Dienstag 14. Juli 2009, 19:01 Uhr

138. British Open [0]

Cink positive

Unfassbares Finale der 138. British Open: Tom Watson schrammt an Sportgeschichte vorbei, Stewart Cink gewinnt schlussendlich im Stechen. Das Wunder von Turnberry bleibt aus, zum Leidwesen der Watson-Fans, die den Amerikaner 32 Jahre nach seinem letzten British Open Sieg in Turnberry dem der Claret Jug am 72. Loch aus dem Händen rutscht.

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Schade um die Riesenchance: So nahe war Tom Watson seinem 6. Claret Jug, am Ende spielte der knapp 60-Jährige den Open Titel seinem Landsmann Stewart Cink in die Hände: Ein grottenschlechter drei Meter-Putt zum Open-Sieg verfehlt sein Ziel klar, womit ein Stechen den Sieger eruieren musste.

Stewart Cink, der sich klammheimlich nach vorne schleicht, ist der Nutznießer der watson’schen Agonie.
Nach dem verschobenen Putt ist Watson nur mehr als Hülle anwesend, macht Fehler, wie er sie in den vier Runden zuvor souverän vermieden hat…
Cink, bislang ohne Major-Sieg, nutzt die Gunst der Stunde und spielt den Sieg knochentrocken nach Hause, während Watson zu einer traurigen Figur verkommt, was sich der Amerikaner nicht verdient hat. Aber im Stechen ist er auf vier Holes öfter im Rough als während der beiden Finalrunden zusammen.
„Natürlich stehen mir die Tränen in den Augen. Ich hatte es auf der Hand gehabt, aber es wollte nicht sein. Aber: Es ist kein Begräbnis. Gratulation an Stewart, dem ich kein echter Gegner mehr war“, gibt sich Watson trotz seiner vergebenen Riesenchance einigermaßen gefasst.

50. Major – erster Titel

„Es war irgendwie surreal gegen jenen Mann das Play-off zu spielen, der in meiner Jugend mein großes Idol war und den ich im Fernsehen bewundert habe“, versucht dagegen der 36-jährige Stewart Cink irgendwie die Kurve zu kratzen, nachdem das Play-off eine mehr als einseitige Geschichte ist. Eine 69er-Runde – gesamt 2 unter Par – und vier entspannt Play-off Holes waren gut genug, um ein an etlichen Drame reiches British Open zu gewinnen.
Cink, fünfacher Sieger uaf der US Tour und mehrfacher Ryder Cupper, hat sich mit konstant gutem Spiel einen Namen auf der Tour gemacht, ohne durch all zu spektakuläre Erfolge aufzuzeigen.
Für seinen ersten Major-Titel sammelt Cink übrigens über 860.000 Euro für sein Preisgeldkonto.

Westwood & Wood mit finalem Kollaps, Fisher wirft Open früh weg

Die englische Task Force, die am Finaltag um den Titel mitspielt, lässt keine Chance ungenutzt, um sich am Ende – wie Westwood und Wood – oder schon früh – wie Fisher – aus dem Titrelrennen zu nehmen.
Fisher, der mit dem Kopf wohl schon bei seiner hochschwangeren Frau ist, übernimmt nach zwei Birdies auf den ersten beiden Holes rasch die Führung, kollabiert aber auf Loch 5 eine unnütze 8 einfängt, und nicht mehr ins Spiel zurück findet.

Westwood dagegen spielt nach alleiniger Führung nach 14 Loch auf den letzte vier Holes drei Bogeys, um am Ende mit einem Schlag Rückstand auf ein Stechen durchs Ziel torkelt.
Chris Wood, im Vorjahr noch Amateur und Vierter bei den Open, hatte ebenfalls noch Chancen auf zumindest ein Play-off: Der Teenager vermasselt das 18. Loch, spielt nur ein Bogey und verfehlt wie Westwood das Stechen um einen Schlag.

Dass Tiger Woods bereits nach zwei Runden ausgeschieden ist, hat der Faszination und der Spannung in Turnberry übrigens keinen Abbruch getan. Aus österreichischer Sicht war dagegen das frühe Aus von Markus Brier eine herbe Enttäuschung. Nachdem der Wiener die Quali für die British Open souverän gewinnen konnte, hatte wohl auch der Österreicher sich mehr von seinem Auftritt in Turnberry erwartet.

Zum finalen Leaderbord

The 138th Open Championship
Ailsa Course, Turnberry
Ayrshire, Scotland
16. – 19. Juli 2009
Titelverteidiger: Padraig Harrington (IRL)
Preisgeld: 4,2 Mio. Pfund


Nicht im Cut

 

Markus Brier scheitert bei seiner sechsten Majorteilnahme zum vierten Mal am Cut. Bei heftigen Wind gelingen um die Grüns zu wenige Parsaves (77, +7).alt

„Natürlich ist es frustrierend und ärgerlich, es war heute richtig heftig. Ich treff den Ball zur Zeit nicht schlecht und habe mir berechtigte Chancen ausgerechnet“, schildert Brier seine Erwartungen vor dem Start. Nach dem Wetterumschwung scoren die Vormittagspartien hoch und Brier liegt vor dem ersten Abschlag auf Rang 41, mit zwei Schlägen Polster auf die Cutmarke.
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Doch schon vom ersten Tee weg läuft es nicht rund. Bogey nach Fairwaybunker und Grünbunker am relativ einfachen Par 4 (354 yds). Das erste und einzige Birdie gelingt bei kurzzeitiger Windstille auf Loch 4 (Par 3, 166 yds), wo der Birdieputt aus vier Meter fällt.

