Montag 26. September 2011, 23:54 Uhr

Haas räumt alles ab [0]

Im Playoff Krimi gegen Hunter Mahan (USA) und dem Schlag seiner Karriere gewinnt Bill Haas (USA) nicht nur die Tour Championship, sondern auch den Fed Ex Cup.

Die Taschenrechner glühen in der Finalrunde der Tour Championship. Wahren normalerweise die Ränge 6 – 15 nur Aussenseiterchancen, öffnet in diesem Jahr das Auseinanderfallen der Top 5 allen verbleibenden Spielern die Tür zum möglichen Sieg. Nach jedem Schlag überschlagen sich die Berechnungen welcher Spieler am Ende mit einem Bonusscheck in Höhe von 10 Millionen Dollar nach Hause gehen wird. Womit lange Zeit keiner gerechnet hatte: Bill Haas, der Sohn von Tour Veteran Jay Haas, der als 22. im Fed Ex Ranking in das große Finale gestartet war. Dabei bricht auch der Amerikaner, wie in den Vorrunden, auch in der letzten Runde der Tour Championship auseinander und findet sich am Ende an der Seite von Hunter Mahan (USA) bei -8 wieder. Damit ist das Grand Finale angerichtet, von dem die PGA Tour seit Beginn der Playoffs geträumt hat. Ein Playoff – zwei Spieler – 10 Millionen Dollar plus der Siegerscheck von rund 1,5 Millionen Dollar. Und wie bei jedem regulären Tour Event bedarf es auch zum ganz großen Sieg jeder Menge Glück. So arbeitet nicht nur das Punktesystem am Ende im Sinne von Bill Haas, auch die zwei Bogeys in der Finalrunde sollten ihm nicht den Sieg kosten und die schlechten Schläge im Playoff verwandelt der neue Multimillionär in Gold. So unter anderem auf der 17. Spielbahn, dem zweite Extraloch, als sein Grünschlag im Wasserhindernis landet. Mit Mahan sicher am Grün wird der Schlag von der Wasseroberfläche zum alles entscheidenden Moment in seiner Karriere. Nach dem Motto „alles oder nichts“ zaubert Haas seinen Ball zum Tap in an den Stock und lässt seinen Kontrahenten sprachlos zurück. Mit dem Par geht es zurück auf Loch 18 (Par 3), an dem Haas mit seinem Putt zur 3 den Sack zumacht. Damit feiert der 29jährige nicht nur seinen dritten Toursieg und ersten Sieg in diesem Jahr, sondern auch den größten Erfolg seiner Karriere. Dabei war Haas bis zur Preisverleihung nicht bewusst, dass er neben der Tour Championship auch den Fed Ex Cup für sich entschieden hat. „Erst als ich beide Trophäen gesehen habe und kein anderer Spieler für die Übergabe erschien, war mir klar dass ich beides gewonnen habe“.

Die Sieger der Playoffs:

Tour Championship & Fed Ex Cup – Bill Haas (USA)
BMW Championship – Justin Rose (ENG)
Deutsche Bank Championship – Webb Simpson (USA)
The Barclays – Dustin Johnson (USA)

Der Fed Ex Cup

Als Spieler der US PGA Tour gehören horrende Preisgelder und harter Konkurrenzdruck zum Tagesgeschäft, doch wenn der August ins Land zieht, dann liegen auch bei eingefleischten Tour Professionals die Nerven blank. Schließlich markiert dieser seit vier Jahren den Startschuss in die PGA Playoffs – den mit 10 Millionen Dollar dotierten FedEx Cup. Dieser besteht aus vier aufeinanderfolgenden Events. Den Auftakt bildet„The Barclays“ von 25.-28. August im Plainfield Country Club, New Jersey. Startberechtigt dabei die besten 125 im FedEx Cup Ranking. Für die Top 100 nach diesem Bewerb geht es weiter in den TPC Boston, Massachussetts für die Deutsche Bank Championship von 2.-5. September. Die dritte Etappe bildet die BMW Championship von 15.-18. September im Cog Hill CC, Illinois bei dem ein auf 70 Spieler reduziertes Feld an den Start geht. Für die 30 Besten führt der Weg von 22.-25. September in den East Lake CC Atlanta, Georgia zum Grande Finale, „The Tour Championship“ wo der Sieger gekürt wird, der sich an der Seite von Tiger Woods (2007 & 2009) und Vijay Singh (2008) auf der Trophäe eintragen darf. Neben dem 10 Millionen Dollar Bonus für den Sieger warten jede Woche zusätzlich 1,35 Millionen Dollar auf den Sieger der vier Playoff Events.

Das Punktesystem

Die Top 125 des FedEx Cup Rankings bekommen somit die Möglichkeit um dieses Rekordpreisgeld zu spielen. Das große Punktesammeln im Kampf um einen der begehrten Startplätze beginnt jedoch bereits im Jänner mit der Mercedes Championship und zieht sich bis zur Wyndham Championship Mitte August. Zur „regulären“ Saison zählen alle PGA Tour Events sowie Majors und World Golf Championships. Für jede Platzierung innerhalb des Preisgeldränge bekommen die Spieler Punkte für das FedEx Cup Ranking. Diese addieren sich bis August zusammen und bilden die Grundlage zur Ermittlung der 125 Gladiatoren die in den Playoff Ring steigen.

Spieler nehmen ihre Punkte in die Playoff Season mit, doch während der letzten vier Events zählt jede Platzierung fünfmal mehr als in der regulären Saison. So bringt ein Sieg 2.500 Punkte und garantiert damit mehr Spannung, da sich ein Spieler mit einer guten Performance in den Playoffs schnell an die Spitze des Feldes schießen kann. Um die Spannung bis in den letzten Bewerb zu tragen werden die Punkte der verbleibenden 30 Spieler vor der Tour Championship gemäß ihrem Ranking nachjustiert. Dadurch erhalten die Top 5 der Rangliste eine direkte Chance auf den Sieg des FedEx Cup mit dem Sieg des letzten Events. Aber auch die Plätze 6-15 halten Aussenseiterchancen auf einen Triumph.

Die Trophäe

Die Trophäe wurde von Tiffany & Co entworfen, besteht aus einer silbernen Schale die auf einem Golfball ruht. Die Griffe symbolisieren den Bogen des Golfschwungs. Die Wandertrophäe ist 21,5 Inches und wiegt 33 Pfund und steht auf einer 12 Inch hohen Holzbasis mit acht silbernen Platten auf denen die Namen der kommenden 48 Champions verewigt werden können. Der Sieger erhält eine kleinere Version der Trophäe mit ihrem Namen eingraviert.

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