Freitag 28. September 2012, 13:00 Uhr

Das Wunder von Medinah [0]

In den Singles holen die Europäer den Vier-Punkte-Rückstand auf und scoren 8,5 zu 3,5: Donald, Lawrie, Poulter, Rose und McIlroy feiern Pflicht-Siege. Garcia und Westwood sorgen für die Kür, ehe Martin Kaymer den entscheidenden Putt zum 14,5 zu 13,5 Sieg locht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Captain Olazabals Strategie am Finaltag ist durch das Score vorgegeben: bei 10:6 müssen vier der ersten fünf Matches an die Europäer gehen, sonst ist der Spaß vorbei. Und die top-besetzten Flights scoren! Der Nervenkrimi zieht sich bis auf Loch 18 ehe uns Martin Kaymer mit dem Siegesputt zu 14 Punkten erlöst und den Cup zurück nach Europa holt!

 

Kaymer (1up) / Stricker
Nach einer enttäuschenden Woche wird der Deutsche zum neuen Ryder Cup Helden. Viel Kritik muss Kaymer im Verlauf des Bestballs und Klassischen Vierers hinnehmen und zählt, wie die Reihung am Sonntag erkennen lässt, nicht zu den heißen Eisen in Olazabals Team. Der Majorsieger aus 2010 spielt sich vor dem letzten Rundendrittel eine hauchdünnen Vorsprung von 1auf heraus. Mit mit einem Dreiputt auf der 16. Loch scheint er aber fast den Cup für sein Team verloren zu haben. Nach dem bedeutenden Par zu Bogey auf der 17. Spielbahn geht er wieder 1auf auf das letzte Loch.
Kaymer, mit toller Attacke aus dem Fairwaybunker, hat am Ende einen 3 Meter Putt zum Sieg des Matches und des Ryder Cups. Das Gewicht eines golfenden Kontinents lastet auf seinen Schultern. Neben seinem Team sind rund 40.000 Fans dabei, als der Deutsche den Putt locht und im Freudentaumel seinem Team in die Arme fällt.

Molinari (halved) / Woods
Die Revanche aus 2010 geht am Ende unentschieden aus. Mit der gefallenen Entscheidung im Flight zuvor, entscheiden sich die beiden Kontrahenten dennoch das Loch zu beenden. Sie teilen  die Partie am Ende brüderlich mit einem Par gegen Bogey für Molinari. Dabei schien Molinaris Match lange Zeit das Zünglein an der Waage zu sein. Der Italiener packt auf Loch 17 einen dünnen Chip aus und den Europäischen Golffans rutscht mit dem späten Lochverlust das Herz in die Hose.

Hanson / Dufner (2up)
Als Underdog in den Tag gestartet, bekommt Peter Hanson die volle Breitseite seines amerikanischen Kontrahenten zu spüren. Mit 4 Down nach acht Löchern scheint das Match frühzeitig zu Gunsten der USA abgehakt, ehe der Schwede zu kämpfen beginnt und sich mit drei Birdies bis auf ein Loch heranarbeitet. Nach dem Sieg der 17. Spielbahn versenkt Hanson seinen Grünschlag auf dem letzten Loch jedoch im Bunker und notiert das Bogey gegen ein weiteres starkes Par des reserviert auftretenden Dufner.

Garcia (1up) / Furyk
Der Spanier liefert sich mit Furyk ein wahres Kopf an Kopf Rennen. Erfahrung und eine solide Statistik bringen beide Spieler mit und so überrascht es nicht, dass sich eine knappe Partie entwickelt. Ein spannender Schlagabtausch bestimmt das Match, das gegen Ende zu Gunsten Furyks dreht.
Bei 1down nach 16 gespielten Löchern profitiert Garcia von zwei Bogeys seines Gegners und dreht die Partie noch zum Sieg um. Ein wahrer Befreiungsschlag für Team Europa, für das ein Sieg zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal in Reichweite kommt.

Westwood (3&2) / Kuchar
Auch die ehemalige Nummer eins der Welt kann in dieser Woche nur bedingt glänzen und erneut scheint der Putter den Engländer im Stich zu lassen. Frustrationen am Grün häufen sich im klassischen Vierer und Bestball, ehe im Einzel die Putts zu fallen beginnen. Bis zum Turn noch verhalten und All Square, lässt sich Westwood auf den Back Nine von den Siegen seiner Kollegen inspirieren und kann gleich drei Löcher für sich entscheiden.
Die Partie mündet in einem 1 Meter Putt zum Sieg für Westwood auf der 16. Kuchar lässt ihn putten, obwohl der gute Ton gebieten würde, derartige Putts zu schenken. Doch Westwood nimmt es mit einem Lächeln und versenkt zum sechsten Punkt des Tages für Europa.

