Golf & the City: Palma [0]

Immer wieder, immer wieder Palma de Mallorca. Bei allen Vorurteilen: Die Hauptstadt des 17. deutschen Bundeslandes ist immer wieder eine Reise wert, Ballermann hin, Engländer her. Schließlich ­haben wir noch längst nicht alle Tapas-Bars aufgespürt, und bei nur zwei Stunden ­Flugzeit ist man ohnedies vor Wiederholungstätern nicht gefeit, findet Klaus Nadizar.

Meine Liebe zu Mallorca im Allgemeinen und zu Palma, der Hauptstadt, im Speziellen war keine auf den ersten Blick. Bei meiner Premiere auf der größten Baleareninsel empfing mich Schnee. Man versicherte mir damals, dass es sich um ein Jahrhundertereignis handle, womit ich in meinem Leben nie wieder mit Schnee auf Mallorca zu rechnen hätte. Bis heute zumindest, 12 Jahre und gut ein Dutzend Besuche später, hält die Prognose. Und begleiteten mich damals Vorurteile – Sie wissen schon: Ballermann und dergleichen – bin ich nunmehr geläutert: Mallorca hat sich, um im Golfjargon zu bleiben, von der Platzreife zum Scratch-Player entwickelt. In jeder Hinsicht. Paradox genug, dass jene, die für den schlechten Ruf gesorgt haben – die Deutschen, dank ihrer Exzess-Urlaube –, auch am Aufschwung mit „schuld“ sind. Einer, der für neuen Schwung auf der Insel gesorgt hat, ist der Deutsche Hockey-Ex-Nationalspieler Stefan Blöcher, Manager des pittoresken Golf de Andratx, westlich von Palma.
„Golf war mit der Motor, dass sich Mallorca als Ganzes neu definiert hat: weg vom Ballermann-Image hin zur wohl vielfältigsten Golfdestination im Mittelmeer“, weiß Blöcher die Vorzüge der Insel zu schätzen. Seit zehn Jahren ist er für die 18-Loch-Anlage verantwortlich, die er als jene mit dem höchsten Wiedererkennungswert auf Mallorca sieht: „Jedes Loch hat seine Reize, der Kurs polarisiert aber auch: Es gibt in Wahrheit nur solche Golfer, die den Platz lieben, und solche, die ihn hassen.“ Die Greenfee-Zahlen jedenfalls belegen, dass die Andratx-Fans in der Überzahl sind. Was Blöcher zudem an Mallorca liebt, ist die Vielfalt: „Vom Luxushotel bis zur gemütlichen Finca, vom Spitzenrestaurant bis zur einfachen Tapas-Bar: Hier findet jeder Urlauber sein Platzerl. Und das innerhalb zweier Flugstunden und bei totaler Sicherheit. Kein Ghetto-Golf wie in der Türkei, keine Kriminalitätsrate wie anderswo.“

Alles, was spass macht. Tatsächlich sind Palma und seine Umgebung so etwas wie die Eier legende Golfurlaubswollmilchsau: Vom Luxushotel à la Castello Son Vida oder Mardavall über tolle Fincas samt Koch – für Männerrunden – bis hin zu kuscheligen Familienhotels findet hier jeder Urlauber sein Glück. Und sollte einem wider Erwarten das Wetter einen Strich durch die (Golf-)Rechnung machen, gibt’s jede Menge lohnende Aktivitäten: Familien etwa sei der Besuch des ziemlich neuen Palma Aquarium nahe dem Flughafen ans Herz gelegt, Luxusurlaubern ein gemütlicher Tag in den Wellness-Oasen der Hotels, und wer ein Faible für Schifferl hat, kann von den Bars am Passeig Maritimo aus die Luxusyachten bestaunen. Den golferischen Part übernehmen die Top-Kurse rund um die Hauptstadt, allen voran der Newcomer Son Gual. An der Einflugschneise des Flughafens gelegen, ist der Fluglärm zwar omnipräsent, das spektakuläre Lay-out (Architekt: Thomas Himmel), der Service und das famose Clubhaus machen das aber locker wett. Das perfekte Shaping, die elegant eingewobenen 66 Bunker und der vorzügliche Platzzustand addieren sich zu einem Golf-Vergnügen allerfeinster Convenience.

