Donnerstag 6. März 2008, 09:20 Uhr

Markus Brier im Interview [0]

Saisonauftakt 2008

Österreichs Paradegolfer verfehlt in der Wüste dreimal den Cut und vergattert sich daher selbst zum Training, wie er im Golfrevue-Interview verrät.

Golfrevue: Wüssten wir nicht um deine Startprobleme Bescheid, wäre Kritik die logische Konsequenz. Was hindert dich daran eine vernünftige Frühform auszuspielen?

Markus Brier: Ich brauch‘ nach einer Pause einfach ein paar Turniere um wieder in den Wettkampfmodus umzuschalten. Das ist bei mir ganz normal. 
Würde es dann nicht Sinn machen, die Turnier überhaupt gleich auszulassen?
Auf keinen Fall. Diese Turniere sind wichtig für mich und besser als jedes Training. Ich brauche diese Phase.

Immerhin hast du 2008 deutlich mehr Preisgeld am Konto als im Vergleichszeitraum des Vorjahres? Dürfen wir die einzig logische Schlussfolgerung daraus ziehen, dass du heuer noch besser abschneiden wirst als 2007?

Wenn es nur so einfach wäre im Golf. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen um meine Form, weil ich weiß, dass ich auf europäischem Boden immer besser spiele.
Dann waren die Volvo China Open 2007 wohl die berühmte Ausnahme von der Regel?
(lacht) Ja, sieht ganz so aus. Ich habe jedenfalls Indien vom ursprünglichen Turnierplan gestrichen. Auch, weil ich wenig Gutes über den Platz gehört habe. Der zweite Event soll angeblich auf einem noch mäßigeren Platz stattfinden.

Das bedeutet aber, dass du bewusst einen Rückfall in der Weltrangliste in Kauf nimmst. Und das, nachdem du die Top 50 als Ziel erklärt hast?

Ich habe meinen Karriere-plan schon häufig erklärt und kann mich nur wiederholen: Es geht nicht darum, möglichst viele Turniere zu spielen, sondern bei den ausgewählten Events möglichst gut. Und diesen Plan werde ich auch weiter verfolgen. Und ja, die Top 50 der Welt sind nach wie vor mein Ziel. Und das gelingt mir nur, wenn ich ausgeglichen und fokusiert bin.

Und wie erreichst du das?

Indem ich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Turnierwochen und Pausen habe. Ich kann es mir Gott sei Dank leisten, meinen Turnierplan schon früh in der Saison festzulegen. Und davon weiche ich nur marginal ab.

Warum hast du dann den ersten Event in Indien zu Gunsten des Turniers auf Madeira gestrichen?

Weil ich gemerkt habe, dass mein Spiel doch noch nicht so weit ist, wie ich es mir erwartet habe und ein paar Trainingseinheiten notwendig waren. Und weil in Madeira auf einem Platz gespielt wird, wo ich immer gut abgeschnitten habe. Dort ist immer ein Top-Resultat möglich, sogar ein Sieg.

Wäre es nicht besser während der turnierfreien Zeit am Schwung zu arbeiten?

Ja und nein. Ich habe auch schon beide Varianten probiert, das Ergebnis war stets das gleiche: Ich komme immer erst Mitte März in Form. Außerdem ist mir die Zeit mit der Familie wichtig. Da hole ich mir meine Ausgeglichenheit.

Heuer wäre nach deinem Zwei-Jahres-Ryhthmus wieder ein Sieg bei den BA-CA Golf Open in Fontana fällig – glaubst du an das Gesetz der Serie?

Zumindest hoffe ich darauf und ich werde es mit der Vorbereitung wieder so anlegen wie vor zwei Jahren und das Turnier in Wales bestreiten. Immerhin der Ryder Cup-Kurs von 2012 – und da wäre ich ganz gerne dabei.   


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