Montag 16. März 2009, 18:46 Uhr

Madeira Islands Open [0]

Teure Fehler

Martin Wiegele kassiert am letzten Tag zwei „teure“ Doppelbogeys und zwei Bogeys. Bei nur einem Birdie rutscht er damit im Feld weiter zurück auf den 52. Platz und nimmt 2.730 Euro von der portugisischen Insel mit.

alt

Von Loch 10 startend, fasst Wiegele auf den Bahnen 13 und 14 – die zwei malerischten Löcher (Par 3 und Par 4) direkt an der Klippe gelegen, sind bei starkem Wind der reinste Horror – gleich mal ziemlich dick aus: Doppelbogey und Bogey. Ein weiteres Doppelbogey auf Loch 1 (seinem 10. Loch) sorgt für weiteren Frust. Doch der Steirer kämpft tapfer weiter, notiert Par um Par und holt erst auf Loch 8 mit einem Birdie einen Schlag auf, den er auf Loch 9 mit einem Bogey gleich wieder ab gibt.
Der Sieg geht an den Estanislao Goya, der mit einer 73-Schlussrunde seine Führung knapp vor Callum Macaulay, der eine entfesselte 64 spielt, über die Ziellinie retten kann.

Official Scores and Prize Money


Späte Bogeys

Martin Wiegele (75, +4) kosten späte Bogeys auf den letzten drei Holes einen Platz unter den Top 20. Trotzdem ist immer noch eine gute Platzierung möglich.

 

Als einzig verbliebener Österreicher im Feld der Madeira Islands Open geht Martin Wiegele als 37. in die Finalrunde. Mit 75 (+4) am Samstag hält er sich im Mittelfeld des mit 700.000 Euro relativ schwach dotierten Turnieres. Vor allem das kurze Spiel macht dem 30-jährigen Steirer heute zu schaffen.

Auf den ersten Neun Löchern passieren vier Bogeys, die Wiegele mit zwei Birdies abfedern kann. Gerade rechtzeitig für die schwierigen Back-Nine kommt er ins Spiel, und scort ein Par nach dem anderen. Am spektakulären 14. Loch (Par 4, 359m) gelingt ein Birdie. Den Sprung in die Top-20 vermiesen 3 Bogeys auf den letzten 3 Löchern.

alt

Bei Rückenwind attackieren Longhitter das 14. Grün mit dem ersten Schlag.

zum Scoreboard

altMadeira Island Open
19. – 22. März, 2009
Porto Santo Golfe, Portugal
Preisgeld: 700.000 €
Titelverteidiger: Alastair Forsyth (SCO)


In den Cut gefadet

Martin Wiegele kommt in der zweiten Runde der Madeira Islands Open besser mit dem Wind zurecht. Nach 69 (-2) cuttet er auf Rang 35. Die anderen Österreicher scheiden knapp aus.alt

Über Nacht hat auf Porto Santo der Wind gedreht. Die Bergauf-Löcher sind am Freitag mit Wind von rechts zu spielen. Mit kontrollierten Fades hält Martin Wiegele dagegen. Auf den Löchern 8 und 10 (beides Par 5), scort Wiegele zwei Birdies. Nach den Drives gelingen die aggressiven Annäherungen, sodass nur mehr kurze Chips ins Grün bleiben. Auf Loch 10 fehlt nicht viel zum Eagle, der Tap-in zum Birdie ist Formsache.

Das dritte Birdie des Tages gelingt Wiegele am kurzen Par 3, Loch 15. Bei 117 Meter zum Ziel und Rückenwind spielt er ein sanftes Gapwedge über die bedrohliche Schlucht. Der 2-Meter-Birdieputt fällt. Mit Wasserball und Bogey auf Loch 4 scort Wiegele ausgezeichnete 69 (-2), und geht von Rang 35 ins Wochenende. „Nach dem Ausreisser gestern, bin ich mit dem Gesamtscore zufrieden. Jedenfalls sind die Top-10, wie im letzten Jahr, wieder möglich“, kommentiert der Steirer optimistisch.

Dagegen müssen sich Bernd Wiesberger und Thomas Feyrsinger von der Trauminsel verabschieden. Beide verpassen die Cutmarke von sechs über Par um nur einen Schlag. Wiesberger, gestern noch Glückskind mit Hole-in-One, verliert nach Outball auf Loch 16 (Par 4, 449m) die Nerven. Dripplebogey und zwei weitere Doppelbogeys werfen ihn von Rang 40 aus den Preisgeldrängen. Für Thomas Feyrsinger sind 76 (+3) mit sechs Bogeys und drei Birdies zu viel.

