktober wieder in die European Tour einsteigen.“ In Europas Golf-Eliteklasse, in der Wiegele heuer bei vier Starts zweimal gecuttet hat, kann er in der heurigen Saison bis zu zwölf Turniere spielen, ohne seine Medical Exemption für die Saison 2013 zu gefährden.

Verbesserung möglich
„Für Verletzungen dieser Art gibt es auf der European Tour einen speziellen Schutz, der bedeutet, dass man in der gleichen Kategorie bleibt, wenn man in einer Saison aufgrund einer Verletzung nicht mehr als zwölf Turniere bestreitet. Mit meiner aktuellen Kategorie 8 könnte ich dann im Jahr 2013 fast alle großen Turniere spielen und mich in Ruhe wieder an die Spitze herantasten. Dr. Gebhart hat mir auch zu verstehen gegeben, dass eine Operation in meinem Fall sogar zu einer Verbesserung der Bewegungsfreiheit führen dürfte. Konkret würden sich die Eingriffe positiv auf die Innendrehung meiner Hüften auswirken“, so Wiegele.

Die Rehabilitation erfolgt unter Aufsicht von Dr. Zwick und dessen Gattin Gertrude. Zusätzliche Unterstützung wird Wiegele auf dem beschwerlichen Weg zurück auch von seiner Ehefrau Claudia erhalten: „Sie ist ausgebildete Fitness- und Wirbelsäulentrainerin und wird mir natürlich auch zur Seite stehen.“

 

 

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