McDowell / Z.Johnson (2&1)
2010 noch der Mann der Stunde, kann sich McDowell in diesem Jahr nicht als Bank im europäischen Team präsentieren. Immer wieder kämpft der Ire im Finale mit unangenehmen Hooks und muss bereits nach vier Löchern einen Rücktand von 3Down hinnehmen. Zwei Lochgewinne für den Tag sind zu wenig um die Partie noch drehen zu können. Ein wichtiger Punkt wird den Amerikanern in die Hände gespielt.  

Colsaerts / D.Johnson (3&2)
Weiterhin ohne Glück bewegt sich Nicolas Colsaerts am Sonntag über die Fairways. Dem belgischen Rookie, mit der überragenden Performance am ersten Tag unterlaufen immer wieder Fehler, die sein Kontrahent ohne zögern nutzt. Mit drei Birdies auf den Löchern 14, 15, und 16 holt der stark aufspielende Johnson den Punkt.

 

McIlroy (2&1) / Bradley
Der Führende in der Weltrangliste, Rory McIlroy, muss am Sonntag gegen den bisher ungeschlagenen Rookie Keagan Bradley auf den Platz. McIlroy hat die Zeitumstellung nicht im Griff und wird gerade noch rechtzeitig in einem Polizeiauto zum Abschlag eskortiert – ihm bleiben 10 Minuten zum Aufwärmen… Bei drei Lochgewinnen auf den Frontnine war der Kaltstart aber kein Problem. Birdies auf den Löchern 14 und 15 bringen McIlroy in Führung. Auf Loch 17 ist das Match zu Ende und der unerwartete Ausgleich ist geschafft: es steht 10 zu 10!

Poulter (2up) / Simpson
Einen harten Schlagabtausch liefert sich Europas Mister Ryder Cup, Ian Poulter, mit Webb Simpson auf den Frontnine. Nach jeweils drei Lochgewinnen kommen sie all square auf die Backnine. Erst mit zwei Birdies auf den letzten beiden Löchern kann Poulter das Match für sich entscheiden. Damit bleibt er in drei Partien ungeschlagen und ist, wie auch in den vergangenen Jahren, ein wichtiges Fundament für den europäischen Sieg.

Rose (1up) / Mickelson
Mit einem enormen Finish dreht Justin Rose seine Partie gegen Phil Mickelson noch einmal um. Auf der 17, ein lages Par 3 über das Wasser, locht er einen unglaublichen 10-Meter-Putt, um das Match bis auf die 18 zu verlängern. Und auch am letzten Grün, vor über 30.000 Zuschauern, stopft er den Birdieputt aus über 5 Meter. Zuvor hat Rose fünf Birdies und einen Eagle benötigt, um sich gegen den enorm starken Mickelson behaupten zu können.

Lawrie (5&3) / Snedeker
Einen weiteren klaren Punkt für die Europäer fährt Routinier Paul Lawrie ein. Der Schotte war schon vor 13 Jahren in Brookline dabei, als die Amerikaner am Sonntag vier Punkte aufholten und siegten. 2010 noch als Fernseh-Kommentator im Einsatz, bekommt er es mit keinem geringeren als dem FedEx Cup Sieger 2012, Brandt Snedeker, zu tun. Bereits zur Halbzeit 3 auf, bringen ihn ein weiteres Birdie und zwei Bogeys seines Kontrahenten uneinholbar in Führung.

Donald (2&1) / Watson
Donald dominiert die Partie von Beginn an und platziert seine Eisen nahe an der Fahne. Er geht 2up auf die Backnine. Die Löcher 11 und 12 entscheidet Donald ebenfalls für sich, ehe sich Watson mit einem Birdie auf Loch 14 und dem Chip-In zum Eagle auf Loch 15 noch einmal aufbäumt.
Ein brillianter Bunkerschlag auf der 17. Loch entscheidet die Partie zu Gunsten des Europäers, der seit 15 Jahren in Chicago lebt. „Die Unterstützung meiner Freunde vor Ort hat definitiv geholfen. Die Menge war auch auf meiner Seite. Es ist eine große Erleichterung das die Partie so ausgegangen ist. Bubba hat mich bis zum Ende gefordert“ so Donald nach der Runde.

 

 

 

 

zur Berichterstattung vom Samstag

 

 

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