Die Führung bei sieben unter Par übernimmt Michael Hoey (NIL) mit 6 Birdies und nur einem Bogey am Freitag. Einen Schlag dahinter liegen drei Spieler, einer davon ist Rydercupper Joakim Häggman (SWE).

zum Scoreboard

altMadeira Island Open
19. – 22. März, 2009
Porto Santo Golfe, Portugal
Preisgeld: 700.000€
Titelverteidiger: Alastair Forsyth (SCO)

{em_slideshow 40}


Eingelocht!

Auf dem vorletzten Loch – Par 3, Nummer 17 – gelingt Bernd Wiesberger sein erstes Ass auf der European Tour. Damit kämpft er sich auf +2 zurück, und geht als 40. in die zweite Runde.alt

„Mit dem 4er Eisen, 200 Meter gegen den Wind, bergauf, da war sehr viel Glück dabei. Die Fahne ist ein bisschen links gestanden, ich habe einen leichten Draw ins Grün gespielt“, kommentiert Wiesberger sein erstes Hole-In-One auf der European Tour. Dank des späten Asses beendet der 23-jährige Oberwarter die erste Runde der Madeira Islands Open mit 2 über Par (73), und darf sich als 40. berechtigte Hoffnung auf den Cut machen. „Die Scores sind nicht besonders niedrig, mit Par morgen bin ich dabei“, meint Wiesberger optimistisch.

altDabei verlaufen die ersten Neun suboptimal. Mit schwacher Puttleistung passieren 4 Bogeys. Auf den Backnine gelingen zwei Birdies und das sagenhafte Ass. „Ich hab den Ball nicht schlecht getroffen. Jetzt geh ich aufs Puttinggrün, vielleicht nehme ich morgen einen anderen Putter“, bilanziert Wiesberger gut gelaunt.

Keinen Grund zur Freude hat Alex Haindl. Er spielt 8 über Par (79), und braucht eine besonders tiefe 2. Runde, um im Turnier zu bleiben. Martin Wiegele und Thomas Feyrsinger kommen am späten Nachmittag in schlechtes Wetter. Erst regnet es, dann setzt der gefürchtete Wind ein. Bei kleinen und harten Grüns bleibt kaum Platz für Fehler. Wiegele spielt 5 über (76) mit Doppelbogey nach Wasserball, Feyrsinger kämpft sich heldenhaft durch den Atlantikwind, und fällt erst spät auf 4 über (75) zurück. Für beide ist die derzeitige Cutmarke bei 3 über Par in Reichweite.

In Führung bei 5 unter Par (66) liegen Ryder Cupper Joakim Häggman (SWE) und Damien McGrane (IRL). Häggman schiesst 5 Birdies auf den schwierigeren Backnine. McGrane kann im Wind auf seine Erfahrung mit reschen Linkscourses zurückgreifen. Insgesamt scoren nur 16 Spieler unter Par, dabei wird der Platz bei wirklich schlechtem Wetter noch deutlich schwieriger.

alt

Bernd Wiesberger auf dem Weg zum 17. Grün, der Ball ist schon im Loch.

altMadeira Island Open
19. – 22. März, 2009
Porto Santo Golfe, Portugal
Preisgeld: 700.000€
Titelverteidiger: Alastair Forsyth (SCO)

{em_slideshow 40}

zur Turniervorschau und Bernd Wiesberger im Interview


Chancen im Wind

Mit 700.000 Euro Preisgeld sind die Madeira Island Open relativ niedrig dotiert. Bei schwächerem Feld starten, neben Tour-Card Besitzer Bernd Wiesberger, auch Martin Wiegele, Thomas Feyrsinger und Alex Haindl.alt

Der Ballesteros-Kurs, 2002 eröffnet, ist zum ersten Mal Gastgeber der European Tour, und das neue Schmuckstück von Porto Santo. Die winzige Basaltinsel befindet sich etwa 15 Flugminuten vor Madeira, und beeindruckt mit außergewöhnlicher landschaftlicher Schönheit.

alt

Direkt an den spektakulären Felsabbrüchen gelegen, könnte der Atlantik-Wind das Turnier prägen. „Der Platz hat kleine Grüns und viel Wasser. Wenns da heraussen bläst wirds heftig“, meint etwa Martin Wiegele, der heuer schon 19. bei den South African Open war.

