Montag 12. Dezember 2011, 07:48 Uhr

Golf am Fließband [0]

„Been there, done that“ könnte das Fazit nach einer Runde in Torrey Pines lauten, denn Speed Golf ist nicht jedermanns Sache. Vor allem wenn Kalifornien so viele Traumlocations bietet.

Torrey Pines

Für alle, die in Kalifornien nach dem „grünen Gold“ suchen, steht Torrey Pines weit oben auf der Liste. Der Südkurs, Austragungsort der US Open 2008, lässt Golferherzen nicht nur ob der einmaligen Landschaft an den Klippen von La Jolla höher schlagen und so wundert es nicht, dass der Andrang enorm ist.

Doch derart enorm, das kann sich nicht einmal ein Hardcore Golfer vorstellen. Torrey Pines ist mit Abstand die Legebatterie im Bereich der Greenfees. Wer sich die 80 Dollar pro Person für die Reservierung einer Startzeit ersparen möchte, muss früh aufstehen, um sich auf eine der Warteliste für freie Plätze eintragen zu können.
Glück hat, wer im Dezember Urlaub macht, denn bei 15 Grad hält sich der Andrang in Grenzen. Voller Erwartung im Clubhaus angelangt, erfährt man vom Starter hinter einer Glasscheibe, dass sich schon ein Plätzchen finden wird im Verlauf des Vormittags. Schließlich will man ja keinen Startplatz für 220 Dollar ungenutzt verstreichen lassen.
Wer ein wenig auf das Budget achten möchte, im Winter gilt: 220 Dollar bis 12 Uhr 20, ab 12 Uhr 30 bekommt man das Greenfee zum Schnäppchen Preis von 137 Dollar. Über Lautsprecher wird man zum Tee zitiert und erfährt gleich dort die wichtigste Regel der bevorstehenden Runde: Ready Golf. Heisst so viel wie, wer immer schlagbereit ist spielt fröhlich drauf los. Da muss man schon die gelernte Etikette ein wenig hinten anstellen, doch so genau nehmen es die einheimischen Mitspieler sowieso nicht. Stehen doch reihenweise Spieler in Jeans und T-Shirt am ersten Abschlag.

Ready Golf heißt aber auch ständig einsatzbereit, denn wie schon auf der Scorekarte vermerkt ist: „Deine Position am Platz ist genau hinter dem vorderen Flight“ und für die Umsetzung sorgen zahlreiche Marshalls, die über den Platz flitzen und den Spielfluss am laufen halten. Ein Erlebnis, aber sicher nichts für Urlauber, die den Platz und die Runde genießen wollen.
Das Fazit: Landschaftlich einmalig, Platzzustand für einen Public Kurs gut, aber in unter 4 Stunden ist man als Viererflight wieder im Clubhaus und einen großen Teil der Spielgebühr steuert man für den Namen bei.

Half Moon Bay – Ocean Kurs

Schätze am Wegesrand
Dabei zahlt es sich wirklich aus, neben dem namhaften Locations á la Pebble Beach und Torrey Pines ein paar weniger bekannte Kurse heraus zu picken. So etwa Half Moon Bay, der rund 60 Minuten südlich von San Francisco zu finden ist. Auf 36 Loch bietet der Platz sowohl klassisches Links Golf als auch einen Parklandkurs.
Während die Einheimischen den Old Kurs bevorzugen, zieht es die Urlauber wegen der Aussicht auf das Meer und die Klippen auf den Ocean Kurs, erzählt der Starter. Von Stress keine Spur, man richtet sich ganz nach der inneren Uhr der Gäste. Und für 150 Dollar bekommt man einiges geboten.
Besonders der Blick auf das an den Klippen erbaute Clubhaus, Drehort von American Pie „The Wedding“, den es auf den letzten vier Löchern zu genießen gibt, lassen das Golferherz wirklich höher schlagen. Ein wahres Juwel, abgerundet von der Möglichkeit die Küstenstrasse in Richtung Los Angeles zu absolvieren. Sicher eine der spektakulärsten Routen durch Kalifornien.

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