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Schlanke drei Flugstunden von Wien entfernt, hat sich Zypern zu einer kleinen, aber feinen Golfdestination im Mittelmeerraum entwickelt.

Aus Golfrevue 6/2007

Helmut Zimmermann war einige Tage auf Besuch – Golf & Wellness standen am Programm – und kam resch wie ein Kaisersemmerl von der Insel der Aphrodite zurück. Kurze historische Verdichtung zum Thema Zypern: 10.000 Jahre Weltgeschichte, davon die meisten als politischer Spielball, ging es 1960 in die Unabhängigkeit, endlich.

Doch 1974 landeten türkische Truppen und besetzten den nördlichen Teil, der nach wie vor unter türkischer Verwaltung steht. Ein schwellender Konflikt, sozusagen mit Tradition und damit touristisch wenig bemerkenswert. Auch die Briten hatten sich die Insel, irgendwie der Stöpsel der mediterranen Badewanne, einmal untertan gemacht und den Linksverkehr und Golf da gelassen.

Göttliches Spielen

Die derzeit bestehenden drei Golfplätze liegen alle im griechischen Teil zwischen Limassol und Paphos, in der Nähe des „Petra tou Romiou“, des legendären Geburtsplatzes von Aphrodite, der umtriebigen Göttin der Liebe und Schönheit. Ohne die Dame geht in Zypern gar nix. Nahe liegend daher, das nur vier Kilometer entfernte Intercontinental Golfhotel, den 18 Loch Platz und die Villen unter Aphrodite Hills zu führen. Der vom Amerikaner Cabell B. Robisson entworfene 18-Loch Championship-Platz erstreckt sich über zwei Plateaus rund 300 Meter über dem Mittelmeer, und wurde bereits im Oktober 2002 eröffnet. Heute, fünf Jahre später hat sich der Platz zur absoluten Nummer eins in Zypern entwickelt. Die Villen rund um den Kurs sind fertig gestellt, das Intercontinental Hotel samt opulentem Spa fügen sich wohltuend in die Landschaft ein, und auch das prächtige Clubhaus ist eine Augenweide.

Mit 6299 Metern ist der Par 71/70-Kurs angenehm weiträumig und nur mit E-Carts bespielbar: Allein zwischen Loch 2 und Tee 3 liegen 950 Meter, und 20 Prozent Gefälle verderben den Spaß am Tragen oder Ziehen des Bags. Golfübliche Hindernisse, etwa Wasser, kommen auf Hole 10 und 18 ins Spiel, weitere fügen sich als Augenweide ins Bild: Schneeweiße Bunker sowie Eichen, Pinien und Olivenbäume serviert man uns im Überfluss. Signature-Holes dieses spektakulären Kurses sind die Bahnen 7 und 8: Loch 7 misst als Par 3 von gelb zwar nur 128 Meter, aber zwischen Abschlag und Grün lauert eine felsige Schlucht und hinter dem eher klein bemessenen Grün Out – allemal eine Zitterpartie. Auf der achten Spielbahn (Par 4,  254 bis 323 Meter) gilt es trotz faszinierenden Meerblicks, die Konzentration zu bewahren: Downhill gelegen hängt die Bahn nach links und wer den Drive dorthin setzt, kann sich gleich vom Ball verabschieden. Zu weit rechts gehalten hat man gute Chancen, Bekanntschaft mit den Villen-Besitzern, deren Häuser die Fairways säumen, zu machen. Obwohl noch relativ jung, ist der Aphrodite Hills Kurs in einem phantastischen Pflegezustand und auf jeden Fall mehr als einen Abstecher wert.

Knapp 100 Meter von der Golfrezeption entfernt liegt das 5-Sterne Intercontinental Aphrodite Hills Resort Hotel mit Blick auf das Meer. Die Hoteleinrichtungen – vom Gästezimmer über die Gartenanlage, Pool, Restaurants und Bar, Spa-Center bis hin zum griechisch-römischen Fitnessclub – sind elegant und luxuriös. Ideal für alle, die auf die Intimität eines Luxushotels nicht verzichten und den Urlaub dennoch sportlich anlegen wollen.

Tal der Träume

Unweit von Aphrodite Hills liegt der Secret Valley Golf Club, 1996 eröffnet. Die 18 Spielbahnen (Par 72/71, 5989/ 5151 Meter, Damen/Herren) sind für golfende Romantiker (oder umgekehrt) ein echter Garten Eden: Farbenprächtige Bougainvilleen, Kakteennester bei den Abschlägen, saftig grüne Fairways und steile Hänge aus Muschelkalk von Grau-Braun bis zu Rot-Gelb, lassen Erinnerungen an Arizona und Indiana-Jones wach werden.