Nun kommt der 41-jährige Wiener auf den beeindruckenden Stretch an der Küste und bekommt vollen Gegenwind zu spüren. Zwar kann er bis zum Turn grobe Ausrutscher verhindern, Schwächen um und am Grün führen jedoch zu drei Bogeys und Rückschritt aus den Preisgeldrängen.

„Die Löcher gegen den Wind waren brutal, da kann man manche Bogeys akzeptieren. Ich habe gehofft gegen Ende Birdies zu scoren, was nicht gelungen ist“, fasst Brier seinen Gameplan zusammen. Nach Bogey auf Loch 10 (Par 4, 456 yds) – die Grünattacke findet ihr Ziel nicht – ist auch inward auf Loch 13 (Par 4, 410 yds) ein Schlagverlust zu beklagen. „Das Bogey am 13er war der Knackpunkt“, kommentiert Brier den zu langen Pitch. Ein schwieriger Pitch auf Loch 16 (Par 4, 455 yds) wird zum „Finishing Move“ in Turnberry. Brier versenkt den Ball im einzigen Wasserhindernis am Platz. „Der Drive ist im Rückenwind zu lange geraten, ich hab mir einen brutal schwierigen halben Schwung gelassen, und der hat auch noch Spinn gebraucht“, erklärt Brier wie der Wind auch das kurze Spiel beeinflusst.

Markus Brier vergeigt also drei Holes vor Schluss alle Chancen auf den Cut – jedoch im Wissen, auf den letzten drei Holes zwei Birdies spielen zu müssen. Das aggressive Spiel wird nicht belohnt: mit der 77 (+7, gesamt +8) gibt’s ein frühes Aus. Ebenso out: Tiger Woods! Führender im Clubhaus bei gesamt 5 unter Par ist der amerikanische Open-Debütant Steve Marino (29 Jahre), gemeinsam mit dem 60-jährigen Tom Watson der mit einer Par-Runde glänzt. Marino gelingt mit nur 6 (!) regulär getroffenen Grüns dank grandioser 22 Putts – zwei Mal chipped Marino ein – eine 68er-Runde (-2).
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Steve Merino (USA) spielt am Freitag mit 68 (-2) das tiefste Tagesscore und teilt sich die Führung mit Tom Watson.

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altThe 138th Open Championship
Ailsa Course, Turnberry
Ayrshire, Scotland
16. – 19. Juli 2009
Titelverteidiger: Padraig Harrington (IRL)
Preisgeld: 4,2 Mio. Pfund

hören sie Telefoninterviews zu Runde 1 und zur Vorschau


Brier mit der 71 (+1)

Miguel Angel Jimenéz führt in Turnberry mit 64 (-6). Tom Watson (USA) dreht am Rad der Zeit und scort eine 65er-Runde. Tiger Woods kommt nicht in Schwung und liegt nach Runde 1 schlaggleich mit Markus Brier im hinteren Drittel des Feldes.alt

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„Leider haben ein paar schlechte Abschläge zu Bogeys geführt. Ich glaube, ich habe versucht die Drives zu sehr zu kontrollieren“, resümiert Markus Brier nach der etwas enttäuschenden Eröffnungsrunde. Bei traumhaften Bedingungen an der schottischen Westküste finden sich Markus Briers Drives zu oft im dichten Rough. Auf Loch 8 (Par 4, 454 yds) kommt Brier mit einem Bogey davon, am Signature-Hole, Loch 10 (Par 4, 456 yds), setzt es nach der Befreiung in den tiefen Fairwaybunker ein Doppelbogey. Das erste Bogey des Tages fällt früh auf Loch 4 (Par 3, 166 yds), wo Brier in einen der tiefsten Grünbunker schlägt; bis zur Puttoberfläche sind etwa sieben Meter zu überwinden.

altZwei Birdies auf den Par 5 (Loch 7 und Loch 17), wo er jeweils mit dem zweiten Schlag das Grün erreicht, und ein Schlaggewinn auf Loch 14 (Par 4, 448 yds, – Eisen 7 zum Stock) dienen zur notwendigen Scorekorrektur.

Mit 71 Schlägen (eins über Par) rangiert Brier auf Rang 68 in bester Gesellschaft: auch Tiger Woods (USA), Adam Scott (AUS) oder zum Beispiel Henrik Stenson (SWE) spielen 71 (+1).
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Der Held des Tages ist Tom Watson (USA), der in diesem Herbst 60 Jahre alt wird. Der fünfmalige Open-Champ und Sieger des „Duell in the Sun“ (Turnberry 1977) spielt mit 65 (-5) eine der besten Runden des Tages. Nur Miguel Angel Jimenéz (ESP) übertrumpft ihn am Nachmittag mit 64 (-6).

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altThe 138th Open Championship
Ailsa Course, Turnberry
Ayrshire, Scotland
16. – 19. Juli 2009
Titelverteidiger: Padraig Harrington (IRL)
Preisgeld: 4,2 Mio. Pfund
 


In einem Telefoninterview zwei Tage vor dem Start der 138. British Open erzählt der Österreicher über den Platz in Turnberry, die Favoriten und seine Ambitionen bei seinem fünften Start beim ältesten Golfturnier der Welt. (4,2 MB) – mit DIASHOW vom ersten Trainingstag & Live-Scoring
 
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Zur Scorekarte von Markus Brier

„Linksgolf taugt mir“

Markus Brier im Telefoninterview über den Platz, die Favoriten und seine Ambitionen für den fünften Start beim ältesten Golfturnier der Welt. (4,2 MB)

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The 138th Open Championship
Ailsa Course, Turnberry
Ayrshire, Scotland
16. – 19. Juli 2009
Titelverteidiger: Padraig Harrington (IRL)
Preisgeld: 4,2 Mio. Pfund

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