Ebenso spektakulär, ebenso gut gepflegt und ebenso serviceorientiert präsentiert sich Golf de Andratx, dessen 18 Spielbahnen auch ohne ihre klingenden Namen im Gedächtnis bleiben: Mit „Eine Liebe auf Mallorca“ wird’s zwar ein wenig elegisch, immerhin aber bietet diese Spielbahn (Loch 8, Par 4) prächtige Ausblicke auf die Bucht von Camp de Mar. Immer eine Runde wert: das Dreigestirn von Son Vida, keine 20 Minuten vom Zentrum Palmas entfernt, mit seinen drei 18-Loch-Plätzen, von denen aus sportlicher Sicht Son Muntaner hervorsticht. Vergnüglich: Son Quint, mit einem Designstück als Clubhaus, Pool inklusive. Der älteste Kurs, Son Vida, schlängelt sich unterhalb des Top-Hotels Castillo Son Vida durch die Landschaft. Wem das noch nicht Auswahl genug ist: Gleich oberhalb des in einen Felshang zum Meer gebauten Hotels Bon Sol – feine Familienzimmer (!) – befindet sich der Golfkurs von Royal Bendinat und im Umkreis von 30 Kilometern ein weiteres halbes Dutzend Golfplätze. Ausreichend viel Golf, womit mit ein, zwei Wochenenden Urlaub in Palma noch genügend zu entdecken überbleibt.

Infos in Sachen Golf

1. Son Gual: Ein grandioser Platz, der in jeder Hinsicht Qualität bietet und als Neuerscheinung dazu beigetragen hat, Mallorca als Top-Golfdestination wieder ins Gedächtnis der Golfer zu rufen. www.son-gual.com

2. Son Muntaner: Die Nummer 1 unter den drei Kursen, die zur Arabella-Gruppe gehören: sportlich herausfordernd, fein im Design. www.sonmuntanergolf.com

3. Golf de Andratx: Ein Golfkurs, der die Golfgemeinde spaltet: Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Fakt ist: Jedes Loch bleibt in Erinnerung, und der Service und die Platzpflege sind top. www.golfdeandratx.com

Infos zu Golf auf Mallorca: www.mallorcagolf.com

… und Restaurants

1. Patxi: Einfache Tapas-Bar mit vorzüglichem Fisch-Angebot, moderaten Preisen und einer ausschließlich spanischen Speisekarte (unüblich für Palma!). Palma, Calle Espartero 28.

2. Tristan: Nach wie vor ein echter Renner: Das Haubenrestaurant in Portals Nous liegt quasi in Griffweite der Luxusyachten und überzeugt mit fantastischer Küche. www.grupotristan.com

3. Campino: Der beste Italiener auf der Insel, quasi neben dem 18. Loch des Golf de Andratx gelegen. Tolle Terrasse. www.campino-restaurant.com

Golfrevue-Tipps: Coole Restaurants sind das Simply Fosh und dessen hipper Tapas-Ableger Tasca de Blanquerna (www.foshfood.com), entspanntes Chillen ist im Puro Beach (www.purohotel.com) angesagt, und Nachtschwärmer shaken gerne im Tito’s (www.titosmallorca.com) ab. Aber bitte nicht vor Mitternacht! Für Kids: Das Palma Aquarium samt täglicher Haifischfütterung (www.palmaaquarium.com).

… in Sachen Wohnen

Palma selbst und auch die Umgebung ist gespickt mit einer unfassbaren Bandbreite an Hotels – abwärts vom St. Regis Mardavall bis zu einfacher gestrickten, aber günstigeren Häusern. Wir haben uns im familiär geführten Hotel Bon Sol (www.hotelbonsol.es) in Illetas, 10 Minuten außerhalb von Palma, direkt am Meer, ungemein wohl gefühlt: feines Strandrestaurant, netter Poolbereich, kuschelige Atmosphäre.

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