Donnerstag 5. Juli 2012, 17:49 Uhr

Zurück zum Ursprung [0]

Nirgends findet man Golf in einer ursprünglicheren Form als in Schottland. Das weiß auch Marie Pippan, die mit ihrer Jugendmannschaft eine Woche im „Home of Golf“ verbringt.

Marie Pippan und die Ebreichsdorfer Jungs auf dem 18. Loch am Old Course in St. Andrews.

Wer dem heimischen Tropensommer einmal den Rücken kehren möchte, der ist in Schottland gut aufgehoben. Denn nur bei einem Trip auf die Insel werden beim Einpacken Erinnerungen an den letzten Skiurlaub wach: Haube, Schal, Pullover, Regengewand und Schuhe (am Besten in mehrfacher Ausführung). So mancher Sonnenanbeter könnte an dieser Stelle beginnen leicht die Nase zu rümpfen, doch alles Skeptikern sei gesagt 17 Grad und Sonnenschein auf den schönsten Linkskursen der Welt – da schlägt das Herz auch unter dem Pullover höher. West- wie Ostküste begeistern den eingefleischten Golfer gleichermaßen mit ihrer idyllischen Landschaft und dem bunten Mix aus einfachen und anspruchsvollen Linkskursen, die ursprünglicher nicht sein könnten.

Beim erstmaligen Schottlandbesuch geht die Reise jedoch schnurgerade von Edinburgh in den Norden – in die Heimat des Golfsports, St. Andrews. Denn kaum eine andere Kulisse sorgt für strahlendere Gesichter als das Clubhaus und die erste wie letzte Spielbahn des legendären Old Course. Hier kann man gleich aus sieben Kursen wählen, wobei man beim Paradeplatz mit 160 Pfund im Sommer tief in die Tasche greifen muss, sofern man noch eine Abschlagszeit bekommt. Aber auch die anderen Kurse des St. Andrews Links Trust bieten eine Herausforderung und glänzen durch ihr Layout und ihre Pflege. Doch auch Außerhalb der Stadtgrenzen gibt es wahre Juwele zu finden. Vom kleinen lieblichen Küstenplatz mit breiten Fairways und vielen kurzen Löchern in Crail (Balcomie), bis hin zu Kingsbarns, der mit seinem Design und dem Küstenblick wahrlich hält was die eindrucksvollen Bilder vor der Reise im Internet versprechen.

Die Königsklasse erwartet jeden Hobbygolfer rund 1 Stunde nördlich des „Home of Golf“ in Carnoustie. Der Championship Platz wird nicht umsonst als schwierigster Linkskurs der Welt beworben. Denn bereits beim Warm Up auf einem der anderen beiden Plätze, dem Buddon oder Burnside, wird klar, wer sich hier im Rough wieder findet packt besser eine Machete mit in die Reisetasche. Landschaftlich idyllisch wehen die Halme in der Brise, die vom Meer über den Platz zieht, doch wehe der Ball kommt im knietiefen Kraut zu liegen. Sofern überhaupt gefunden, heißt es den Tiger in sich zu wecken, um den Ball mit einem kurzen Eisen in Richtung Fairway zu hacken. Neben der Unterarmmuskulatur empfielt es sich vor einem Reiseantritt auf die Insel auch das Bunkerspiel zu trainieren. Denn kaum gibt es Grund zur Freude, weil das Rough beim letzten Schlag vermieden wurde, rutschen die Mundwinkel rasant nach unten wenn man seinen Ball in einem der tiefen Potbunker verschwinden sieht. Denn das mit dem Finden ist dort kein Problem, aber das Rauskommen eine ganz andere Sache. Doch nicht umsonst stellt Linksgolf besonders für Spieler aus unseren Breitengraden eine wahre Herausforderung dar und ist schließlich Teil des Reizes. Und die Schotten üben sich als Motivatoren. So setzt der Starter in Kingsbarns eine „solide Runde“ für einen Handicap 10 Spieler bei unter 90 Schlägen an und in Carnoustie gibt es den kleinen Tipp sich mit jeglichem Score im zweistelligen Bereich mehr als zufrieden zu geben. Da heißt es dann nur genug Munition einpacken und alles gelassen nehmen wie es kommt!

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