20 Jahre Perestroika! [0]

Das Baltikum: Eigentlich ist man recht verschieden, allein schon sprachlich. Einig war man sich nur, dass man nicht mehr ein Teil des sowjetischen Molochs sein wollte. Heute ist man ­europäisch und das mit Erfolg.

Nachdem sich 1991 der estnische David vom sowjetischen Goliath abgeseilt hat, wurde in Windeseile der Ostblock-mief beseitigt, und ein junges, lebendiges Volk blüht auf. Estlands Hauptstadt Tallinn gilt als eine der fortschritt-lichsten im Osten Europas, entdeckte Alex Kramel.

Die historische Altstadt von Tallinn wurde behutsam renoviert und aufgefrischt. Die denkmalgeschützten Häuser werden nach wie vor als begehrte Wohn- und Arbeitsstätten oder von der aufstrebenden jungen Kunstszene als Ateliers und Galerien genutzt, inklusive einer Vielzahl hipper Beisln, Bars und schicker Hotels. Heuer ist man gemeinsam mit dem finnischen Turku Europäische Kulturhauptstadt und mächtig stolz drauf. Trotz viel Geschichte ist die estnische Hauptstadt jung und innovativ wie kaum eine andere, mit beispielsweise per Landesverfassung verankertem Recht auf einen Gratis-Internetzugang. Bei vielen IT-Entwicklungen haben Esten ihre Hände im Spiel, so reklamiert man auch die Erfindung von Skype für sich. Die Nähe zu Finnland und die Sprachverwandtschaft bringen auch das Gros der Besucher. Per Fähre aus Helsinki ist es nur ein Katzensprung.

Aber bei aller Innovation steht der Este auch auf Tradition. Ein wahrer Volkssport ist der Gesang, was sich jährlich in großen Chorfestivals mit über 40.000 Teilnehmern zeigt. Schon der Unabhängigkeitsbewegung von Väterchen Russland ging eine singende Revolution voraus. 1990 trafen sich 300.000 Menschen in der Bucht von Tallinn und sangen die damals noch verbotene, inoffizielle Landeshymne, ein Jahr später war man stolze Republik.Golf ist in Estland noch nicht das Hauptthema. Derzeit circa 4.000 aktive Spieler zeugen von einer sehr jungen Community, die aber engagiert an Beachtung arbeitet und durchaus feine Anlagen hervorbringt. Im Einzugsgebiet von Tallinn liegen drei der derzeit sieben estnischen Golfplätze. Allen voran hat sich der Estonian Golf & Country Club mit der Austragung der europäischen Qualifikation für den World Cup in Mission Hills einen Namen gemacht. Die 27-Loch-Anlage gehört zu den spektakulärsten in Estland. Gemeinsam mit den beiden anderen Plätzen, dem Tallinn GC und der Anlage von Suuresta Golf, ist die Stadt am Baltischen Meer nicht nur virtuell einen Golf-Trip wert.

Kurz & Bündig: Golf in Estland

Mit 45.000 km2 halb so groß wie Österreich, steigen sich die  1.350.000 Esten nicht gerade auf die Füße, da maximal dreißig Einwohner auf einen Quadratkilometer kommen. Seit 1991 ist der nördlichste der baltischen Staaten unabhängig, und seit 2011 bezahlt man in Estland mit dem Euro. Direktflug ab Wien gibt es leider keinen, aber die Anreise ist zum Beispiel ab München oder Berlin mit der Estonian Air möglich. Beste Golf-Reisezeit ist der Sommer. Da kann man den Tag voll nützen, da bis 23 Uhr gespielt werden kann. www.tourism.tallinn.ee/ger

Estonian Golf & Country Club: 18-Loch-Sea-Course / Par 72 (5.128 bis 6.462 m), GF € 70,–, 9-Loch-Stone-Course / Par 36 (2.512 bis 2.903 m), GF € 40,– www.egcc.ee

Tallinn GC 18-Loch / Par 72 (5.100 bis 6.411 m), GF € 49,– / € 59,– (WE) www.golfikeskus.ee

Suuresta Golf 18-Loch / Par 72 (5.252 bis 6.477 m), GF € 39,– / € 44,– (WE)

www.golf.ee – Seite des Golfverbands mit Infos auch in Englisch

TALLINN:

Restaurant Chedi – Bester Asiate der Stadt in schickem Gewand www.chedi.ee

Ö – Hochdekorierte estnische Küche in schönem Loft-Ambiente www.restoran-o.ee

Bordoo – Vorzeigerestaurant im Altstadt-Tophotel Three Sisters www.bordoo.ee

Hotel:

Three Sisters – Drei Kaufmannshäuser aus dem 14. Jahrhundert wurden zu einem gemütlichen und luxuriösen Hotel verbunden, perfekte Altstadtlage www.threesistershotel.com

Nordic Hotel Forum – In Gehdistanz zur Altstadt, neues Hotel mit gepflegtem Wellnessbereich und Skype auf allen Zimmern www.nordichotels.eu

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