Während die Front Nine dem Gast höflich Birdie-Chancen aufwarten, spielen sich die zweiten Neun länger und schwieriger, aber nicht unfair. Aufpassen heißt es bei den Hoels 5 – hautenges Dogleg mit Brücke über Wassergraben auf ein verstecktes Grün – und 15 – hantiger Schuss ins Grün über einen Graben mit Bunker links und Wasser rechts.

Mit Ausnahme der glühend heißen Tage im Juli (Death Valley) empfiehlt es sich, lange im Voraus Startzeiten zu reservieren, da der Platz stark frequentiert ist. Die Hotelempfehlung für das Ziel aller Träume sind die beiden Columbia Hotels in Pissouri. Nur 14 Kilometer vom Golfplatz entfernt, liegt das Columbia Beach Resort mit 94 Luxussuiten (33 bis 100 Quadratmeter) und Ausblick über den 80 Meter langen Lagunenpool und den nahen Strand. Schlüssig, dass auch die Wellness-Anwendungen state of the art sind, wo doch die Göttin der Schönheit um die Ecke das Licht der Welt erblickte.

Auch die Küche vermag zu begeistern und zählt zu den besten der Insel. Das Beachhotel – der unmittelbare Nachbar des Beach Resorts – widmet sich den etwas kleineren Brieftaschen, bietet aber mit 116 komfortablen Zimmern, Restaurants, Sport und Wellnessbereich einen ebenso feinen Wohlfühl-Koeffizienten. Der famose Strand des Beach Resorts steht auch den Beach-Hotel-Gästen offen.

Very british

Der Golfclub Tsada, 15 Kilometer nordöstlich von Paphos wurde 1994 von Donald Steel entworfen und ist damit Zyperns ältester Golfplatz. Die 18 Loch liegen in einem Tal, an dessen Hängen Wein, Oliven und Walnüsse wachsen (und geerntet werden). Zentraler Eyecatcher am Platz ist das Kloster Stavros tis Minhis, heute noch als Eremitage bewohnt.

2005 wurde der Platz geschlossen und vom Golfplatz-Architektenteam Mackenzie & Ebert in 18 Monaten Bauzeit generalsaniert: Asphaltierte Wege, Wassergräben, 20 neue Bunker, neue breite Tees, neu angelegte Greens, eine neue Driving-Range und zwei neue Löcher machen den Platz zwar nicht einfacher, aber schöner. Clubhaus, Pro-Shop, Restaurant werden 2008 nachgereicht. Das Signature-Hole ist Loch 14, ein Par 4 mit Abschlägen von Terrassen über eine Schlucht auf das gegenüberliegende, hängende Fairway. Idealer Ankerplatz für Golfer ist das 5-Sterne Haus Paphos Amathus Beach Hotel samt schöner Gartenanlage direkt am Meer. Wünsche bleiben jedenfalls keine offen.

Um die Insel für uns Golfer noch attraktiver zu gestalten, sind übrigens schon weitere Golfplätze in Planung. Und mit Aphrodite im Hinterkopf bekommt „Schönes Spiel“ auf Zypern gleich eine ganz andere Bedeutung.

Schlaue Infos auf einen Blick: Zypern

Anreise/Arrangements

Austrian Airlines fliegt täglich mit dem Airbus A320 in rund drei Stunden von Wien nach Larnaca. Anschlussflüge aus Klagenfurt, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck sind möglich. An Bord serviert man frisch zubereitete, warme köstliche Gourmet-Menüs, inklusive ofenwarmen Gebäck und Dessert. Gratis Wein und Bier, Softdrinks, Kaffee und Tee. Neueste Kinofilme, ein reichhaltiges Sortiment an Tageszeitungen und Magazinen, Miles & More Prämienmeilen und natürlich Bordverkauf (Tabakwaren ausgenommen) runden das Angebot ab. Währung: Das zypriotische Pfund (C£) entspricht derzeit ca. 1,70 Euro

Hotel-Tipps

Columbia Beachhotel Pissouri www.columbia-hotels.com
Intercontinental Aphrodite Hills www.aphroditehills.com
Amathus Beach Hotel, Paphos www.amathushotel.com

Golfkurse im Überblick

Aphrodite Hills Golf Kurs
18 Loch, Par 70/71,
4528 bis 6299 Meter
Greenfee: rund 85 bis 120 Euro
(inklusive E-Cart)

Secret Valley
18 Loch, Par 71/72,
5151 bis 5989 Meter
Greenfee: rund 47 bis 63 Euro

Tsada Golf
18 Loch, Par 72, 5828 Meter,
Greenfee: rund 42 bis 58 Euro

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