Österreichs Neuzugang auf der European Tour, Bernd Wiesberger, geht die Sache lockerer an. „Auf diesem Niveau können eigentlich alle mit Wind umgehen. Wennst blind im Wind bist, spielst hier nicht mit“, meint der 23-jährige Oberwarter abgebrüht. Wiesberger ist mit 4 Cuts bei 4 Starts, derzeit 163. im Race to Dubai. Platz 32, beim letzten Turnier auf Bali, ist sein bestes Ergebnis im Rookiejahr bisher.

altDie Challenge Tour Spieler Thomas Feyrsinger und Alex Haindl nutzen die Madeira Open um sich auf die kommende Saison einzustimmen. Haindl, Südafrikaner mit österreichischen Eltern, kommt von der Sunshine Tour nach Europa. „Ich versuche heuer so viele Challenge Tour Turniere wie möglich zu spielen, das werden etwa 15 sein. In den Turnierpausen wohne ich dann in Kärnten“, erklärt Alex Haindl.

Sein Landsmann Thomas Aiken (RSA) ist als 31. im World Golf Ranking, und nach Platz 7 in Doral, Favorit auf Porto Santo. Mit Costantino Rocca (ITA) haben die Sponsoren für einen großen Star im Starterfeld gesorgt.

alt

altMadeira Island Open
19. – 22. März, 2009
Porto Santo Golfe, Portugal
Preisgeld: 700.000€
Titelverteidiger: Alastair Forsyth (SCO)

Bernd Wiesberger im Interview


Über den Wolken

Bernd Wiesberger plaudert zur Vorschau auf die Madeira Island Open über den neuen Platz auf Porto Santo und seine Erwartungen für das Turnier.alt

Bernd Wiesberger, Martin Wiegele, Thomas Feyrsinger und Alex Haindl starten dieses Wochenende bei den 17. Madeira Island Open; Markus Brier pausiert.

Die Madeira Island Open werden heuer zum ersten Mal auf der kleinen Nachbarinsel Madeiras, Porto Santo, ausgetragen. Wie sehr belastet die komplizierte Anreise?
Wir kommen um 13 Uhr in Funchal an, und fliegen erst um 20 Uhr weiter. Die verlorene Zeit ist natürlich unangenehm, aber man gewöhnt sich ans Warten. Nach Bali bin ich 26 Stunden geflogen.

Am Porto Santo Golfe spielt die European Tour heuer zum ersten Mal. Ein kleiner Vorteil für dich?
Für mich sind heuer viele Plätze neu, aber diese Woche ist es für alle gleich. Keiner kennt den Platz. Ich hab Glück, weil ich mit dem ProAm auf zwei Proberunden komme. Ich werde mir den Platz sehr konzentriert anschauen. Ballesteros-Kurse sind meistens sehr tricky mit schwierigen Grüns.

Du kommst gerade aus der Türkei?
Bei einer Intersport Eybl Golfreise hab ich geholfen, die Gäste zu betreuen. Wir waren gemeinsam auf der Runde, haben Schläger getestet und ich hab eine kleine Clinic gemacht. Außerdem konnte ich drei Tage trainieren, das war eine gute Kombination. Daheim wars kalt und feucht, und ich hab mich im Warmen vorbereiten können. Außerdem lernt man auf solchen Reisen immer wieder interessante Leute kennen.

Wie gehts mit den neuen Schlägern?
Nach meinem Besuch bei TPI (Titleist Performance Institute) in Kalifornien hab ich mein neues Set schon bekommen. Ich spiele jetzt einen gemischten Satz, aber ich fühle mich noch nicht sicher damit. Die neuen Blades fühlen sich noch fremd an, und die Schäfte sind schwerer. Nach den Madeira Open habe ich wieder drei Wochen Turnierpause. Dann werde ich mich zu Hause mit Claude Grenier in Fontana auf das neue Equipement einstellen.

Dieses Mal sind deutlich weniger große Namen am Start als in Asien. Steigen deine Chancen?
Obwohl relativ wenig Preisgeld ausgeschüttet wird, ist das Feld überraschend stark. Es sind sicher über 15 Turniersieger am Start. Und im Gegensatz zur Asian Tour, gibt es eine breite Masse an wirklich guten Spielern. Es wird also nicht einfach.

Dein Ziel fürs Turnier?
Uns Tourschool-Leuten brechen die Turniere weg. Die English Open, und die Russian Open sind schon gestrichen, und bei einigen Turnieren stehen noch keine Preisgelder fest. Es geht also darum jedes Turnier, in das ich reinkomm, so gut als möglich auszunutzen. Top-10 Erbgebnisse wären natürlich gut, um aufs Preisgeld zu kommen.

Danke fürs Gespräch.
alt

Martin Wiegele (l.) und Bernd Wiesberger (r.) nehmen sich Zeit für die Golfrevue

Ähnliche Artikel aus dem Archiv

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar